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Kasabian

All killer, no filler

05.05.2017

Bowie, Prince, George Michael, Brexit, Trump… schaut man auf die Schlagworte, die das Jahr 2016 geprägt haben, so lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Es war alles andere als ein gutes Jahr. Es sei denn, man heißt Serge Pizzorno. "Ich war rundherum glücklich", erinnert sich der Kasabian-Gitarrist/Songwriter/Sound-Schamane. "Ich habe geheiratet, Leicester City ist englischer Meister geworden und ich habe mein bisher bestes Album geschrieben!" Serge hat allen Grund dazu, gute Laune zu haben. 

Ein Album, zwölf Songs, die es im besten Sinne in sich haben

Das Album ist ein musikalischer Straight Flush, ein starker Song folgt auf den nächsten, es könnte gut und gerne auch ein Greatest-Hits-Album sein. Müsste man aus den Songs des Kasabian-Gesamtrepertoires eine Start-Elf aufstellen, jeder der Kandidaten von "For Crying Out Loud" würde Bandklassiker wie "Club Foot" locker weggrätschen, "Fire" mit einem harten Tackling aus dem Spiel nehmen und "Empire" am Trikot zu Boden reißen, um den verdienten Platz im Team einzunehmen.  

Vielfalt, straighter Rock und Humor werden groß geschrieben

Stell dir einmal vor, die Beastie Boys würden beim wilden Pogotanzen in die Electro-Duo Justice rasseln, deren Bier verschütten und dann zusammen nach draußen gehen, um "die Sache zu regeln": Genau SO klingt der Album-Opener "Ill Ray (The King)", der die Tür zu "For Crying Out Loud" mit roher Stehtribünen-Attitude auftritt. Eine krawallige musikalische Eruption, die den Hang zur Selbstüberschätzung großer HipHop-Diss-Tracks aufgreift und mit einer Handvoll Leicester-spezifischer Frotzeleien anreichert. 
 
Der New-York-Punk-Funk-Fun-Track "You’re In Love With A Psycho" ist ein guter Beleg für den Kasabian eigenen Humor. Der Song ist fast schon absurd eingängig und handelt davon, wie man nach einem langen Ausgeh-Abend vor einem "Bargain Booze"-Laden steht und sich die Pommes Frites mit jemandem teilt, von dem man nicht genug bekommen kann, der sich nach ein paar Drinks aber immer wieder als ein extrem schwieriger Charakter herausstellt. 
 
Serge ließ sich zudem zu einem altmodischen 12-Inch-Style-Partytrack namens "Are You Looking For Some Action" hinreißen, in dem der "One Nation Under A Groove"-Vibe abbricht und man plötzlich hinunter in einen Kaninchenbau voller ESG-inspirierter Basslines, Piano-House-Riffs und quietschendem Roxy-Music-Saxophon gesogen wird. 

Dieser kleine Einblick ist euch gewährt. Klingt eigentlich ziemlich genau wie das, was man 2017 braucht. Wer wissen will, wie das Ganze tatsächlich klingt, sollte sich das gute Stück gleich besorgen!

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