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Biographie

Sieben Jahre und zehn Millionen verkaufte Alben nach ihrem "X Factor"-Triumph ist Leona Lewis wieder zu Hause.

In den vergangenen Jahren hat die Sängerin einen beachtlichen Weg hinter sich gebracht. Riesige Charterfolge für ihre Debütsingle "Bleeding Love" auf beiden Seiten des Atlantiks - und in 33 weiteren Ländern. Top Ten-Platzierungen überall auf der Welt mit ihren beiden bisherigen Alben "Spirit" (das Leona einen US-Chartrekord bescherte: sie war die erste Britin, deren Album die Billboard-Charts auf Platz eins enterte) und "Echo". Grammy- und BRIT Award-Nominierungen. Ein Auftritt mit Jimmy Page bei der Abschlussveranstaltung der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Ihre erste Live-Tour im Anschluss an die Veröffentlichung des zweiten Albums "Echo". Viele Monate verbrachte sie in den Vereinigten Staaten, reiste herum, machte Aufnahmen und eroberte die Herzen der Menschen. Als erfolgreichster UK-Pop-Export ihrer Generation öffnete sie dabei auch für eine zahlreiche weitere britische Künstler diverse Türen.

Für ihr neues Album kehrte Leona Lewis nun zurück zu ihren Wurzeln. Die meisten der Songs für "Glassheart", das unter der Regie von Executive Producer Fraser T Smith (Adele, Florence + The Machine, Plan B) entstand, schrieb sie in ihrer Heimatstadt London. Die Aufnahmen fanden in London, Los Angeles, Denver und in den Studios einiger der besten und hungrigsten Songwriter und Produzenten unserer Zeit statt, darunter Smith, Emeli Sandé und ihr Partner Naughty Boy, Ina Wroldsen, Jörgen Elofsson und Ammo.

Die Zusammenarbeit mit Smith bildete die Basis für die Arbeit am gesamten Album - und trug mit seiner Co-Produktion des Albumopeners "Trouble" sogleich erste Früchte. Das ebenso wuchtige wie hochemotionale Stück, das von Emile Sandé mitgeschrieben wurde, erreichte als Vorabsingle bereits Platz sieben der UK Charts. Der mitreißende "Pop Noir"-Track (man stelle sich vor, Kate Bush sänge mit Massive Attack), an dessen Produktion auch Naughty Boy beteiligt war, funktioniert darüber hinaus auch als perfekte Einstimmung für das folgende Album.

"Kate Bush war definitiv eine Inspiration für einige der Songs auf diesem Album, bzw. die Tonlage, die sie verwendet. Ich wurde von klein an klassisch ausgebildet, ich wollte ja immer Opernsängerin werden! Diese Art Tonlage auf dem Album zu verwenden, war für mich deshalb großartig - mit Oper hat das aber natürlich überhaupt nichts zu tun", stellt sie klar, "aber ich konnte ein wenig die Stimmlage der Kopfstimme mit reinbringen."
Fraser T Smith hatte Leona Lewis bereits vor einem Jahrzehnt kennen gelernt, also sie noch völlig unbekannt war und die beiden gemeinsam an Leonas ersten Demos arbeiteten. "Fraser einzubinden war entscheidend, denn ich wollte, dass das Album wie eine Einheit klingt. Er hat mir wirklich dabei geholfen, dieses Ziel zu erreichen, einen Gesamtkontext zu schaffen. Und er hat sich Zeit zum Experimentieren genommen, um zu schauen, welche Sounds ich verwenden will. Das ist ein Prozess, der einfach Zeit in Anspruch nimmt."

"Es war auch sehr wichtig, einige Zeit zu Hause zu sein", ergänzt sie. Das Album wurde nicht nur in Los Angeles gemastert, es enthält auch Input von einigen Top-Songschreibern der Stadt, u.a. Bonnie McKee (Katy Perry, Rita Ora, Britney) und Kelly Sheehan (Mariah Carey, Karmin). "Ich denke, das Album klingt an manchen Stellen sehr britisch - das liegt an den Einflüssen von zu Hause, und das ist cool", erklärt sie unter Hinweis auf das Dubstep-eske "Come Alive". "Insgesamt klingen die Songs wesentlich abwechslungsreicher, weil ich viel mehr Zeit in Großbritannien verbracht habe."

