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Biographie

Die bis dato noch recht kurze Bandgeschichte von Go Go Berlin liest sich wie ein Road Movie voll seltsamer Vorkommnisse, geprägt von latent grob fahrlässiger Risikobereitschaft und schrulligen Charakteren. Doch inmitten der Skurrilitäten findet man einen durchaus schlüssigen Kern. Die Hauptrollen in der Geschichte spielen fünf junge Männer, die mit Hilfe der Rockmusik ein sinnhaftes und erfülltes Leben anstreben. Eine Philosophie, die sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Debütalbum "New Gold" zieht.

Eines Morgens im Herbst 2010 erwachten fünf jungen Typen aus der dänischen Metropole Aarhus in der 120 km südwestlichen gelegenen 1.871-Seelen-Gemeinde Askov. Einige wachten im Bett von fremden Mädchen auf, andere hinter jenen Instrumenten, die sie am Vorabend gespielt hatten. Doch alle hatten das gleiche Gefühl: dass sie etwas taten, das sich gut und richtig anfühlte. Ihre Band Go Go Berlin hatten sie erst vor ein paar Wochen in aller Eile gegründet. Eine nassforsche Anfrage von Schlagzeuger Christoffer Østergaard bei einem Booker namens Silkeborg Eskobar hatte zur kurzfristigen Buchung eines Konzerts geführt. Das Problem: Christoffer hatte überhaupt keine Band. Noch am gleichen Abend fragte er seine vier Kumpels bzw. Kommilitonen am "Performers House" in Silkeborg, ob sie das Konzert mit ihm bestreiten könnten. Sie schlossen ihre Instrumente an, ohne den geringsten Plan zu haben, wie und was sie spielen sollten. Jeder machte einfach das, was ihm am besten passte. Und obwohl die Vorgabe "Coversongs" ausgegeben worden war, so spiegelte das Live-Set doch in erster Linie die persönlichen Präferenzen der einzelnen Musiker wider. Der Bandname entstand natürlich auch spontan - für das Plakat wurde zeitnah ein Name benötigt. Nichts war geplant oder durchdacht, doch das Konzert war ein Erfolg und nach allen Beteiligten war klar, dass sie auf dem richtigen Weg waren.

Go Go Berlin sind Rock'n'Roll Geschichte pur. Für die Mitglieder gilt es, die Chancen und Verheißungen, die das Leben zu bieten hat, zu ergreifen und möglichst roh zu verschlingen. Es geht darum, hart zu arbeiten und den Inspirationen freien Lauf zu lassen. Daran zu glauben, dass denen Gutes widerfährt, die Geduld bewahren - und ganz besonders jenen, die hart dafür arbeiten. Es geht darum, in einem runtergerockten Forto Escort mit dem gesamten Equipment in einem offenen Anhänger durch Dänemark zu touren und die Konzerte mit dem Ehrgeiz anzugehen, jeden Zuschauer wegzublasen. Kein Wunder also, dass Go Go Berlin bereits mehr großartigen Anekdoten-Stoff zu bieten hat als andere Bands mit ähnlicher Lebenserwartung. Wie z.B. aus jener Zeit, als die Bandmitglieder das Bedürfnis verspürten, ihre Heimatstadt ein wenig aufzumischen. Go Go Berlin tauchten vor dem Bahnhof von Aarhus auf, bauten das Equipment auf dem Gehweg auf, drehten die Verstärker auf und gaben ein Konzert - den Strom lieferte ein Generator. Wie eine Bankräubernbande hatte die Band zuvor einstudiert, wie man das Equipment möglichst zügig zusammenpackt, falls die Polizei auftaucht und man flüchten muss. Während des Konzerts machte die Heizung des Fluchtwagens schlapp und der Rauch aus dem Auto bildete die perfekte Atmosphäre für die Musik. Leider gab es keine Möglichkeit mehr zu Entkommen, als die Polizei tatsächlich kam. Doch die Ordnungshüter lächelten nur und meinten: "Das nächste Mal fragt ihr aber, bevor ihr so etwas macht, okay Jungs?"

Nach und nach wurde eine Reihe von Musik-Enthusiasten darauf aufmerksam, dass Go Go Berlin weit mehr waren als nur eine Rockband. Zuerst Jakob Meyland vom Performers House, dann ihre Manager Stefan Facius und Thomas Bredahl, später dann der legendäre dänische Produzent Nick Foss. Auch die international gefeierten The Blue Van ließen sich vom Vibe der Band anstecken und nahmen Go Go Berlin 2012 mit auf ihre große Herbsttour. In der Folge wurde die Band mit Buchungs-Anfragen der Venues überhäuft und tourte bis ins Frühjahr 2013 hinein.

Mit dem Album "New Gold" erfolgt nun der nächste große Schritt. Auf der Platte findet sich eine ganze Reihe von Songs, die die konsequente Linie der Bandkarriere widerspiegeln. Sie handeln davon, den Mut zu haben, aufzufallen und sich selbst Ziele zu setzen. Im Bett eines Mädchens aufzuwachen, dessen Namen man nicht kennt - und zu denken: "es ist okay". Der Albumtitel bringt das Gesamtthema auf den Punkt und steht zugleich für die unbekümmerte Lebens-Philosophie der Band hin, auch andere Menschen dazu zu ermutigen, ihre Chance zu nutzen.

"Das Album heißt ?New Gold', denn wir glauben daran, dass jeder sein eigenes persönliches Gold hat, das er finden muss. Wenn du Raketenforscher sein möchtest, dann mach das zu deinem Gold. Mach etwas, das du gerne und mit Leidenschaft tust, auch wenn du nachher nicht mit der fettesten Gehaltsabrechnung dastehst. Lebe und atme dafür. Wir fühlen uns von Dingen angezogen, die den Menschen etwas bedeuten. Man könnte sagen, das ist eine Art ?amerikanischer Traum'. Wenn du ein Fußballer sein willst, dann steht und fällt die Sache damit, wie viel du trainierst. Riskiere etwas für die Dinge, die du wirklich willst. Das war schon immer die Botschaft der Rockmusik?", erklärt Sänger Christian Vium.

Und wenn er "immer" sagt, dann weiß er genau, wovon er spricht. "New Gold" zeugt vom tief empfundenen Verständnis der Rockgeschichte, dessen Teil sie nun sind. Ohne Zögern knüpfen sie an das Erbe der ganz Großen des Genres an. Dabei legen sie sich auf keine spezielle Ära oder Sound fest. Go Go Berlin sehen sich in der Tradition einen breiten Palette von Bands, darunter The Doors, The Rolling Stones, Led Zeppelin, The Clash, The Strokes oder Kings of Leon.

Angesichts eines derartigen Hintergrunds wäre es für die Band natürlich nicht getan gewesen, halbherzig eine bescheidene Digital-EP zu veröffentlichen. Zum Start der Veröffentlichungs-Karriere musste es schon ein richtiges Album sein, das in verschiedenen Formaten erscheint. Der langfristige Plan ist, einen Katalog von Alben aufzubauen, der der Welt zeigen wird, wozu Rockmusik im Stande ist.

Go Go Berlin leben ihren Traum. Doch dieser steht noch immer auf der Kippe - den auch sie haben Rechnungen, die bezahlt werden müssen. Können sie von ihrer Musik leben? Nein! Werden sie dennoch überleben? "Die trotzige Antwort ist: ?Ja!'", sagt Christian Vium.

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