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Biographie

Die Geschichte der Band Kongos ist ebenso fesselnd wie filmreif. Das Quartett besteht aus vier Brüdern im Alter zwischen 25 (Danny) und 32 (Johnny). Es sind die Söhne des südafrikanisch-britischen Sängers und Songwriters John Kongos ("He's Gonna Step On You Again", "Tokoloshe Man"), der in Siebzigern v.a. in Großbritannien große Chart-Erfolge feierte - und in den Neunzigern den Happy Mondays zu ihrem größten Hit "verhalf".

Dylan (Bass, Gesang), Daniel (Gitarre, Gesang), Jesse (Drums, Percussion, Gesang) und Johnny (Akkordeon, Keyboard, Gesang) sind mutikulturelle, multiversierte Multiinstrumentalisten. Zusammen kreieren die Vier einen einzigartigen und unwiderstehlichen Sound, der ihr zwölf Songs umfassendes Debütalbum "Lunatic" zu einem musikalischen Großereignis macht. Dies wird bereits beim ersten Hören der Single "Come With Me Now" deutlich, die mit einer Mischung aus Folk, Country, Blues und Pop dem Hörer ein für unsere Zeit nahezu beispielloses Musik-Erlebnis bietet. Beginnend mit einer urigen Akkordeonpassage, die alsbald von einem hypnotisch-stampfenden Lagerfeuer-Beat begleitet wird und zu dem sich schließlich Slidegitarre und ein eindringlicher, Mantra-artiger Refrain gesellen. Musik, die in der Gesamtsumme an die Soundlandschaften von U2 (ca. "Rattle & Hum"-Ära) erinnert. Ein weiteres Highlight ist das Stück "I'm Only Joking", dessen Text der Albumtitel beinhaltet und das fiebrige Tribal-Rhythmen mit Pink Floyd-eskem Mystery-Rock vereint.

Dank eines früheren Veröffentlichungstermins von "Lunatic" sind die Kongos außerhalb der USA nicht mehr ganz unbekannt, traten in Südafrika bei Festivals vor bis zu 65.000 Zuschauern auf, tourten mit Linkin Park und traten in Großbritannien und Europa mit AWOLNATION und Dispatch auf. Mit einer Nordamerika-Tour im Februar und März zusammen mit Airborne Toxic Event und aufkommendem Radio-Interesse an "Come With Me Now" und "I'm Only Joking" wird 2014 als jenes Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die USA die Kongos für sich entdeckten.

Nachdem sie ihre Kindheit in London (wo außer Danny alle geboren wurden) und Südafrika verbracht hatten, ließ sich Familie Kongos Mitte der Neunziger Jahre in Phoenix nieder, wo die Jungs einer großen Vielfalt verschiedenster musikalischer Einflüsse ausgesetzt waren. "Wir hörten alles von Klassik und Oper über afrikanischer Folkloremusik bis bin zu Sechziger- und Siebzigerjahre-Pop und Rock", erklärt Dylan, der den kamerunischen Jazz-Bassisten Richard Bona, Béla Fleck-Bassist Victor Wooten und die singende Bassisten Sting und Paul McCartney als seine Haupteinflüsse nennt. Jesse, sein Partner in der Rhythmus-Sektion, studierte (wie Johnny) Jazz an der Arizona State University. Bereits als Kind hatte er Boogie-Woogie und klassisches Klavier erlernt, bevor er sich für afrikanische Trommeln, später dann für Jazzgrößen wie Jack DeJohnette interessierte.

Als die Kongos zu einer Rockband zusammenwuchsen, entdeckte Jesse sein Faible für den Vibe und das Feeling von Led Zeppelin-Drummer John Bonham. Aktuell bewundert er HipHop-Schlagzeuger wie Aaron Spears (Usher etc.) und Carlos McSwain (Snoop Dogg u.a.). Dannys Einflüsse reichen von Jeff Beck bis zu Mahmoud Ahmed, dem James Brown Äthiopiens (wegen seiner unkonventionellen Pentatonik). Johnny, der Jazz und klassisches Klavier studiert hat, nennt Keith Jarrett als seinen persönlichen Helden, während sich sein Akkordeonspiel an diversen Stilen aus der ganzen Welt orientiert, u.a. an der Maskandi- und Qawwali-Musik Südafrikas.
Trotz des familienbedingt großen und vielfältigen Talents wurden die Brüder nie darauf getrimmt, irgendwann eine "Familienband" zu werden. "Unsere Eltern wollten, dass wir Instrumente lernen, so wie andere Kinder Mathematik oder Englisch lernen". "Als wir dann aber an einen Punkt kamen, an dem wir keine richtigen Jobs anfangen wollten, blieben wir einfach bei der Musik", scherzen die Geschwister. "Hey, die meisten Familienbands, die man so kennt, waren wahnsinnig erfolgreich!" Kein Zweifel: Formationen wie Jackson 5, die Beach Boys, die Osmond Brothers oder jüngst Kings Of Leon scheinen dank gemeinsamer DNA klar im Vorteil zu sein. Doch trotz aller Erbanlangen stehen auch bei den Kongos harte Arbeit und Bescheidenheit an erster und zweiter Stelle. Interessanterweise schreibt jeder der Brüder seine Songs separat und stellt der Gruppe erst die kompletten Kompositionen vor. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder dann auch seinen eigenen Song singt. Live teilen sich Jesse und Dylan die Leadvocals, auf "Lunatic" singen aber auch Johnny und Danny. "Das hängt immer davon ab, welche Stimme bei welchem Song am besten funktioniert", erklärt Dylan. "Man muss ziemlich viel üben, um herauszufinden, wann welche Stimme passt; Danny hat z.B. eine höhere Stimmlage und das ist sehr schön." Wie es dauerhaft gelingen kann, das musikalische und interfamiliäre Kräftespiel harmonisch zu gestalten, erklärt uns Johnny schmunzelnd: "Wir sind eine Demokratie, die gelegentlich einen Diktator hat, doch wenn wir aufnehmen, hat der Songwriter das Sagen. Doch bei der tagtäglichen Organisation der Band und des Business' sind wir eine lupenreiene Demokratie."

