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Biographie

LM5 (2018)
"Es ist toll, wie ihr jedem unserer Karriere-Abschnitte Namen gegeben habt", twitterten Little Mix im Oktober 2018 ihren knapp zwölf Millionen Followern. "Deshalb haben wir beschlossen, unser nächstes Album "LM5" zu nennen". Es ist ein prägnanter und selbstbewusster Titel, der viel über die tiefe Bindung zwischen der Band und ihren Fans (die sich selbst "Mixers" nennen) aussagt. Gleichzeitig spiegelt der Albumtitel auch die Ausnahmestellung von Little Mix im Musikbusiness wieder. Im Jahr 2018 gibt es für die Mitglieder Jesy Nelson, Leigh-Anne Pinnock, Jade Thirlwall und Perrie Edwards wirklich keinen Grund, sich zu verstecken. "Reggaetón Lento" wurde vor Kurzem zur achten Platinsingle ihrer Karriere und ihr fantastisches, viertes Album "Glory Days" ist nun der Girlgroup-Longplayer mit der längsten Top 40-Chartverweildauer aller Zeiten.

Die erste Vorabsingle "Woman Like Me" aus "LM5" stürmte bereits die britischen Charts, peakte auf Platz zwei und bescherte der Band den dreizehnten Top Ten-Hit ihrer Karriere. Als musikalischen Spezialgast holte sich das Quartett keine Geringere als Superstar Nicki Minaj ins Studio. Der Song besticht durch den Trademark-haften Little-Mix-Harmonie-Gesang und Reggae-/Urban-Pop-Elemente. Inhaltlich handelt es sich um einen Coming-Of-Age-Song, in dem sich Jesy, Jade, Leigh- Anne und Perrie mit ihrer Rolle als Frau auseinandersetzen - v.a. wie wichtig es ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und den Männern klar zu sagen, dass sie Frauen zu akzeptieren haben, wie sie sind, mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten. "Insecure but I'm working on it", ist dabei die Schlüsselzeile, die sich gleich in der ersten Strophe findet.

Andere Songs des Albums setzen sich u.a. mit der #MeToo-Bewegung auseinander. "Strip" ist gleichzeitig mitreißender Club-Track und "Body-Positivity"-Hymne. "If you got little boobs, love it - if you got a big ass, grab it", singen sie, bevor sie im weiteren Verlauf des Songs deutlich machen, dass in ihrer Welt kein Platz ist für Diskriminierungen aufgrund von Rasse, Geschlecht oder Sexualität.

"Das Alter bringt Veränderungen mit sich und auch die Tatsache, dass man immer mehr mitbekommt, was in der Welt passiert", erklärte Thirlwall jüngst in einem Presse-Interview. "Ich denke, wir machen das generell wesentlich mehr - Dinge zum Thema machen, die uns am Herzen liegen, seien es Frauenrechte, LGBTQ-Themen oder auch die "Black Live Matter"-Bewegung. All diese Dinge, an die wir uns vorher nie ran getraut hätten, weil wir zu großen Respekt davor hatten. Aber es ist okay, wenn man etwas mit Leidenschaft betreibt und die Stimme gegen Dinge erhebt, mit denen man nicht einverstanden ist."

Sieben Jahre nach ihrem ersten Nummer-Eins-Hit sind Little Mix ganz zweifellos mit ihrer ganzen Leidenschaft dabei, das Konzept des Selbstwertgefühls zu propagieren. "Wir wollen unseren jüngeren Fans beibringen, allen Jungs und allen Mädchen, jedem Fan, den wir haben, dass es vollkommen ausreicht, wer und was du bist. Dass man seine Unsicherheiten annehmen sollte, denn sie sind es, die dich von anderen unterscheiden", sagt Edwards.

Der Song "Told You So" wird die Anhänger ganz besonders berühren: ein supermelodischer Popsongs, der die schwesterliche Seite der Gruppe zeigt - Little Mix bieten darin einer Freundin nach dem Ende einer Beziehung Hilfe und Unterstützung an. "We can put the kettle on, talk 'bout how he's not the one", singen sie im Refrain. "But I'm never going to say I told you so".