Dies spiegelt auch der Text und der Sound von "Collide" wider, das als erster Song von "Glassheart" bereits im vergangenen Sommer veröffentlicht worden war - und nun einer der sechs Extra-Tracks auf der "Deluxe Version" des Albums ist. Die Dancefloor-Hymne mit dem unwiderstehlichen House-Piano und den fetten Beats erfreute sich vor allem bei DJs, allen voran auf Ibiza, größter Beliebtheit und platzierte sich auf Position vier der britischen Charts. Und es war der erste Vorgeschmack auf Leonas neuen Sound.

Wie bei allen ihren neuen Songs hatte Leona Lewis auch bei "Collide" das Ziel, dass es "klassisch und zeitlos" klingen sollte. "Das Album sollte aber auch zeigen, was gerade im Dance-Bereich so passiert. Einige der Songs, die ich mir angehört habe, sind so uptempo und euphorisch - dieses Feeling wollte auch auf meinem Album haben. Und da Sandy Vee sowohl an Rihannas ?Only Girl In The World' als auch Katy Perrys ?Firework' mitgearbeitet hat, war er für mich der perfekte Produzent dafür."

"Collide" war auch in anderer Hinsicht eine perfekte Einstimmung auf "Glassheart". "Es herrscht generell ein höheres ?Energie-Level' auf dem Album", erklärt Lewis. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Pop/Dance-Mastermind Max Martin bei dem Stück "Out Of My Head" (auf dem letzten Album "Echo") gab die Initialzündung für das Uptempo-Feeling von "Collide", das pulsierende Elektronik-Titelstück "Glassheart" und das kecke "Shake You Up", das von Rodney Jerkins (Black Eyed Peas, Mary J Blige, Michael Jackson etc.) produziert wurde.

Eine große Rolle spielten auch die Erfahrungen, die sie auf ihrer ersten Tournee gemacht hatte. Die "Labyrinth"-Tour fand unter der kreativen Leitung des langjährigen Kylie Minogue-Partners William Baker statt, Vivienne Westwood entwarf speziell für die Show Kostüme - die Mode-Legende teilt Leonas Leidenschaft für Umwelt- und Tierschutz-Angelegenheiten. Auch musikalisch legte die Sängerin noch eine Schippe drauf: extra für die Live-Performance fertigte Produzent Inflo Remixe von fünf ihrer Songs an.

"Es lief alles einfach so toll", strahlt sie in Erinnerung an die drei ausverkauften Konzerte in der Londoner "O2 Arena" - die denkbar beste Homecoming-Show für ein Mädchen, das lediglich eine kurze U-Bahn-Fahrt entfernt aufgewachsen war. "Alle tanzten und waren voller Energie, und dieses Feeling wollte ich in das Album einfließen lassen".
Nach wie vor kann sich Leona Lewis bei ihren Unternehmungen auf den kreativen Input und die Detail-Besessenheit von zwei der größten Namen der Musikindustrie verlassen: Business-Legende Clive Davies (Stratege hinter den Karrieren von Whitney Houston bis hin zu Alicia Keys) und Simon Cowell ("Britain's Got Talent", "The X Factor", "American Idol" etc.). Beide trugen ihren Teil dazu bei, den Sound und die konzeptionelle Richtung zu erarbeiten, die es Leona ermöglichte, ihr textlich und emotional persönlichstes Album aufzunehmen.

Die neue, intimere Herangehensweise zeigt sich auch bei dem atmosphärischen, von Streichern geprägten "I To You", dem herzzerreißend aufrichtigen "Un Love Me" und dem atemberaubend schönen "Fireflies". Und mit "Trouble" enthält das Album jenes Lied, das ihr von allen bisherigen Songs am meisten aus der Seele spricht.