Eine Formel, die zu funktionieren scheint. Auf "Lunatic" fügt das Quartett jedenfalls alle Teile gekonnt zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Die Brüder verwenden die familieneigenen Tokoloshe-Studios, die nach einem Hit ihres Vaters benannt sind. Sie arbeiten völlig unabhängig, sue schreiben, produzieren, mischen und mastern ihre Musik und inszenieren, drehen und editieren ihre Musikvideos selbst. Dabei sind sie alles andere als Einsiedlerkrebse - angefangen bei ihrem Debüt bei einer High School Talentshow im Jahre 2003 (wo sie "Eleanor Rigby" coverten!), traten sie ab 2007 regelmäßig auf und erspielten sich nach und nach eine lokale Fangemeinde in Phoenix. Radiostationen vor Ort begannen, ihre Songs zu spielen, sie tourten an der Westküste der USA und traten bei SXSW und CMJ auf.

Die jahrelangen Anstrengungen zahlten sich aus: als sie 2011 im Studio herumhingen, beschlossen die Brüder spontan, einigen südafrikanischen Radiostationen ein paar Songs zu schicken. 5FM, der größte Top 40-Sender des Landes, nahm "I'm Only Joking" auf Playlist, kletterte bis auf Platz eins der Rock Charts und war elf Wochen lang der meistgewünschte Song. "Aus heutiger Sicht muss man sagen, das war einfach eine dieser verrückten Geschichten - der Typ hat die Email aufgemacht und den Song im Radio gespielt. Das hat für uns in Südafrika auf einen Schlag alles verändert", erinnert sich Johnny. "Mit so etwas hätten wir niemals gerechnet."

Auch wenn es die Live-Situation auf der Bühne ist, in der die Kongos mit ihrer euphorisierenden, universellen Musik die Massen am besten erreichen, so ist das Studio für die Brüder so etwas wie die zweite Heimat. In ihrer Kindheit waren im Londoner Studio ihres Vaters oft die Musiker von Elton John oder Cat Stevens die Hausband, die älteren Kongos arbeiteten zusammen mit Mutt Lange am Drum-Programming des Def Leppard-Albums "Pyromania". Diese vollkommene, lebenslange Eingetauchtsein in Musik macht "Lunatic" - und die Kongos - zu einem absoluten Unikum. Und trotz ihrer Versiertheit in vielen Stilen sind sie letzten Endes ganz eindeutig eine Rockband. "Wir machen Rock- und Popmusik, unsere z.T. obskurer Einflüsse kommen vielleicht manchmal in unseren Soli zum Tragen", erklären sie. "Aber wir orientieren uns ganz klar an größeren Bands wie Daft Punk, Coldplay und Queens of the Stone Age."

Der musikalische Abwechslungsreichtum auf "Lunatic" ist dabei ausdrücklich erwünscht. "Wir haben alle unseren eigenen Stil und unsere Persönlichkeit, also nehmen wir das auch an. Wir haben einen Kongos-Sound, der nicht festgelegt ist. Aber wir haben eine Essenz, ein Bild in unseren Köpfen, wie unsere Musik klingen soll." Die Presse ist sich einig in ihrem Lob für die Band und begeistert von ihrem Mix aus "klassischen Rockelemente, afrikanischen Rhythmen und Balkan Beats". Dabei mache die Kongos lediglich "Musik, die sie sich auch selbst gerne hören." Angesichts der geschmacklichen Bandbreite der Kongos-Brüder entpuppt sich das aber allerdings als Win-Win-Situation für alle Musikfans jeden Alters und Geschmacks.

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