Das ganze Album strahlt eine Grund-Positivität aus, "LM5" verfügt aber auch über ein breites Spektrum. Emotionale Songs wie "Think About Us" könnten legitime Nachfolger ihrer früheren Floorfiller-Hits "No More Sad Songs" und "Touch" sein. Der grandiose Rock-Pop-R&B-Hybrid "Wasabi" rechnet mit Hatern und Tratschmäulern ab, die hinter dem Rücken Gerüchte verbreiten: "All the ugly things you say, come and say them to my face". Und das unumwunden sexualisierte "Motivate" erinnert uns daran, dass obgleich Little Mix noch unter der Bezeichnung "Girlband" firmieren, die Mitglieder mittlerweile erwachsene Frauen sind.

Im nächsten Schritt der "LM5"-Ära präsentiert uns die Band ihre Powerhouse-Vocals und unglaublichen Performance-Skillls im Rahmen ihrer 27 Konzerte umfassenden Tour durch Großbritannien und Irland. Eine weitere, wunderbare Gelegenheit, auch die verspielte Seite der Bandmitglieder zu erleben - immerhin wurde Jessica "Jesy" Louise Nelson jüngst von einer Website zur "lustigsten Frau im Pop-Business" gekürt.

"Ich denke, unser Erfolg spricht für sich", sagt Leigh-Anne Pinnock mit einem Selbstbewusstsein, dass sich die Band zu 100% verdient hat. "Wir haben der Musikindustrie gezeigt, dass wir unsere eigenen Songs schreiben können und nie nur Marionetten waren." Im Jahr 2018 wissen Little Mix ganz genau, wer sie sind und was sie der Welt mitteilen wollen. Und sie tun es mit der besten Musik ihrer Karriere.

Seit ihrem Karrierestart 2011 haben sich Perrie Edwards, Jesy Nelson, Leigh-Anne Pinnock und Jade Thirlwall nicht nur als eine der erfolgreichsten britischen Popbands etabliert, sie sind die größte Girlgroup der Welt und zementieren ihren Ausnamestatus mit jedem Album weiter. Das Quartett verkaufte bis dato mehr als 45 Millionen Tonträger weltweit und landete vier Nummer-Eins-Hits in den britischen Charts. Mit vier Platin-Alben und neun Platin-Singles stellten sie einen neuen Rekord auf, der bislang von den legendären Spice Girls gehalten wurde. Ihr letztes Album "Glory Days" ist das meistverkaufte Album einer weiblichen Gruppe in diesem Jahrhundert und das Girlgroup-Album mit der längsten Verweildauer in den UK Top 40 aller Zeiten.

Auch live zählt die Band zu den Top-Acts: neben umfangreichen Konzertreisen durch Europa, Australien, Japan und die USA unternahmen sie sowohl 2016 als auch 2017 die größten Arena-Tourneen in Großbritannien. Im Sommer 2018 waren sie im Rahmen ihrer "Summer Hits"-Tour im Vereinten Königreich unterwegs. Sie wurden überdies zum "Most Watched VEVO Artist of 2017" in ihrem Heimatland.


Biografie 2012
Ihre Existenz verdankt Little Mix zwar der britischen Erfolgs-TV-Sendung "The X Factor", doch es gibt etwas, dass sich nicht künstlich herbeiführen lässt: die Chemie innerhalb einer Band - Jesy, Jade, Leigh-Anne und Perrie haben jede Menge davon. Zwischen den Mitgliedern der ersten Girlband bzw. Band, die jemals "The X Factor" für sich entscheiden konnte, besteht ein einzigartiges Zusammengehörigkeitsgefühl, verursacht durch die gemeinsamen Erfahrungen, die die Mädchen in der TV-Show machten und das nun in ihren Songs in einer sehr modernen Variante des "Girl Power"-Themas zum Ausdruck kommt. Wie z.B. bei ihrer Debütsingle "Wings". Dort heißt es im Text: "diese Flügel sind zum Fliegen da" - und das ist genau das, was die vier Girls in den vergangenen zwölf Monaten getan haben'

