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Biographie

Legenden des Ostrock : Die Puhdys

Vor Jahren, als die Rocker prophezeiten: "Wir rocken bis zur Rockerrente", da hielten das viele für einen PR-Gag, mancher vielleicht auch für eine Drohung. Längst aber ist klar, dass es ein ernstgemeintes Versprechen war.

Die Puhdys waren seit ihrem ersten Auftritt im Freiberger "Tivoli" am 19.11.1969 landauf, landab unterwegs, geschätzt von den Veranstaltern, weil die Band eine Garantie für volle Häuser und gute Stimmung war, gefeiert von den Fans, weil sie die Musik der Puhdys lieben - bewundert auch von Kollegen, die wissen, was die 47 Bühnenjahre bis 2016 an Arbeit, Disziplin, Einfallsreichtum und Ausdauer abverlangen. Man rätselt verschiedentlich, worin dieser langandauernde Erfolg eigentlich begründet sein könnte. Da ist die Rede von musikalischer Unkompliziertheit, von einfacher Sprache, von lebensnahen Themen und Botschaften, auch von stimmlicher Unverkennbarkeit, von Musiker-Persönlichkeiten und Glaubwürdigkeit. Mancher schwafelt auch von Nostalgie und versteht die Welt nicht mehr. Andere sehen darin eher den Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls, das Bekenntnis zu einer Sicht auf die Dinge des Lebens, die viel mit Ehrlichkeit, mit Moral, Identität und Integrität, auch mit Widerstand gegen Vereinnahmung zu tun hat. Vielleicht - wird vermutet - spielt all das eine Rolle, mal das eine, mal das andere. Mehr oder weniger. Einig sind sich alle, dass da etwas Besonderes sein muss, was die Puhdys auszeichnet. Ihr Auftreten ist aufrichtig und echt, sie nehmen ihre Fans, aber nicht sich selbst so ernst und sind jederzeit für einen Spaß zu haben. Das alles zusammen macht die Puhdys zu dem, was sie sind: eine der erfolgreichsten Bands in Deutschland - ein Phänomen.

Musikalisch orientierten sie sich zu Beginn ihrer Karriere an englischen Hardrock-Bands wie Slade oder Uriah Heep. Ihre Texte allerdings boten immer wieder Raum für verschiedene Interpretationen: "Alt wie ein Baum" musste man zum Beispiel schon werden, um die DDR verlassen zu dürfen. Die Puhdys, das waren zuletzt: Dieter "Maschine" Birr (Gitarre, Gesang), Peter "Eingehängt" Meyer (Keyboards), Peter "Bimbo" Rasym (Bass), Dieter "Quaster" Hertrampf (Gitarre, Gesang) und Klaus Scharfschwerdt (Schlagzeug, Perkussion). Die Karriere der Puhdys war einmalig für eine Ex-DDR Band. 33 Alben haben sie veröffentlicht und sie tourten durch mehr als 20 Länder. Sie landeten unzählige Hits des Jahres, darunter "Türen öffnen sich zur Stadt" (1972), "Wenn ein Mensch lebt" (1974), "Lebenszeit" (1976), "Doch die Gitter schweigen" (1979), "Hey, John" (1981) und "Rockerernte" (1984). 1973 lieferten die Puhdys den Soundtrack für den Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula", der die Puhdys auf Anhieb populär machte und ihnen den Weg für ihre außergewöhnliche Karriere ebnete. Hinzu kammen zahlreiche Nummer-Eins-Plazierungen in den damaligen DDR-Hitparaden "Beatkiste" und "Tip-Disco" beim legendären Sender DT64. Die Jahresauswertungen der DDR verzeichneten seit dem ersten Puhdys "Hit des Jahres" kein Jahr in dem die Puhdys nicht mit mindestens einem weiteren Titel in den Top Ten gelistet waren.

