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Biographie

Um zum Höhenflug ansetzen zu können, müssen Schmetterling zunächst ihre Flügel ausbreiten. Dazu benötigen die wohl putzigsten aller Insekten allerdings auch eine gehörige Portion Mut. Ist die Farbenpracht ihrer Schwingen leuchtend genug, dauert es natürlich nicht allzu lange, bis sie auch den neugierigen Geschöpfen in ihrer Umgebung ins Auge fallen. Und sorgen sie überdies für bezaubernde Klänge, so spitzen sich auch alsbald alle Ohren.

Natürlich: einige sind glücklich und zufrieden damit, auf ihrem eignen kleinen Fleckchen zu verweilen, um es dort mit ihren wunderbaren Farben ordentlich krachen zu lassen. Doch ihre Bewunderer wünschen sich nichts mehr, als dass sie sich aufmachen, um auch andere Gefilde mit ihrem Liebreiz zu entzücken. Und genau dies geschah einem exotischen Geschöpf aus East London, das es schon immer gereizt hatte, einen Schritt weiter zu gehen - also hörte es auf die Rufe und begab sich auf die Reise. Und jetzt, im Jahr 2014, setzt es zum ganz großen Höhenflug an, erforscht eine neue Welt auf größere und mutigere Art und Weise denn je - und nimmt uns mit sich.

Mit dabei ist auch eine Schar legendärer Musik-Ikonen, Sänger, Songwriter und Produzenten, darunter Pharrell Williams, Diane Warren, John Legend und Raphael Saadiq. Doch Paloma Faith ging nicht von sich auf diese "höheren Wesen" zu - sie selbst machten ihr ihre Aufwartung. Pharrell z.B. sang ihr beim Met Ball einen ihrer frühen Songs, "New York", vor, schnappte sich ihr Handy, tippte seine Nummer ein und sagte nur: "Ich bin bereit zu arbeiten". Grammy-Preisträgerin Diane Warren (Cher, Maria Carey, Whitney Houston etc.) rief Paloma wiederholt an, um sie zu bitten, einen Song anzuhören, den sie geschrieben hatte und sich dabei ihre Stimme vorgestellt hatte. (Paloma singt eigentlich keine Songs, die sich nicht selbst geschrieben hat, aber als Warren sie zum x-ten Mal anrief, völlig überraschend am 1. Weihnachtsfeiertag, und ihr den Song am Klavier vorspielte, bevor Paloma überhaupt etwas sagen konnte, kapituliere sie? sie hatte sich sofort in das Lied verliebt.)

Es sind aber auch einige Musiker mit an Bord, die Paloma seit Teenager-Tagen bewundert. John Legends "Ordinary People" sang sie im Badezimmer und bewunderte Raphael Saadiq seit den Neunzigern, als sie ein großer Fan seiner New Jack Swing-Formation Tony! Toni! Toné! war. Dazu kommen diverse Mercury-Rize-nominierte Freunde aus der näheren Umgebung - wie z.B. ihr Londoner Kollege Plan B oder Jessie Ware-Produzent und The Invsible-Frontmann Dave Okumu. Ein Foto ihrer ganzen "Gang" auf einem Haufen ist nach wie vor ihr Herzenswunsch - jene Clique, die ihr das Abheben zum derzeitigen Höhenflug letzten Endes ermöglichte.

Es ist recht offensichtlich, was diese Menschen in Paloma sehen. Spätestens nach den melancholischen Torch-Songs ihres Platin-veredelten, zweiten Albums "Fall To Grace", war aller Welt klar, über welch Talent, Soul, Charme, Charisma und Pfiffigkeit die junge Britin verfügt. Das Mädchen aus Hackney hat die Begabung, ihren persönlichen Musikstil weiter zu entwickeln und die Beziehung zu jener Musik zu vertiefen, die sie ihr ganzes Leben lang über alles liebt: klassischer Upbeat-Soul von den Sechzigern bis zu den Neunzigern, aufgebretzelt für die Party und mit skalpellscharfer moderner Kante.

Doch zuerst musste sich Paloma auf eine physische Reise begeben. Sie beschloss, ihre Heimatstadt zu verlassen und zwei Monate lang anonym in New York zu leben. Sie hörte auf, ihre Haare hochzustecken und ließ den Eyeliner Eyeliner sein. Und sie fing an, wieder Songs aus der Perspektive einen ganz normalen Mädchens zu schreiben - und nicht aus dem Blickwinkel eines BRIT Awards-nominierten Popstars. "Als ich zu ersten Mal nach New York kam, fühlte ich mich wie ein Außenseiter", sagt sie heute. "Ich fühlte mich wirklich unsicher und war ganz weit weg von meiner 'Comfort Zone'. Doch je beschäftigter ich war, desto besser wurde es." Und dann kamen auch die Songs.