Doch es war nicht immer so. "Vor meiner 'The X Factor'-Teilnahme hatte ich noch nie vor irgendjemandem gesungen", erklärt Jesy. "Ich habe in einer Bar gearbeitet und war auch mal Tänzerin. Ich wollte immer Sängerin werden, hatte aber nie das nötige Selbstvertrauen." Leigh-Annes Geschichte liest sich ganz ähnlich. Auch sie wusste schon immer, was tun wollte, doch auch ihr fehlte der Mut, loszuziehen und es zu versuchen. "Es erschien einem immer so weit entfernt zu sein", erinnert sie sich. "Alle meiner Lehrer am College sagten, dass ich keine Chance hätte, an irgendwelchen Schauspielschulen in London angenommen zu werden, weil ich viel zu poppig singen würde und dass ich nicht 'Musical-geeignet' wäre. Das hat mich ziemlich fertig gemacht", erzählt Perrie. Jade spielte zwar Gigs im Nordosten Englands, doch sie hatte schon eine ganze Weile mit dem Musikbusiness abgeschlossen. Als sie der "X Factor"-Ruf ereilte, hatte sie sich bereits für ein Kunststudium eingeschrieben.

Das Selbstwertgefühl war also nicht gerade groß und auch in punkto Karrierechancen sah es nicht allzu rosig aus - doch die Mädchen wussten, was sie wollten, selbst als sie bei "The X Factor" als Solo-Acts den Kürzeren zogen. Doch sie hatten stets das unablässige Gefühl, dass irgendetwas in der Luft lag, dass irgendetwas passieren würde. Als man sie zusammen brachte, um (wie sie zunächst hießen) Rhythmix zu gründen, erkannten die Produzenten in ihnen etwas, dass sie auch gegenseitig in sich sahen. "Wir sind alle ziemliche Spinner, aber jeder auf eine andere Weise", lacht Jesy als Antwort auf die Frage, warum sie denn so gut zusammen passen. "Es ist seltsam - wir scheinen das Verrückte in uns gegenseitig ans Tageslicht zu bringen."
Doch auch wenn den Beteiligten sofort klar war, welche Chemie von der ersten Sekunde an zwischen ihnen herrschte, so verließen sie sich nicht darauf. In der Zeit zwischen dem Bootcamp und den 'Judges Houses'-Runden versammelten sich die Girls in Perries Haus, wo sie ihr eigenes, provisorisches Bootcamp einrichteten. "Als wir das Bootcamp hinter uns hatten, bekamen wir drei Wochen frei. Wir trafen uns und arbeiteten sehr hart. Als wir dann zurück kamen, zeigten wir ihnen, was wir gemacht hatten", erklärt Jade. "Wir haben die ganze Sache selbst in die Hand genommen", fährt Leigh-Anne fort. "Wir trafen uns sofort nach dem Bootcamp bei Perrie, sorgten dafür, dass wir miteinander klar kommen und unsere Stimmen kennen lernten."

Diese vorbehaltlose Leistungsbereitschaft sorgte auch dafür, dass sie es in die "Live Shows" schafften. Ihr Ehrgeiz, alles auf den Punkt genau perfekt abzuliefern, hörte dort aber noch lange nicht auf. "Wir wollten die Songs nicht einfach so singen, wie sie man sie kennt", erklärt Perrie. "Wir haben kleine A Capella-Stellen eingebaut, ein wenig Beat-Boxing gemacht und wir rappten. Wir wollten auffallen." Dann erzählt sie die Geschichte der ersten Live-Performance des Nicki Minaj-Hits "Super Bass", als Leigh-Annes Solo-Rap-Teil um ein Haar nicht stattgefunden hätte: "Leigh-Anne hatte ihren eigenen Rap für 'Super Bass' geschrieben, aber es wurde ihr aus Copyright-Gründen verboten, ihn vorzutragen. Ich erinnere mich, wie wir die ganze Nacht da saßen und nicht eher aufhörten, Leute anzurufen, bis wir endlich Erlaubnis bekamen. Wir hätten es sonst überhaupt nicht gemacht. Wir waren so felsenfest davon überzeugt, dass wir das Bestmögliche abliefern wollten."

