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Biographie

Biografie 2019
Raphael Saadiq ist zweifellos einer der größten und klangvollsten Namen in der Geschichte des R&B. Als Songwriter, Produzent, Musiker, Bandmitglied und Solo-Künstler prägte er das Genre in den vergangenen dreieinhalb Dekaden entscheidend mit. Solange Knowles, John Legend, Mary J. Blige, D?Angelo, Ne-Yo und Miguel sind nur einige der Namen, die sich an Saadiq wandten, um seine tief empfundenen Musikalität, seine kreative Vision und sein zeitlos-enzyklopädisches Wissen im Bereich Popmusik für sich zu nutzen und sich davon inspirieren zu lassen.

Der 53-Jährige war in seiner Karriere an der Entstehung von über tausend Songs beteiligt, er erhielt achtzehn Grammy-Nominierungen und wurde dreimal mit dem wichtigsten Musikpreis der Welt ausgezeichnet. Außerdem stehen ein Golden Globe Award, ein BET Award, zwei Soul Train Awards und eine Oscar-Nominierung zu Buche.

Saadiq wurde im kalifornischen Oakland geboren und sang bereits von frühester Kindheit an Gospelsongs in der Kirche, mit sechs begann er mit dem Gitarre spielen. Der Musik- und Bühnenunterricht an der Castlemont High School führte ihn schließlich zu einer Audition bei Sheila E und er wurde Mitglied ihrer Band, die u.a. Prince 1986 auf seiner ?Parade World Tour? supportete.

Nach jahrelanger Praxis-Weiterbildung als Live-Musiker kehrte er nach Oakland zurück und gründete zusammen mit seinem Bruder D?Wayne Wiggins und seinem Cousin Timothy Riley die Formation Tony! Toni! Toné! Die Songs des Trios liefen Ende der Achtziger bzw. Anfang Neunziger im Radio und im Programm von MTV rauf und runter, darunter Hits wie ?If I Had No Loot?, ?Feels Good?, ?Anniversary? und das legendäre ?It Never Rains (In Southern California)?.

Nach vier Platin-Alben war 1997 erst einmal Schluss für Tony! Toni! Toné! und Saadiq gründete 1999 zusammen mit Ali Shaheed Muhammad von A Tribe Called Quest und Dawn Robinson von En Vogue die Urban-Music-Supergroup Lucy Pearl. Im Folgejahr erschien das selbstbetiteltes Album, das Platz 26 der US Chart erreichte und u.a. die Top 40-Single ?Dance Tonight? enthielt.

Im Jahr 2002 veröffentlichte Saadiq mit ?Instant Vintage? schließlich sein erstes Solo-Album, zwei Jahre später folgte der Follow-Up ?Ray Ray?. Ganz besonders angetan waren die Musikkritiker allerdings von seinem 2008er-Album ?The Way I See It?, seiner Hommage an den klassischen Motown- und Philly-Soul. Der 2011 veröffentlichte Longplayer ?Stone Rollin?? fand sich in den Top Ten zahlreicher Jahresbesten-Listen wieder.

Das Online-Magazin Consequence Of Sound sprach in seiner Review vielen aus der Seele: ?Saadiq ist ein wahrer Meister des Soul, der das Genre revitalisiert, alles in seiner Macht stehende tut, um ein nahezu perfektes Album zu erschaffen?. Ähnliche Lobeshymnen erhielt er auch für seine Live-Shows. NPR lobte seinen SXSW-Auftritt im Rahmen der ?Stone Rollin??-Veröffentlichung mit den Worten: ?Eine Soul Revue mit allem Drum und Dran? wenn ein derart cooler Typ so einen Aufwand betreibt, dann ist es einfach nur eine große Freude, sich das anzuschauen.?
Und während sich seine Solo-Karriere immer weiterentwickelte, übernahm Saadiq immer wieder die Rolle des Produzenten bei den Aufnahmen einer ganzen Reihe von Künstlern, darunter Snoop Dogg, Little Dragon, Erykah Badu und Stevie Wonder. Er ist der klassische ?musician?s musician?, der von Superstars wie Justin Timberlake, Elton John, Mick Jagger oder Lady Gaga gefragt wird, bei großen Events und Projekten Bass zu spielen, darunter Lady Gagas unvergessliche David Bowie-Hommage bei den Grammy Awards 2016. Auch als (Co-)Songwriter zählt Saadiq zu den gefragtesten Fachkräften, u.a. schrieb er an Karriere-definierende Hits für D?Angelo (?Untitled (How Does It Feel)?) und Solange (?Cranes in the Sky?) mit und seine eigenen Songs wurden bereits von Ed Sheeran bis Drake gecovered und gesampled.

