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Biographie

Sänger, Musiker und Songwriter Bruce Springsteen wurde am 23. September 1949 in Long Branch im Bundestaat New Jersey geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Freehold, New Jersey, als ältester Sohn von drei Geschwistern. Neben der katholischen Erziehung prägte vor allem die Working Class-Mentalität des Elternhauses den Heranwachsenden.

Sein Enthusiasmus für Rockmusik wurde bereits im Alter von etwa zehn Jahren durch Elvis Presley geweckt, in dieser Zeit bekam er auch seine erste Gitarre. Später zogen ihn auch die Rolling Stones und die Beatles in ihren Bann. Nach dem Wechsel auf die High School von Freehold eröffnete sich ihm die Welt der Rockmusik und damit ungeahnte neue Möglichkeiten, den ernüchternden Aussichten, die ihm das eigene Elternhaus bot, zu entfliehen. Die Begegnung mit der Musik Bob Dylans offenbarte ihm schließlich die Magie, die das Schreiben von Songtexten bietet. Mehr und mehr widmete er sich der Gitarre und spielte ab und an mit kleineren Bands. Nach dem Ende der Highschool im Jahr 1967 wechselte er für ein Jahr an das Ocean County College.

In den folgenden Jahren gründete Springsteen verschiedene Bands (u.a. Earth, Steel Mill) und lernte bei Gastauftritten und Jam-Session zahlreiche spätere E Street Band-Mitglieder kennen (u.a. Gitarrist Steven Van Zandt, Garry Tallent, David Sancious, Vini Lopez und Danny Federici). 1971 gründete er die Bruce Springsteen Band, aus der später die legendäre E Street Band hervor ging.

Sein erstes Studioalbum "Greetings from Asbury Park, N.J." erschien 1973 beim Label Columbia Records, bei dem Bruce Springsteen bis heute unter Vertrag steht. Die Platte wurde von Kritikern gelobt, erwies sich jedoch zunächst als kommerzieller Flop. Genau wie das Follow-Up-Album "The Wild, The Innocent & The E Street Shuffle", das ebenfalls 1973 veröffentlicht wurde.

Der Durchbruch folgte schließlich zwei Jahre später mit "Born To Run". Der Longplayer kletterte bis auf Platz drei der US Billboard Charts und mit dem Titelsong gelang Springsteen erstmals ein Single-Hit. "Born To Run", das zu einem seiner legendären Trademark-Stücke wurde, peakte auf Position 23.

Der große kommerzielle Erfolg machte den Mittzwanziger in Windeseile zu einem Star und zu einem der ganz großen Hoffnungsträger des US-Rock. Der Musikkritiker Jon Landau prägte in dieser Zeit den legendären Satz: "Ich habe die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen, und ihr Name ist Bruce Springsteen". Er sollte Recht behalten. Kurze Zeit später wechselte Landau die Seiten und wurde Springsteen Manager. Eine Position, die er bis zum heutigen Tage inne hat.
Die Veröffentlichung des folgenden Albums "Darkness On The Edge Of Town" verzögerte sich aufgrund eines Rechtsstreits mit dem vorigen Manager bis ins Jahr 1978. Die Euphorie von "Born To Run" war auf dem Follow-Up einer latent pessimistischen Atomsphäre gewichen. Im gleichen Jahr gelang der Musikerin Patti Smith mit dem von Springsteen geschriebenen Song "Because The Night" ein weltweiter Hit. 1979 nahm er an den "No Nukes"-Konzert teil, dass sich gegen die Nutzung von Atomkraft wendete.

Mit "The River", das 1980 erschien, demonstrierte Springsteen eindrucksvoll seine Vielseitigkeit als Musiker. Neben großen Balladen (wie dem Titelstück, das zu seinem der größten Songklassiker aller Zeiten wurde) bis hin zu hymnenhaften Rocksongs (wie der Single "Hungry Heart", die ihm den ersten US Top Ten Hit bescherte) bot "The River" eine beeindruckende Bandbreite an Liedern und machte ihn nun auch in Europa einem größeren Publikum bekannt. Im April 1981 unternahm er seine erste Deutschlandtour, die restlos ausverkauft war.