Palomas Plan war es, mit dem Stadtbild zu verschmelzen und sich von alltäglichen Emotionen und Erfahrungen inspirieren zu lassen: wie man sich viel zu schnell auf Menschen einlässt, wie man sich als Frau weiterentwickeln muss, wie man Beziehungen wiederbelebt und wie man Liebe und Einsamkeit er- und überlebt. Und ja: einige der Songs sind sehr persönlich, schmunzelt sie. "Wenn jemand sagt, ihre oder seine Platte sei nicht persönlich, dann lügt sie oder er." Ihrer Meinung nach ist es unmöglich, unpersönliche Musik zu schreiben, selbst wenn man über jemand anderen schreibt. "Ich nehme Bezug auf Dinge, die Menschen, die ich kenne, durchgemacht haben, und lege dabei meine eigene Hand ins Feuer. Der Albumtitel offenbarte mich kurz darauf."

"'A Perfect Contradiction' unterscheidet sich sehr ?Fall To Grace'", sagt Paloma. "Die Tonalität ist ganz anders als auf dem letzten Album. Es gibt zwar einige melancholische Momente, aber es ist eher eine ?wenn alles am Arsch ist, scheiß drauf, lass uns tanzen'-Platte." Nicht, dass das etwas Negatives wäre - in der Tat ist es genau das Gegenteil. "Ich gehöre ganz bestimmt nicht zu denjenigen, die allzu sehr auf den schlechten Zeiten herumreiten. Es gibt keine Finsternis ohne Licht, es gibt keine Freude ohne Schmerz. Wenn gerade jemand mit mir Schluss gemacht hat oder ich meinen Job verloren habe, dann gehe ich aus? ich rufe meine besten Freunde an und sage: auf geht's, zieht eure besten Klamotten an, Mädels!"

Palomas "Benchmark-Song" für das Album war Candi Statons "Young Hearts Run Free", dessen Text von großer Trauer kündet, der Gesang jedoch euphorisiert dich und gibt dir Kraft. "Ich habe über Dinge nachgedacht, die hart waren, doch ich feiere sie irgendwie. Wenn du nicht ganz am Boden warst, dann kannst du gar nicht erkennen, wie es ist, wenn man sich total spitze fühlt." Sie scheint zu erglühen, wenn sie das sagt - man kann förmlich fühlen, wie sich ihre Flügel entfalten.

Mit den neugeschriebenen Songs im Gepäck begab sich Paloma nach Los Angeles und Miami, um sie mit einem beherzten Strich Lippenstift und frischem Lipgloss aufzuhübschen. Zum ersten Mal hatte sie das Gefühl, dass sie bei einem Album all jene Freiheiten und Möglichkeiten hatte, nach denen sie sich immer gesehnt hatte - sie konnte mit Menschen arbeiten, die ein Verständnis von Musikgeschichte haben, ganz besonders von der Geschichte des Soul. Neben den Oldschool-Sounds, die sie schon immer bewunderte, wollte sie auch die Musik von Erykah Badu und Jill Scott, den Fugees und N.E.R.D einfließen lassen. Und das Team, das sie um sich versammelt hatte, half ihr dabei. Die Songs sprechen für dich selbst: der knackige, rotzfreche Stomper "Can't Rely On You", der der Zusammenarbeit mit Pharrell entsprang, das treibende, beschwörende "Other Woman", das sie mit Plan B schrieb, der schmutzige Funk von "Take Me", das sie mit John Legend schrieb und das von einem Lover handelt, den Paloma in New York kennen lernte und die toughen Solo-Kompositionen "Impossible Heart" und "Mouth To Mouth". Alle zeigen ein Wesen, das endlich an sich selbst glaubt, abhebt, und der Freiheit entgegen fliegt?

"Dieses Album fühlt sich nach meinem wahren Ich an - jedenfalls fast", sagt sie strahlend. "Und auf komische Art und Weise erscheint es mir, als käme ich nach Hause. Ich habe gelernt, dass wenn du dir Selbstvertrauen beibringst, dann bist du zu weit mehr fähig? und zusammen können wir alles schaffen." Dies ist die Botschaft, die Paloma mit "A Perfect Contradicition" vor allem anderen rüberbringen will - Fans auf der ganzen Welt sollen aus ihren Kokons ausbrechen und ihre wahren, aufregenden Farben erkennen. Sie sollen all die schwierigen Dinge im Leben packen und sie mit in die Lüfte nehmen? und erkennen, welch wunderschöne Schmetterlinge sie immer waren, und immer sein werden.

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