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Biographie

Muss man David Gilmour eigentlich noch groß vorstellen? Als Sänger, Songwriter und Gitarrist von Pink Floyd zählt der 69-jährige Brite zu den berühmtesten Figuren der Musikgeschichte. Mit seiner Band prägte er den Sound und Stil einer ganzen Epoche und war weltweit über alle Maßen erfolgreich, darüber hinaus veröffentlichte er aber auch seit 1978 immer wieder in unregelmäßigen Abständen von der Kritik hochgelobte Solo-Alben. Mit "Rattle That Lock" erscheint am 18. September nun sein viertes Solo-Album - einen Tag später gibt er ein (ausverkauftes) Konzert in der König-Pilsener-ARENA in Oberhausen. Die Veröffentlichung ist gleichzeitig der offizielle Start der Post-Pink-Floyd-Ära: im September 2014 war mit "The Endless River" das laut Gilmour letzte Werk der Band erschienen und hatte sich in 21 Ländern umgehend an die Spitze der Charts gesetzt, darunter in Großbritannien, Deutschland, Österreich und der Schweiz.

"Rattle That Lock" enthält u.a. die bereits vorab veröffentlichten Stücke "Rattle That Lock" und "Today", die wie alle Songs des Albums in Zusammenarbeit mit seiner langjähriger Songwriting-Partnerin (und Ehefrau) Polly Samson entstanden, die die Texte schrieb. Bei der Produktion arbeitete Gilmour u.a. mit Roxy Music-Gitarrist Phil Manzanera und der Sängerin Mica Paris zusammen. Die Aufnahmen fanden vorwiegend in Gilmours neuem Studio in Brighton statt, einige Teile wurden aber auch im Astoria Hausboot Studio eingespielt, die Orchester-Parts wurden in den AIR Studios in Hampstead aufgenommen.

Außerdem wirkte an "Rattle That Lock" ein unkonventioneller Chor mit: der "Liberty Choir" setzt sich aus Insassen und ehemaligen Strafgefangenen der Süd-Londoner Justizvollzugsanstalt Wandsworth Prison zusammen und wurde 2014 als Rehabilitations-Projekt ins Leben gerufen. Die in ihrer Art einzigartige Non-Profit-Gesangsgruppe ist u.a. auf der ersten Single "Rattle That Lock" zu hören. Die Initiatoren des beispielhaften Projekts waren die Sängerin, Komponistin und Chorleiterin MJ Paranzino und ihre Partnerin, die Journalistin und Schriftstellerin Ginny Dougary, die die Idee bereits vor mehr als zehn Jahren entwickelten. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, Ex-Gefangenen nach der Entlassung den Schritt zur Teilnahme in lokalen Chören zu erleichtern, in denen sie schnell Teil des kommunalen Lebens werden und Freundschaften außerhalb des Strafvollzugs knüpfen.

"Die Jungs aus dem Gefängnis blühen durch diese wunderbare Sache, die sie machen und an der sie ohne jedes Stigma teilnehmen können, richtig auf", erklärt David Gilmour. "Sie sind einfach nur ein Teil einer Gemeinschaft in diesem Raum, mit einem inspirierenden Menschen wie MJ, der sie anleitet und ihnen zeigt, dass es dort nicht um Gewinnen oder Verlieren geht, man gibt einfach sein bestes und hat Spaß dabei. Du kannst lernen, wenn du lernen möchtest - sing einfach mit, wenn du mitsingen möchtest. Es ist eine solch positive und integrative Botschaft. Und sie können sich sicher sein, dass sie auch nach ihrer Entlassung noch Mitglied im Liberty Choir sind."

David Gilmour und Polly Samson kamen durch ihren Sohn Charlie Gilmour darauf, den Liberty Choir zu engagieren. Dieser hatte 2011 kurze Zeit im Wandsworth Prison verbracht, nachdem er an Protesten gegen Studiengebühren teilgenommen hatte. Später kehrte er in das Gefängnis zurück, um ein Konzert des Liberty Choirs zu besuchen. David Gilmour ist nun ein "Founding Supporter" des Chors, genau wie die Who-Legenden Roger Daltrey und Pete Townshend.

Der Titelsong "Rattle That Lock" beginnt mit vier Noten, die von Sounddesigner Michaël Boumendil kreiert wurden und in französischen Bahnhöfen den Ansagen der staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF vorangehen. Gilmour hatte das Tonsignal mit seinem iPhone an der Haltestelle in Aix selbst aufgenommen. Polly Samsons Songtext ist vom zweiten Buch des John Milton-Epos "Das verlorene Paradies" inspiriert, das auch Einflüsse auf ihren jüngsten Roman "The Kindness" hatte.

Für das Coverartwork des Albums zeichnet Dave Stansbie von der The Creative Corporation (unter der kreativen Leitung von Aubrey Powell/Hipgnosis) verantwortlich.

Im Frühjahr 2016 brach der 69-jährige zu seiner ersten US-Tour nach zehn Jahren auf, die Konzertreise begann am 24. März in Los Angeles (Hollywood Bowl) und endete am 11. April im New Yorker Madison Square Garden. Bereits im September und Oktober 2015 absolviert der Brite eine (ausverkaufte) Europatour.

Mit dem Album "Rattle That Lock" beendete Gilmour eine neunjährige Solo-Veröffentlichungspause. 2006 hatte er seinen bis dato letzten Longplayer "On An Island" veröffentlicht, der Platz eins der britischen und Platz drei der deutschen Charts erreicht hatte.

Zur Tour erschien dann 2017 das Live-Dokument "Live At Pompeii", welches ihn an legendärer Stelle, seine und Pink Floyds größte Hits präsentieren lies.

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