Anstatt die stilistische Erfolgsformel fortzuführen, veröffentlichte er 1982 mit "Nebraska" ein Album, das er lediglich mit Gitarre und Mundharmonika als Homerecording-Produktion eingespielt hatte. Die Texte erzählten von den Schicksalen der Underdogs der US-amerikanischen Gesellschaft, passend dazu war die Stimmung des gesamten Albums sehr gedrückt. Im Vergleich zum Vorgänger war "Nebraska" ein kommerzieller Misserfolg, von Kritikern wird die Platte heute allerdings als eines seiner wichtigsten und besten Werke gesehen.

Zwei Jahre später ließ Bruce Springsteen ein Album folgen, dessen stilistischer Kontrast zum Vorgänger kaum größer hätte sein könnte. Statt Homerecording und Minimalismus gab es nun großes Rockspektakel. Der Erfolg war gewaltig: "Born In The U.S.A." erreichte nicht nur in zahllosen Länder Platz eins der Albumcharts (darunter USA, UK und Deutschland), es brachte mit "Dancing In The Dark", "Born In The U.S.A.", "Cover Me", "I'm On Fire", "Glory Days", "I'm Goin' Down" und "My Hometown" gleich sieben (!) US-Top-Ten-Hits hervor. Allein in den Vereinigten Staaten erhielt "Born In The U.S.A." fünfzehn Platin-Auszeichnungen. Das Album wurde zu einem der meistverkauften Tonträger der Rockgeschichte. 1985 besuchte Springsteen im Rahmen einer Welttournee auch Deutschland, wo er in Frankfurt und München zwei Stadionkonzerte gab.

Obgleich seine Fans zu hundertausenden zu seinen Konzerten pilgerten und Springsteen-Tickets weltweit im nu ausverkauft waren, hatte er es bislang stets abgelehnt, ein Live-Album zu veröffentlichen. Der Sänger und Songwriter hatte Bedenken, ein etwaiger Mitschnitt könnte dem Konzert-Erlebnis nicht gerecht werden. 1985 war dann doch endlich soweit: mit "Live/1975-85" erschien ein fünf LPs bzw. drei CDs umfassendes Package, das sich ebenfalls sofort an der Spitze die US-Charts setzte und dreizehn Platin-Awards erhielt.

Für das folgende Studioalbum ließ sich Springsteen einige Jahre Zeit. Auf "Tunnel Of Love", das im Herbst 1987 erschien, zeigte sich der Sänger und Songwriter, der bei den Aufnahmen nur bei Bedarf auf Mitglieder der E Street Band zurückgriff, musikalisch wesentlich ruhiger und entspannter als noch auf "Born In The USA". Das Album chartete in den USA, Großbritannien und Deutschland auf Platz eins und brachte mit "Brilliant Disguise" und "Tunnel of Love" einen US Top 5- und einen Top Ten-Hit hervor. Bei der anschließenden Konzertreise gastierte Springsteen erstmals auch in Ostberlin. 1988 hielt er die Laudatio für Bob Dylans Aufnahme in die "Rock and Roll Hall Of Fame".

Obgleich die Band nicht offiziell aufgelöst wurde, verzichtete Springsteen bei den 1992 zeitgleich veröffentlichten Alben "Human Touch" und "Lucky Town" auf die bewährten Musiker. Anstatt dessen verpflichtet er verschiedene Big Names der Sessionmusikerszene von Los Angeles (u.a. Toto-Drummer Jeff Porcaro). Beide Alben erreichten weltweite Spitzenplätze in den Charts (u.a. Platz eins in UK) und wurden in den USA jeweils mit Platin ausgezeichnet. Im darauf folgenden Jahr veröffentlichte Bruce Springsteen das Live-Album "In Concert/MTV Plugged", das im November 1992 in Los Angeles in der Reihe "MTV Unplugged" mitgeschnitten worden war.

Mit "The Ghost Of Tom Joad" folgte 1995 ein Album, das Springsteen nahezu im Alleingang einspielte. Als Inspiration für die Songs diente die gleichnamige Figur aus dem Roman "Früchte des Zorns", das John Steinbeck 1939 geschrieben hatte. Springsteen verknüpfte die Geschehnisse des Romans aus der Zeit der Depression mit dem Schicksal der lateinamerikanischen Immigranten in den USA des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

1994 überraschte Springsteen die Musikwelt mit einer weiteren musikalischen Kehrtwende: für den Jonathan Demme-Film "Philadelphia" schrieb er einen ebenso minimalistischen wie melancholischen Popsong "Streets Of Philadelphia", der ihm nicht nur den ersten Nummer-Eins-Hit in den deutschen Charts einbrachte, sondern 1995 auch einen Oscar in der Kategorie "Bester Originalsong". Ein Jahr später wurde er abermals für den begehrtesten Filmpreis der Welt nominiert - für den Titelsong des Tim Robbins-Films "Dead Man Walking".