Eine weitere Schlüsselfigur unter ihren musikalischen Partnern ist Ryan Tedder, der in letzter Zeit u.a. mit seinen Songs für Adele, Rumour Has It und Turning Tables für Furore sorgte. Für Leona Lewis ist der One Republic-Frontmann - Co-Songwriter ihrer internationalen Hits "Bleeding Love" und "Happy" - stets der erste und bevorzugte Ansprechpartner. "Es ist immer toll, mit Ryan zu arbeiten, denn er kennt mich so gut. Er gehört mittlerweile quasi zur Familie. Ich besuchte ihn in Denver und verbrachte einige Zeit mit ihm, seiner Frau und seinem kleinen Sohn."

Diesmal war Tedders Studio in Colorado der Quell, der die Songs "Glassheart" und "Favourite Scar" hervorbrachte. An letzterem schrieben auch die beiden Tears For Fears-Mitglieder Roland Orzabal and Curt Smith mit. "Jedes Mal, wenn wir zusammen arbeiten, will Ryan einen Schritt weiter gehen und etwas anderes machen. Und ich denke, das haben wir auf jedem Album auch getan."

"Leona hat definitiv ein Gott-gegebenes Talent", sagt Tedder. "Zu einem gewissen Maß ist sie meine Muse. Wir sind beide ziemlich oldschool. Alles, was für uns zählt, ist, bedeutsame Texte und gute Melodien zu vereinen. Es ist wirklich schwierig heutzutage, einen traditionellen Song, einen richtigen Song ohne Gimmicks, ins Radio zu bekommen und damit Erfolg zu haben. Leona Lewis ist eine der wenigen Künstler da draußen, der das gelingt. Das ist der Unterschied mit ihr - wenn sie einen Song singt, dann weiß man, dass man ihn auch in zehn, fünfzehn Jahren noch bei Hochzeiten hören wird".

Im Moment kümmert Leona Lewis allerdings weniger, was in einem Jahrzehnt passieren wird. Erste Priorität hatte die Fertigstellung ihres bis dato intensivsten Albums. Fast zwei Jahre dauerten die Arbeiten an "Glassheart", und sie ließ sich auch auf der Zielgeraden nicht hetzen.

"Ich arbeite an meinen Platten buchstäblich, bis man mir sie wegnimmt", gibt die bekennende Perfektionistin zu. "Ich nehme mir die Stücke immer wieder vor, mache ein paar neue Improvisationen oder ein Harmonien. Das Album ist eigentlich fertig, aber ich füge bis zur allerletzten Sekunde immer weitere Schichten hinzu."

Dann, und nur dann, kann Leona das machen, worauf sie schon seit Monaten brennt: die Songs in die Welt zu tragen, ins Radio, in die Clubs - und in die Köpfe der Menschen. "Die sieben Jahre seit ?X Factor' sind wie im Flug vergangen, es ist verrückt, wie schnell das ging. Und mit jeder Platte habe ich mehr und mehr die Kontrolle übernommen, mir wurde klar, wer ich bin und was ich will. Und diesmal wusste ich ganz genau, was ich wollte - ich wollte einen Schritt vorwärts machen."
Für die ehrgeizige, nimmermüde und jederzeit ehrliche Leona Lewis hat dies allerdings eine ganz bestimmte Bedeutung. "Ich wollte mehr aus mir herausgehen - mehr Dance-Songs!", lächelt sie. "Und ich wollte mehr in mich hinein fühlen, indem ich Songs aufnehme, die mir mehr aus der Seele sprechen". Vor diesem Hintergrund versteht man, was Leona Lewis "Glassheart" bedeutet: es ist das Album zu ihrem brandneuen Leben.

"Viele der Songs, die ich in der Vergangenheit gesungen habe, haben eine traurigen Hintergrund, ich singe traurige Lieder", lacht die "Balladenkönigin". "Und ich liebe es! Ich liebe es, emotional zu sein und von Songs berührt zu werden - ich fühle mich von Texten, die etwas finsterer und trauriger sind, einfach angezogen."

"'Glassheart' handelt vom Erwachsenwerden", erklärt sie ernst, "von den Erfahrungen, die man in verschiedenen Beziehungen und Lebenssituationen sammelt, und davon, unabhängiger zu werden. Dieser fragile Ort, von dem ich gekommen bin, ist Vergangenheit. Auf diesem Album bin ich stärker als jemals zuvor."

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