Bereits zum 40. Jubiläum produzierte die Band mit "1969-1999 Zwanzig Hits aus dreissig Jahren" einen ersten Überblick über die wichtigsten Stationen der Karriere. Dafür haben die Puhdys zwei brandneue Songs aufgenommen, acht Hits wurden neu produziert und zehn Original - Versionen digital überarbeitet. Das Album hielt sich im über acht Wochen in den Charts. Neben diesem Album haben die Puhdys im Jubiläumsjahr 1999 auch noch den Longplayer "Wilder Frieden" veröffentlicht, der schnell die Top 30 der Medial Control Album Charts erreichte. Sie wurden mit der "Goldenen Henne" - einem begehrten Medienpreis - geehrt und spielten ihr 3.000 Konzert am 16.09. vor 22.000 begeisterten Fans in der ausverkauften Waldbühne in Berlin. Im Jahr darauf folgte die Nominierung für die "Goldene Stimmgabel" als erfolgreichste deutschsprachige Band. Die Puhdys gingen auch 2000 weiter ungewöhnliche Wege und gaben Konzerte in Jugendvollzugsanstalten und sensibilisierten gleichzeitig die Öffentlichkeit mit ihrer Single "Wut will nicht sterben" (mit Till Lindemann von Rammstein) für das Thema Jugend und Gewalt. 2001 fragten sie dann mit ihrem nächsten Album "Zufrieden?" den Stand der Dinge ab, was ihnen erneut ein Chartplatzierung, diesmal sogar in den Top 25, einbrachte und beschloßen sodann das Jahr besinnlich mit ihrem ersten Weihnachtsalbum "Dezembertage".

So ging es bis ins Jahr 2016 weiter, wo es nun scheinbar doch langsam in die "Rockerrente" geht, wenn man der Bandankündigung künftig nicht mehr gemeinsam spielen zu wollen diesmal Glauben schenken will, haben sie doch bereits zum längst verwelktem 20-jährigem Jubiläum 1989 das erste Mal ihren Abschied von der Bühne verkündet, der 1992 dann mit dem Album "Wie ein Engel" und einer großen Tour unter dem Jubel der Fans vergessen wurde. Auch heute wieder scheinen die Puhdys ihre Herzen nicht ganz von der Musik und den Fans abwenden zu können und touren trotz ihrer offiziellen Verabschiedung in 2015 auch 2016 im Rahmen der Rock-Legenden Tour 2016 bereits wieder für 21 Konzerte kreuz und quer durch Deutschland Ost und West.

Aufgestiegen aus den Übungskellern der Udo-Wendel-Combo (so der Name der Vorgängerformation aus der sich dann die Puhdys bildeten) haben sie die Rockmusik in der DDR maßgeblich geformt und sind damit zweifelsohne die Miterfinder des inzwischen zur Marke gewordenen Ostrocks. Mehr noch, die Puhdys wurden bereits mit ihren ersten Alben auf im Westen veröffentlicht und absolvierten ausverkaufte Tourneen durch die BRD lange bevor andere DDR Bands den Grenzzaun passieren dürften. 1978 bereits waren sie auch im Westen so beliebt, dass sich das Fernsehen für sie interessierte und für die Sendung "Rock Pop" ein Puhdys Konzert in München aufgezeichnet und ausgestrahlt wurde und 1985 spielten sie zur Veröffentlichung ihres Meilenstein Album "Das Buch", das zu recht in der DDR zum "Album des Jahres" avancierte vor 120.000 Zuschauern in Lissabon.

Mit inzwischen über 22 (!) Million verkauften Tonträgern sind die Puhdys, die zu DDR-Zeiten 12x zur beliebtesten Rockband des Landes gewählt wurden, die wahre Gallionsfigur unter den Legenden des Ostrock, die nun, 2016 den Ritterschlag erhält.

Der Deutsche Musikpreis ECHO in der Kategorie " Lebenswerk" geht 2016 an die Puhdys.