Ende der Neunziger erfolgte die große E Street Band-Reunion: im April startete die Formation auf große Tournee, zunächst in Europa, später in den USA. Die Konzertreise gipfelte in einer Serie von zehn Auftritten im Madison Square Garden in New York.

Lange sieben Jahre mussten die Fans auf ein neues Studioalbum von Bruce Springsteen warten, 2002 hatte die Leidenszeit ein Ende. Das Album "The Rising" beschäftigte sich inhaltlich mit den Anschlägen des 11. September 2001, die die USA und den Rest der Welt erschüttert hatten. Der Longplayer erreichte sowohl in den USA, als auch in Großbritannien und Deutschland Platz eins der Charts und wurde mit drei Grammys ausgezeichnet, darunter in der Kategorie "Bestes Rockalbum des Jahres".

Ein weiteres weltweites Nummer-Eins-Album folgte drei Jahre später mit "Devils & Dust", das im Vergleich zum Rock-orientierten Vorgänger allerdings wieder deutlich ruhiger ausfiel. Einige der Songs hatte Springsteen bereits vor und während der Entstehung zu "The Rising" geschrieben, sie hatten allerdings stilistisch nicht auf das Album gepasst. Inhaltlich widmete sich Springsteen einem weiteren US-Trauma: so entstand das Titelstück unter dem Eindruck des neuerlichen Irakkrieges. Auf der anschließenden Welttournee verzichtete er auf große Bandbesetzung und bestritt die Auftritte allein mit akustischer Gitarre, Klavier und Harmonium.

Mit "We Shall Overcome - The Seeger Sessions" veröffentlichte Springsteen erstmals in seiner Karriere ein Album mit Coverversionen. Die Aufnahmen alter Folkstücke und Traditionals, die der 1919 geborene Pete Seeger bekannt gemacht hatte, waren in den Jahren 1997, 2005 und 2006 im Rahmen von jeweils eintägigen Aufnahmesessions im Wohnzimmer und Flur seines Farmhauses entstanden. Als Instrumente kamen dabei u.a. Banjo, Fiddles, Gitarren, Bläser und Waschbrett zum Einsatz. Trotz der inhaltlichen und musikalischen Abkehr vom gewohnten Springsteen-Style wurde "We Shall Overcome - The Seeger Sessions" weltweit zu einem großen kommerziellen Erfolg. Das Album platzierte sich weltweit in den Top 5 der Hitlisten. Auch die anschließende Tour mit 17-köpfigen Band wurde zum Triumph.

Fünf Jahre nach "The Rising" spielte Springsteen wieder ein Album mit der E Street Band ein. Die Aufnahmen fanden über einen Zeitraum von acht Wochen im "Southern Tracks Recording Studio" in Altanta in der Besetzung Max Weinberg (Schlagzeug), Garry Tallent (Bass), Roy Bittan (Klavier), Danny Federici (Keyboards), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Clarence Clemons (Saxophon), Steven Van Zandt und Nils Lofgren (beide Gitarre). Wie bereits "The Rising" und "Devils & Dust" entstanden die Songs unter der Regie von Produzent Brendan O'Brien (u.a. Pearl Jam, Incubus, AC/DC). Als eine der größten Herausforderungen sollte sich dabei die Termin-Koordination der verschiedenen Band-Mitglieder entpuppen, u.a. trommelte Max Weinberg unter der Woche tagtäglich als Live-Musiker der TV-Show "Late Night With Conan O'Brien".

