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Biographie

Biografie
Swing hätte ihm wohl niemand zugetraut. Und doch ist es nahe liegend, dass Paul Young am 13. Oktober dieses Jahres ein Album vorlegt, in dem er große, fast schon heilige Hits der Pop- und Rockmusik in ungewohntem Gewand präsentiert. "Ich bin ein großer Fan von Swingmusik", sagt Paul Young. "Ich habe eine ziemlich umfangreiche Plattensammlung mit Alben von Sinatra, Nat King Cole, Tony Bennett und weniger bekannten wie Jesse Belvin. Es erschien mir daher völlig natürlich, ein Album wie ?Rock Swings - On The Wild Side Of Swing' aufzunehmen."

Und zu diesem Zweck hat er sich mit einigen der besten Swing- und Jazz-Musiker zusammengetan: mit Steve Sidwell der schon Robbie Williams legendäres Konzert in der Royal Albert Hall leitete und für die Arrangements auf dessen Album "Swing When You're Winning" zuständig war; mit Simon Clarke, der Bands wie The Beautiful South oder Blur und Sänger wie Rufus Wainwright oder David Gray betreute, wenn es um die richtige orchestrale Untermalung ging und mit dem deutschen Produzenten Dieter Falk, der Katja Ebstein, Pur und Patricia Kaas zum Erfolg führte.

"Rock Swings - On The Wild Side Of Swing" ist die Fortsetzung einer Reihe, die mit Paul Ankas 2005 erschienener Hommage an Frank Sinatra begann und durch eine außergewöhnliche Mischung besticht. Die Tracklist von Paul Youngs Album ist ebenso eindrucksvoll wie überraschend. 13 Stücke, darunter bekannte Coverversionen wie "Tainted Love" oder "White Christmas", aber auch "Jean Genie" von David Bowie, "Why Does It Alwasy Rain On Me" von Travis, "Enter Sandman" von Metallica und "Lose Yourself" von Eminem.

"Es war uns sehr wichtig, ungewöhnliches Material mit aufzunehmen, um so eine gute Mischung zu erzielen. Und die Idee, zum Beispiel ?Enter Sandman' zu bearbeiten, hat mir gleich gefallen. Ich hab einfach den Text genommen und dachte beim Lesen, wenn man sich die Heavy-Metal-Musik wegdenkt, dann ist das nichts anderes als ein Wiegenlied, wenn auch ein dunkles. Der Horror ist immer noch da, nur abgeschwächt. Es war eine Herausforderung, sich einem Song wie diesen anzunehmen, aber es macht Spaß, wenn die Leute ein Lied plötzlich ganz anders wahrnehmen und kaum glauben können, dass es sich dabei eigentlich um einen Rocksong handelt."

Paul Young, der in diesem Jahr fünfzig geworden ist, besitzt das seltene Talent, bekannte Songs bekannter Songwriter so klingen zu lassen, als stammten sie von ihm, als hätte es kein Original gegeben, auf das sich seine Interpretation bezieht. Anfang der Achtziger veredelte Youngs unverwechselbar weiche Falsettstimme Marvin Gayes "Wherever I Lay My Hat (That's My Home)". Und schon auf seinem ersten Album "No Parlez" von 1983, das Platz eins der deutschen und britischen Charts erreichte, scheute er nicht vor gewagten Coverversionen zurück und ließ "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division mit einem Mal in einem anderen, weniger düsteren Licht erscheinen.
Seinen größten internationalen Hit landete er 1985 mit Daryl Halls "Everytime You Go Away" vom zweiten UK-Nummer-eins-Album "The Secret Of Association". Der Song schaffte es auch an die Spitze der US-Charts und begründete Youngs Status als einer der bedeutendsten weißen Soulsänger in den Vereinigten Staaten. 1988 sang er anlässlich Nelson Mandelas 70. Geburtstag im Londoner Wembley Stadium "Don't Dream It's Over" von Crowded House, eine Durchhalte-Hymne, die nachträglich wie eine Prophezeiung wirkt. Denn keine zwei Jahre später wurde Mandela aus der Haft entlassen. Und Paul Young zeigte auf seinem Coveralbum "Other Voices", dass Songs wie "Softly Whispering I Love You" von der Gruppe Congregation zu Unrecht vergessen sind und Klassiker wie "A Little Bit Of Love" von Free nicht verstaubt wirken müssen, wenn man sie neu arrangiert.

Einen guten und äußert erfolgreichen Überblick über diese Zeit seines Schaffens bietet das 1991 erschienene Best-Of-Album "From Time To Time", auf dem sich nicht nur alle vorangegangen Hit-Singles befinden, sondern auch einige bis dahin unveröffentlichte Songs, darunter die Rockballade "Senza Una Donna (Without A Woman)" im Duett mit dem italienischen Sänger Zucchero. Das Album erreichte wie schon das Debüt in Deutschland und Großbritannien Platz eins der Charts. In den neunziger Jahren nahm Paul Young mit "The Crossing" (1993) und "Paul Young" (1997) noch zwei Soloalben auf, trat aber verstärkt mit anderen Musikern zusammen in Erscheinung. So reaktivierte er seine alte Band, die Q-Tips, für einige wenige Konzerte in England, nahm mit Vangelis den Titel "Losing Sleep" für dessen Album "Voices" auf, gründete mit Drew Barfield und anderen befreundeten Musikern die Tex-Mex-Gruppe Los Pacaminos und widmete sich seiner Familie, seiner Frau und seinen drei Kindern.

Weil Paul Young niemals wirklich weg gewesen ist von den Bühnen dieser Welt, kann man nicht davon sprechen, dass er jetzt wieder da sei. Und doch hat man das Gefühl, dass er mit seinem neuen Album "Rock Swings - On The Wild Side Of Swing" zurückkehrt an seine alten Wirkungsstätten und gleichzeitig etwas völlig anderes macht. Einerseits beweist er wieder einmal, dass seine Stimme unverwechselbar ist, und er aus Songs, die sich einem in die Gehörgänge gebrannt haben, etwas herausholen kann, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat.
Andererseits überrascht er alle, die ihn zu kennen glauben, mit einer mutigen Songauswahl und einer eigenwilligen Swingkomposition, die selbst wie ein Klassiker wirkt. "Ich hab mich immer als Sänger verstanden, nicht als Songwriter", sagt Paul Young. Und doch ist ihm mit dem eigenen Stück "I'd Better Get My Coat" etwas ganz Besonderes gelungen, ein großartiger Swingsong, inspiriert von Frank Sinatra, gepaart mit viel britischem Humor und Understatement.
"Meine letzte Veröffentlichung als Solokünstler liegt schon eine Weile zurück. Und es ist sehr wichtig für mich, mit einem Album an die Öffentlichkeit zu treten, das anders ist. Viele werden sehr überrascht sein." Dazu zählen wohl vor allem David Bowie, Lou Reed, Elton John, Bruce Springsteen, Don Henley, Eminem und Metallica, denen Paul Young mit "Rock Swings - On The Wild Side Of Swing" seine Ehre und Anerkennung erweist.

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