Ihr Selbstbewusstsein wuchs mit jeder Woche und Little Mix (wie sie nun hießen) schafften es bis ins Finale, bevor sie einen unglaublichen Abend vor 10.000 Zuschauern in der Wembley Arena mit ihrem Sieg krönten und mit einer wunderbaren Version von "Cannonball" (dem Damien Rice-Song, nicht dem Breeders-Klassiker) den ersten Nummer-Eins-Hit ihrer Karriere landeten. Natürlich hatten die Mädchen ihre ganz eigene Vision des Songs. "Wir wollten am Anfang einen A Capella-Teil haben und einen stärkeren Beat, damit der Song mehr nach uns klingt", sagt Jade. "Es ist eher ein 'Sieger-Song' als eine richtige Little Mix-Single."

Ihnen war klar: die "richtige", alles entscheidende erste Single, mit der sich die Band in punkto Sound und Stil positionieren würde, müsste perfekt sein. "Nach dem 'X Factor'-Sieg hatten wir an Weihnachten zwei Wochen frei, da chillten wir, danach ging es direkt ins Studio und wir wussten, dass wir unsere erste Single finden mussten. Das hat eine ganze Weile gedauert. Wir gingen zu so vielen Produzenten und es kam tatsächlich der Moment, als wir dachten: "vielleicht werden wir sie nie finden'. Wir hatten ein klares Bild vor Augen, was wir wollten." Was ihnen vorschwebte, war der (in UK) sprichwörtliche, unerreichbare "Mond am Stil". Oder in Jesys Worten: "so etwas wie "Super Bass', gemischt mit etwas Spice Girls, TLC und Missy Elliott, alles zusammen in den Mixer." Wie durch ein Wunder gelang ihnen mit der Hilfe des Produktions-Duos TMS und dem Songwriter Iain James mit "Wings" genau DAS. Eine süchtig machende Mischung aus schmetternden Bläsern, Dubstep-Sounds und Marching-Band-Beats. "Man kann den Song wirklich in keinem Genre zuordnen", bemerkt Leigh-Anne korrekterweise. "Es ist ein Mix aus allem und deshalb bin ich auch so begeistert von dem Album, denn es ist ein Zusammenspiel vieler verschiedener Einflüsse. Bei unserem Sound wird niemandem langweilig."

Fest entschlossen, die gleiche Formel nicht zu wiederholen, war ihre Follow-Up-Single "DNA" keine Ballade mit Chorgesang" na gut, irgendwie schon, aber nicht so, wie man es erwartet hätte. Das Liebeslied beginnt mit funkelnden Synths, geht dann aber schnell in ein Midtempo-Monster von einem Song über, mit heftigen Beats und durchaus finsterem Text: "my heart won't beat again if I can't feel love in my veins". Und gerade, wenn man sich der unheimlichen Brillanz der Middle Eight hingeben möchte, überraschen Little Mix mit der vielschichtigen Stimmgewalt eines Chorgesangsparts - und schufen damit einen der unerwartetsten genialen Momente der jüngeren Popgeschichte.

Auf dem Album, an dessen Entstehung nahezu die gesamte britische Pop-Elite mitwirkte (u.a. Xenomania, Nicola Roberts, Future Cut, Biff Stannard, Steve Mac), findet sich u.a. auch das lebensbejahende "Change Your Life", das den Hörer ermutigt, seinen Überzeugungen treu zu bleiben und seinen Instinkten zu vertrauen. Dem Album gelingt es, die Persönlichkeiten aller Mädchen abzubilden, und gleichzeitig zu zeigen, was sie als Gruppe so besonders macht.

"Alle unsere Songs haben eine Bedeutung. Wir sind nie ins Studio gegangen und haben uns gedacht: "ach ja, das wird schon irgendwie reichen". Wir wollten ein Album machen, das ausschließlich aus Singles besteht", erklärt Jesy. "Wir streben nach Langfrsitigkeit", sagt Leigh-Anne. "Uns soll es so lange wie möglich geben, deshalb haben wir mit dem Album Zeit gelassen."

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