Im Jahre 2012 wurde Raphael Saadiq vom Time Magazine in der die Liste der ?100 einflussreichsten Personen? aufgenommen. 2017 erhielt er eine Oscar-Nominierung in der Kategorie ?Best Original Song? für das Lied ?Mighty River? aus dem Film ?Mudbound?, das er zusammen mit Mary J. Blige geschrieben hatte. Außerdem war er Musical Director der Oscar Award Show. Er ist ?Composer in Residence? der erfolgreichen Issa Rae-Show ?Insecure? von HBO.

Am 23. August erscheint nun sein neues Solo-Album ?Jimmy Lee?. Es ist ein sehr persönliches Konzept-Album, das sich den Themen Abhängigkeit und Haft widmet ? inspiriert vom Kampf seines Bruders gegen die Sucht. Die Texte beschreiben das Leben als Ritt auf der Rasierklinge, wenn die Suche nach Vergnügen zu einem Weg in eine Welt von Leid und Schmerz wird. ?Jimmy Lee? ist die gleichermaßen brillante, klare und einfühlsame Arbeit eines Meisters auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Die Aufnahmen fanden in den Blakeslee Recording Studios in North Hollywood statt, neben Saadiq waren u.a. Brook D?Leau, Kendrick Lamar und Ali Shaheed Muhammad an der Entstehung der Songs beteiligt. Nach Auftritten beim ?Roots Picnic? und als Headliner des ?Afropunk Paris? im Juli unternimmt er im Herbst eine Welttour.

?Jimmy Lee? führt den Zuhörer von Saadiqs Heimatstadt Oakland/Kalifornien zur New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island. Er berichtet vom täglichen Kampf mit der Sucht und der Inhaftierung, beschreibt sowohl den Thrill als auch die Fallgruben, die er während des gesamten Lebens seines Bruders miterleben musste. Das Album skizziert das moderne Leben in all seinem Überschwang, seiner Zerstörung und seinen Konsequenzen. Musikalisch vereint ?Jimmy Lee? betörenden Funk, mitreißenden Gospel und aufrüttelnden Protest-Soul.

Biografie "Stone Rollin'"
"I can see my name written across the sky" ("Ich kann meinen Namen am Himmel geschrieben sehen"), singt Raphael Saadiq im Song "Go To Hell" aus seinem phantastischen neuen Album "Stone Rollin'" zu den Klängen einer B3-Orgel, knallenden Becken und sphärischen Streichern. "Victory is near... I can feel it getting closer, closer every day". ("Der Sieg ist nah... Ich fühle ihn näher kommen, jeden Tag näher.")

Seit Saadiqs frühen Tagen als Teil des bahnbrechenden Soul-Trios Tony! Toni! Tone! in den Achtziger Jahren hält der Sänger, Songwriter, Produzent und Grammy-Preisträger die Flamme des Old-School-R&B am Leben. Neben seinen von der Kritik gefeierten Soloalben "Ray Ray" und "Instant Vintage" (für fünf Grammys nominiert) hat Saadiq in den letzten zwei Jahrzehnten auch hinter den Kulissen als gefeierter Produzent und musikalischer Partner für große Künstler wie D'Angelo, John Legend, Joss Stone, The Roots, A Tribe Called Quest, Stevie Wonder, The Bee Gees, The Isley Brothers, Mary J. Blige, TLC, Whitney Houston, Snoop Dogg, Earth, Wind and Fire und viele andere auf sich aufmerksam gemacht. Heute, auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, ist Saadiq endlich bereit, den Ruhm für sich allein in Anspruch zu nehmen; mit seinem Album "Stone Rollin'".

Vor einigen Jahren unterzeichnete Saadiq einen Vertrag bei Columbia Records. "Als ich den Vertrag bei Columbia unterschrieb, wussten sie, dass ich einige Platten produziert hatte, aber sie kannten mich nicht als Solokünstler", erklärt er. Aber als Label-Guru Rick Rubin Saadiq in seinem Homestudio besuchte, warf ihn um, was er hörte. "Er riet mir, mich nicht in eine Schublade stecken zu lassen", sagt Saadiq. "Ich muss einfach ich selbst bleiben. Du musst deinen eigenen Weg gehen. Ich bin noch nie den einfachsten Weg gegangen, aber heute bin ich dabei noch kompromissloser." Seine Instinkte haben sich ausgezahlt. Saadiqs Debütalbum für Columbia, "The Way I See It" aus dem Jahr 2008, brachte vier Singles hervor, die in die Billboard R&B-Charts einstiegen und wurde für drei Grammys nominiert, unter anderem als Bestes R&B-Album. "Es hat mich auf jeden Fall überrascht, welches Ausmaß das alles angenommen hat", sagt er.

