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Biographie

Als wir sie das letzte Mal sahen, standen sie auf einer Bühne. In welchem Monat und in welcher Konzerthalle das war? Keinen Schimmer. Wir erinnern uns nur noch daran, wie die Band ein Publikum in Begeisterung versetzte, das ihr zu Beginn noch mit einiger Skepsis begegnet war. Ihre Mittel? Charmante Naivität, prachtvolle Stadion-Hymnen, ein ansteckendes Selbstbewusstsein und entwaffnende Frische.

Und die Bühne ist für The Dodoz auch jener Ort, an dem alles begann. "Nach der Veröffentlichung unseres ersten Albums waren wir intensiv auf Tour. Das zweite Album entstand dann quasi live, wir integrierten die neuen Songs nach und nach in das Set ein und verbesserten sie kontinuierlich bei den Konzerten. Wir lernten sehr viel dazu, wie man Songs schreibt. Wir wurde erwachsener und versuchten, einen Schritt zurückzutreten und unser Tun mit etwas Abstand zu betrachten." Stichwort "Reifeprozess". Die Entwicklung war allerdings unausweichlich: wenn man mit Big Names wie Franz Ferdinand, Babyshambles und Siouxsie auf Tour geht, ist man geradezu gezwungen, etwas schneller erwachsen zu werden als andere Bands. Nicht zu vergessen ihre Teilnahme an einigen der größten Festivals (Solidays, Francofolies, Paléo, Art Rock). Während ihr erstes Album im Zeichen der Jugend und des Heranwachsens stand - die Lebensphase der Wildheit und der Notwendigkeit, auch mal die Sau raus zu lassen, während das Leben kontinuierlich an Fahrt aufnimmt - findet sich die Band mit dem zweiten Album in der Welt der jungen Erwachsenen wieder. Man wird sich allmählich bewusst, was man bereits erlebt und erreicht hat, im Herzen ist man noch jung, doch das Bewusstsein, welche Fehler es zukünftig zu vermeiden gilt, ist bereits geschärft.

"Diese Platte - oder zumindest die Hälfte davon - ist völlig anders, als wir uns das bei den Vorgesprächen vorgestellt hatten. Es sind viele Songs mit Pop-Appeal darauf, die in das bewährte Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Muster passen. Früher wollten wir unbedingt alle technischen Fähigkeiten, die wir haben, auf jedem Track zum Einsatz bringen. Die Ironie: wir nahmen alles auf Tape auf und das hätte eigentlich ziemlich nach ?Garage' klingen können, aber es klingt wesentlich stärker ?produziert' als das erste Album, aber das ist es eigentlich nicht."

Das neue Album trägt den Titel "Forever I Can Purr". Jules, Adrien, Géraldine und Vincent können es noch nicht ganz fassen, dass es auf Dylans Label erscheint und dass sie in den Vorzug kamen, die Dienste von Mike Crossey angeboten zu bekommen, der bereits mit den Arctic Monkeys und den Foals gearbeitet hatte - essentielle Bands in ihrer Rock'n'Roll-Erziehung. Doch der Band war es wichtig, den Gang- bzw. Familien-Spirit zu erhalten, deshalb betrauten sie Peter Murray, der den Dodoz von Anfang an zur Seite gestanden hatte, mit der Produktion. All dies kommt allerdings nicht sonderlich überraschend. Schon immer stach die Formation unter dem Gesamtangebot junger Bands hervor, bewies ein ums andere Mal, dass sie (neben vielen anderen Dingen) über das notwendige, unschuldige Charisma und eine Vielzahl an catchy Songs verfügt, die man für eine lange Karriere benötigt. Dieses zweite Album ist wichtig und das wissen sie. Doch das Ergebnis wird dem Druck und Erwartungen mehr als gerecht.

"Wir schreiben unsere Songs zu Hause, alleine. Dann schicken wir den anderen unsere Ideen und wenn wir uns treffen, kommt der Live-Aspekt ins Spiel. Wir verwenden im Studio keine Instrumente, die wir auf der Bühne nicht spielen können. Als nächstes kommt dann wie gesagt die Live-Performance. Sie ist ein wichtiger Teil des kreativen Prozesses. Einige Stück, wie z.B. die erste Single ?Ghost', waren allerdings nicht das Ergebnis einer Live-Performance." "Ghost" ist eine Überraschung - so wie auch der Rest des Albums. Was an den Dodoz bereits früh auffiel, war die Art und Weise, wie sie scheinbar unvereinbare Elemente zu großartigen Stücken vereinen und hier und da kurze, prägnanten Eskapaden in unbekannte musikalische Richtungen unternehmen. Diesmal sind die Dinge etwas direkter. Es ist viel mehr Pop - mit allen Begleiterscheinungen hinsichtlich Eingängigkeit und Popularität. Die Musik ist außerdem wesentlich mutiger. Neben der Single "Ghost" fällt dies u.a. beim wilden "Death In The Pocket Of His Coat" auf, oder beim HipHop-beeinflußten "Black Emperor", das den Eklektizismus der Band unterstreicht. Dann gibt es da noch das catchy "Dum Dum", das düstere, fast schon ungesund klingende "Liar" und das an Television erinnernde "Stroke My Curls". All das findet sich auf "Forever I Can Purr".

"Als wir die Band gründeten, wollten wir in erster Linie, dass Leute einfach zu unseren Konzerten kommen, weil sie unser Name neugierig macht. Und ein Album veröffentlichen. Das haben wir gemacht und wir waren happy. Aber dann träumt man von mehr. Zur Zeit wollen wir gerne in die Vereinigten Staaten. Das wäre genial". Man muss sich diesbezüglich wohl keine allzu großen Sorgen machen, sie werden dort früher oder später ganz gewiss hinfahren. Doch auch wenn die Veröffentlichung eines Albums das ursprüngliche Ziel war, das Erscheinen eines zweiten ist nicht nur das Tüpfelchen auf dem i. Es wurde akribisch geplant und mit großem Enthusiasmus umgesetzt. Und nun ist es fertig. The Dodoz haben ihren neuen Traum verwirklicht. Und der nächste wird unweigerlich noch größer, noch gewagter und noch glanzvoller. So wie "Forever I Can Purr". Groß. Gewagt. Glanzvoll.

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