Mit "Working On A Dream" erschien im Januar 2009 die vierte Zusammenarbeit mit Produzent Brendan O'Brien. Die Songs entstanden abermals im Southern Tracks Studio in Atlanta, darüber hinaus fanden einige Aufnahmen in New York, Los Angeles und New Jersey statt. Neben der ersten Single "Working On A Dream" enthielt der Longplayer als Bonustrack den Song "The Wrestler", das Springsteen exklusiv für den gleichnamigen Mickey-Rourke-Film geschrieben hatte und der mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Das Album schoss sofort nach der Veröffentlichung auf Platz eins der weltweiten Charts, u.a. auch in Deutschland, den USA und Großbritannien.

Das neue Jahr hielt allerdings noch zwei weitere Highlight parat: der Auftritt in der Halbzeitpause des American-Football-Finales "Super Bowl" am 1. Februar 2009 im "Raymond James Stadium" in Tampa ging als die Performance mit den meisten Zuschauern in die Biographie des Musikers ein. Auch bei den Feierlichkeiten zur Amteinführung Barack Obamas am 18. Januar 2009 trat Springsteen neben anderen Künstlern wie Beyoncé, Mary J. Blige, Bono, Garth Brooks, Sheryl Crow, John Mellencamp, Usher, Shakira, Bruce Springsteen, James Taylor, will.i.am und and Stevie Wonder auf.

Welchen Status Bruce Springsteen bei Musikfans weltweit besitzt, zeigte sich im Herbst 2010: nachdem er die Veröffentlichung mehr als dreißig Jahre zurück gehalten hatte, wurden 21 bis dahin unveröffentlichten Aufnahmen, die während der "Darkness On The Edge Of Town"-Sessions entstanden waren, auf dem Album "The Promise" veröffentlicht. Der Longplayer mit den Archiv-Aufnahmen setzte sich sofort an die Spitze der Media Control Charts und bescherte Springsteen nach "Born In The USA" (1984), "The Rising" (2002), "Devil & Dust" (2005) und "Working On A Dream" (2009) sein fünftes Nummer-Eins-Album in Deutschland.

Drei Jahre nach "Working On A Dream" erscheint nun am 2. März 2012 mit "Wrecking Ball" das neue Album des 20-fachen Grammy-Preisträgers. Die elf Songs wurden von Ron Aniello produziert, Jon Landau übernahm die Rolle des Executive Producers.

"Meine Arbeiten handelten schon immer von der Diskrepanz zwischen der amerikanischen Realität und dem ?Amerikanischen Traum', und der Beschreibung, wie weit die beiden an einem bestimmten Zeitpunkt auseinander klaffen'", erklärte Springsteen dazu. "Auf diesem Album wird die Frage gestellt: ?Kümmern wir uns um unseresgleichen?'. Es werden Szenarien gezeigt, in denen man auf Figuren trifft, die unter den Auswirkungen des Scheiterns der Ideen und Werte zu leiden haben."

"'Wrecking Ball' schien für mich so etwas wie eine Metapher zu sein für das, was sichtbar geworden war", erläutert Springsteen den Albumtitel. "Es ist ein Bild, in dem etwas zerstört wird, um etwas Neues aufzubauen. Die grundlegende Zerstörung einiger amerikanischer Werte und Ideen, die sich über die vergangen dreißig Jahre hinweg zugetragen hat."

"Wenn man sich die Platte anhört, wird auffallen, dass ich viel Folk- und Gospelmusik verwendet habe", sagt er über die stilistische Ausrichtung von "Wrecking Ball". "Die Idee dahinter war, dass die Musik den Kontext herstellt, das dies schon einmal passiert ist, und immer und immer wieder."

"Wenn man sich den z.B. Typen (in dem Song) ?Easy Money' anschaut, er geht auf einen Raubzug", so Springsteen weiter. "Er imitiert die Typen von der ?Wall Street', denn das ist die einzige Möglichkeit, die er kennt. In jedem Song lernt man eine etwas andere Figur kennen. Und am Ende musste ich einen Weg finden, ihre ganzen Geschichten zusammen zu führen. Nicht in erster Linie, um die Frage zu beantworten, die ich gestellt habe, sondern um die Frage an sich in den Vordergrund zu stellen. Die Platte entstand in der Zeit nach 2008. Da gab es kein Gefühl der Verantwortlichkeit, und das ging schon viele Jahre so."

Für Mai stehen drei Deutschlandkonzerte auf Bruce Springsteens Tourplan:
25.05. Frankfurt, Commerzbank-Arena
27.05. Köln, RheinEnergieStadion
30.05. Berlin, Olympiastadion

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