"Stone Rollin'" - geschrieben und produziert von Saadiq, der auf den meisten Stücken auch noch Bass, Mellotron, Keyboard, Gitarre, Perkussion und sogar Schlagzeug spielt - ist noch stärker, eindringlicher und mutiger als sein Vorgänger. Die Songs stehen in klassischer R&B-Tradition und sind eine Hommage an Saadiqs Helden wie Chuck Berry, Stevie Wonder, Little Walter und Sly Stone. Dabei hinterlässt Saadiq aber seine eigene, zeitgemäße Note, die von seinen jüngsten Erfahrungen auf Tour sowie den Indie-Bands, die in Dauerschleife auf seinem iPod laufen, beeinflusst ist. "Ich möchte ein Old-School-Künstler sein, aber mit einer futuristischen Note", sagt er.

Nach einem denkwürdigen Zusammenschluss mit Rick Rubin fühlte sich Saadiq gestärkt und schwor sich, seine Solokarriere ohne Kompromisse zu verfolgen. Und so erklärt er sich, warum The Way I See It so einen allgemeinen Anklang gefunden hat. Mit der Veröffentlichung dieses Albums hat sich Raphael Saadiq wirklich einen Namen als Live-Künstler gemacht. Alte und neue Fans kamen in Scharen zu seinen Shows bei Festivals in ganz Europa und den USA - darunter Bonnaroo, Austin City Limits, Lollapalooza, South by Southwest und Vodoo Experience.

"Stone Rollin'" entstand auf Tour und wurde in Saadiqs Studiokomplex Blakeslee Recording Company in Los Angeles aufgenommen, nur einen Steinwurf vom Hollywood Bowl entfernt. "Verdammt, ich lebe fast in diesem Studio", sagt er. Saadiq schrieb die mitreißende Eröffnungsnummer "Heart Attack" in Frankreich, inspiriert von Sly-Stone-Stücken wie "Dance To The Music" und "M'Lady" (Saadiq wuchs in East Bay auf, wo auch die Family Stone gegründet wurde). "Ich wollte das Album mit etwas Bedeutsamen beginnen, mit diesem globalen Gefühl von Soul und Rock & Roll", sagt er. "Nachdem ich so viel Spaß auf Tour hatte, wollte ich ein Album machen, das ich auch live spielen kann." Es folgt das herausragende Stück "Go To Hell", bei dem seine Studiomusiker von einem engelsgleichen Chor begleitet werden, der in das Mantra "Let Love Keep Us Together" verfällt, während Saadiqs Gesang den Stevie Wonder der Siebziger Jahre wiederaufleben lässt. "Ich schreie einfach meine Gefühle heraus", sagt Saadiq.

"Stone Rollin'" hat eine ganze Reihe von hochrangigen Gastmusikern zu bieten: Robert Randolph kam im Studio vorbei und lieferte einige Steel-Gitarrenparts für den Song "Day Dreams" ab, dem Saadiq einen Hauch von Dixieland verleiht. Auf "Just Don't" tritt eine von Saadiqs Lieblingskünstlerinnen aus der Indie-Rock-Szene auf: die schwedisch-japanische Sängerin Yukimi Nagano von der Band Little Dragon. "Sie hat einige großartige Gesangsparts beigetragen", sagt er. "Bei diesem Song hatte ich auch die Möglichkeit, mit einem meiner Helden zu spielen, Larry Dunn von Earth, Wind and Fire. Er spielt Klavier und steuert ein episch-langes Moog-Solo bei. Darum ist der Song so lang; ich wollte ihm Raum geben und ihm auf meinem Album den Respekt erweisen, den er mit Sicherheit verdient."

Saadiq hatte den Wohlfühl-Rock'n'Roll von Chuck Berry im Kopf, als er "Radio" schrieb. "Ich wollte schon immer so etwas wie Chuck machen", sagt Saadiq. Ein weiteres herausragendes Stück in der Sammlung ist der Song "Good Man", der es auf geniale Weise versteht, den Soul der guten alten Zeit mit einer umwerfenden Hip-Hop-Hookline zu kombinieren. Der Gesang stammt von Taura Stinson, die den Song auch mitgeschrieben hat.

"Es wird großartig werden, dieses Album live zu spielen", sagt Saadiq. Bis es so weit ist, nutzt er die Zeit für Vorbereitungen. Jeden Morgen fährt er direkt nach dem Aufwachen mit dem Fahrrad zur nahegelegenen High School um dort einige Bahnen zu laufen. "Um mich fit zu machen für die Tour".

"Ich weiß nicht, wie es zu dem Titel "Stone Rollin'' kam", sagt Saadiq "Der kam eines Tages einfach so aus mir heraus, aber er passt perfekt zu meiner jetzigen Situation. Ich fühle mich wie ein ins Rollen gebrachter Stein, ich fühle mich bereit zu rocken. Ich bin bereit. Wirf mich irgendwohin und ich werde es tun. Ich habe wirklich ein gutes Gefühl, was dieses Album betrifft".

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