"Die Puhdys haben mit ihrer unglaublichen Karriere wie kaum eine andere Band deutlich gemacht, dass Deutschlands Rockgeschichte nicht nur im Westen geschrieben wurde und wird", so BVMI-Vorstandsvorsitzender Prof. Dieter Gorny. " Ihre Musik hat Grenzen überwunden, die einst als unüberwindbar galten und im persönlichen Lebens-Soundtrack von Millionen von Menschen in ganz Deutschland wegweisende Spuren hinterlassen. Auch heute begeistern die Puhdys mit der Überzeugungskraft ihrer Musik, ihrer künstlerischen Leidenschaft und ihrer persönlichen Integrität und Authentizität. Die deutsche Rockgeschichte ist ohne diese Band schlicht nicht vorstellbar."

Die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), ehrt das Berliner Quintett als eine Band, die mit ihren Liedern legendäre Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Rockmusik geleistet hat. Songs wie "Alt wie ein Baum", "Ikarus" oder " Wenn ein Mensch lebt" gehören zum Kanon der deutschen Rock-Klassiker und haben bis heute für viele Menschen identitätsstiftende Bedeutung. Nicht erst seit der Wiedervereinigung ist die einst erfolgreichste Rockgruppe der DDR ein gesamtdeutsches Phänomen.

AMIGA präsentiert mit der hier vorliegenden Doppel-CD "Echo einer Lebenszeit" den ultimativen Rückblick auf dies großartige Lebenswerk. Das mit dem Echo ausgezeichnete Puhdys Lebenswerk wird hier anhand ihrer bekannten Hits und der beliebten wichtigsten Werke der gefeierten Ostrock Legenden vorgestellt. Damit wird beeindruckend hörbar, welch mitreißendes Lebenswerk die Puhdys geschaffen haben und dass es letztlich nur eine Frage der Zeit war, bis Ihnen dieser Award zugesprochen werden musste. Eine hochverdiente Auszeichnung für eine meisterliche Lebenszeit als Rockgruppe.

Erleben Sie so unvergängliche Hits wie "Lebenszeit", "Wenn ein Mensch lebt", "Was bleibt", "Alt wie ein Baum", "Erinnerung", "Doch die Gitter schweigen", "Geh zu ihr", "Wenn Träume sterben", "Melanie", "He, John", "Rockerrente", "Ikarus", "Wilde Jahre" oder "Das Buch", um nur einige wenige aus der großen Auswahl zu nennen.

Für Puhdys Fans gibt es außerdem seit April 2016 erstmals wieder eine Vinyl LP der Band im Handel. Das Album des Jahres von 1984 in einer 180g Edition auf blauem Vinyl.

Die legendären Jubiläumskonzerte erstmals auf DVD

Zum 10. Jubiläum 1979 zeigten die Puhdys im "alten" Berliner Friedrichstadtpalast an 3 Tagen, wo der "Rock'n'Roll-Hammer" hängt. Die Highlights aus den Konzerten mit ihrer beeindruckenden Atmosphäre werden nun erstmals als DVD veröffentlicht. Als nach den 3 tollen Tagen der Palast abgerissen werden musste, war die Geschichte des Ostrock um eine Legende reicher.
Die Stadthalle in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) steht zwar noch, aber auch das Konzert 1984 zu 15 Jahre Puhdys zeigte einmal mehr, wer die Nummer EINS in Sachen Rockmusik der DDR war. Fan-Hymnen wie "Doch die Gitter schweigen" oder der Opener des bis dahin erfolgreichsten Albums "Computer-Karriere" sorgen für exzellente Stimmung. Auch dieses Ereignis findet sich hier erstmal auf DVD wieder.
Abgerundet wird das 3er DVD Paket mit den bislang unveröffentlichten Konzertausschnitten der Tour zum 20. Jubiläum incl. der Höhepunkte aus 20 erfolgreichen Jahren. Das Tour Motto "20 Jahre und kein bisschen leiser" könnte nicht besser gewählt sein. Von "Alt wie ein Baum" und "Lebenszeit" bis zu "Lied für Generationen" feiern jede Menge bisher ungesehene Live Klassiker hier ihre DVD Premiere.

Jetzt erstmals und nur auf AMIGA DVD erhältlich. Der "Heilige Gral" für alle Puhdys Fans und unsere Produktempfehlung.

Hier geht es zum Trailer der DVD
https://youtu.be/LVqMlCDIaKk

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