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Biographie

Als Songwriter, Sänger, Produzent, Rapper (u.a. für die Pet Shop Boys) und König der gepflegten Club-Kracher hat sich Example in den vergangenen acht Jahren den Status eines multitalentierten Superstars erarbeitet. Mit "Changed the Way You Kiss Me" und "Stay Awake" gelangen ihm in seiner Heimat Großbritannien bis dato zwei Nummer-Eins-Hits, insgesamt verkauften sich seine Singles, von denen sich sechs in den Top Ten der UK Chart platzieren konnten, mehr als 2,5 Millionen Mal. Seine vier Longplayer (darunter das Nummer-Eins-Album "Playing in the Shadows") bescherten ihm einen ganzen Sack voll Gold- und Platin-Awards nebst Brit Award Nominierung. Darüber hinaus war der Londoner an Hits von Professor Green, Wretch 32 und Calvin Harris beteiligt. Seine jüngsten UK-Arena-Tourneen lockten mehr als 300.000 Zuschauer - aber auch online ist der Mann eine Macht: er hat über 1,8 Millionen Follower auf Twitter und über 1,6 Millionen Liker bei Facebook. Nun erscheint mit "Live Life Living" das fünfte Studio-Album des Londoners - sein Debüt-Longplayer für Sony Music.

Die vergangenen Monate waren für Example alles andere als geruhsam: zwei ausverkaufte Arena-Touren durch Großbritannien, eine triumphale Homecoming-Show im Earls Court, eine Residency bei Ibiza Rocks, ein Konkurrenz-vernichtendes Set beim Glastonbury-Festival (auf persönliche Einladung von Michael Eavis, nachdem er Zeuge des ausverkauften Example-Konzerts in Manchester gewesen war), ein hochgelobtes Gast-Feature auf "Thursday", einem der Standout-Tracks auf dem jüngsten Pet Shop Boys-Album "Electric", ein Song auf dem Soundtrack des neuen Alan Partridge-Film "Alpha Papa" (für Patridge-Fan Example ein wahr gewordener Traum) hielten ihn ganz schön auf Trab. Ein steter Quell großer Inspiration ist auch Examples Twitter-Account, wo er sich gerne mit Fans austauscht und Kritikern eine mitgibt. Der Kanal ist derart populär, dass er vor Kurzem eingeladen wurde, das Londoner Twitter-Hauptquartier zu besuchen und eine Besuchstour zu machen. Und ach ja: er heiratete die australische Schauspielerin Erin McNaught.

Eine Email von Example ähnelt dem berühmten Brettspiel "Europa Reise": in einem Mailthread, der mit den Worten "toller Gig in der Schweiz gestern" beginnt, ist keine 48 Stunden später zu lesen: "Tut mir leid, Kumpel, ich war nur für ein paar Stunden in London, jetzt bin ich auf dem Weg nach Ibiza. Ich antworte richtig, wenn ich angekommen bin." Manchmal kann man Example aber beim Joggen am Themseufer im Südwesten Londons sehen, wo aufwuchs und heute noch lebt. Oder wie er in seinem Hochleistungs-Kraftfahrzeug Gummi gibt, die Anlage bis zum Maximum aufgedreht. Kurzum: Das Leben des 32-jährigen ist ständig in Bewegung - doch genau so will er es auch haben. "Die meisten der Songs des neuen Albums wurden während Easyjet-Flügen geschrieben", scherzt er. "Das sind die einzigen Zeiten, wo ich schreiben kann. Ich stehe sonst entweder auf der Bühne oder ich schlafe."

Im Verlauf seiner Karriere haben sein Vorsatz, nie still zu stehen und seine Verweigerung, festgelegt zu werden, für ständige Abwechslung gesorgt. Aber auch seine Herangehensweise ans Musikmachen, die er mit dem Motto: "So bin ich, es gibt keine Entschuldigungen, keine Kosmetik, keine Beschwerden" umschreibt. Der Niedergang von Mike Skinners Label The Beats, wo 2007 sein Debütalbum "What We Made" erschienen war, hätte einen weniger fokussierten Musiker gewiss entmutigt - Examples Entschlossenheit wurde dadurch ganz im Gegenteil nur noch mehr angespornt. Zwei Jahre später veröffentlichte er sein zweites Album mit dem prophetischen Titel "Won't Go Quietly", das mit dem Titelstück und "Watch The Sun Come Up" zwei große Hits hervorbrachte.

2011 schaltete er noch einen Gang höher: neben zwei Nummer-Eins-Hit, "Changed The Way You Kiss Me" und "Stay Awake", erreichte er mit "Playing In The Shadows" auch erstmals die Spitze der britischen Album-Charts. Im November 2012 folgte der vierte Longplayer "The Evolution Of Man", der mit "Say Nothing" einen weiteren Top 5 Hit hervorbrachte.

In all den Jahren hat sich auch Examples Sound weiterentwickelt. Er kann nicht ansatzweise verstehen, wie man als Künstler jahraus, jahrein gleich klingen kann. "Der Sinn und Zweck ist es doch, dich ständig weiter zu pushen und Musik zu erschaffen, mit der man die Fans mit auf eine Reise nimmt." Das ist Example defintiv gelungen und es war, wie er mit seinem Tradmark-haften schüchternen Grinsen zugibt, eine durchaus ereignisreiche Reise. In seinen Augen ist dabei die größte Leistung, sich ein Publikum jenseits der Grenzen der Rap und Dance-Music erspielt zu haben. "Wenn du rappst, bekommst du sofort den ?British MC'-Stempel aufgedrückt und Amerika, sogar Europa, verliert sofort das Interesse. Ich habe mit Rappen angefangen, als ich elf war, um mich in der Schule einzufügen. Mein erstes Album war ein HipHop-Album, weil ich nur einen HipHop-Produzenten kannte. Als Teenager war ich ein klassischer HipHop-Head und stand auch auf Grunge, aber ich habe mir auch Bands wie The Prodigy angeschaut. In der Musik geht es nicht darum, sich selbst einzuschränken, sondern deine eigenen Annahmen immer wieder in Frage zu stellen. Ich erinnere mich an ein ?V Festival', als ich die Stone Roses und Noel Gallagher supportete. Ich stand da und dachte: ?Werden mich all diese Leute hassen, weil sie auf Gitarrenmusik stehen?'. Aber dann schaust du dich um und merkst, dass jeder mindestens fünf Songs kennt. Und die Art, wie wir die Musik präsentieren, hat ihre Wurzeln im Grunge und Metal: einfach vier Typen, die auf der Bühne abgehen und tight zusammen spielen. Es ist wie eine Jam-Session."

Example ist von jeher dafür bekannt, Dinge gerne auf den Kopf zu stellen. Bestes Beispiel dafür ist das Stück "Take Me As I Am", ein Highlight des kommenden Albums und bereits seit einiger Zeit ein Live-Favourite. Selbst nach seinen eigenen, recht unkonventionellen Maßstäben ist der Anfang des Liedes eine Mogelpackung. Beim ersten Hören denkt man instinktiv: "Hoppla, hat er jetzt ein Pianoballade geschrieben?". "Es war der erste Track, den ich für das Album gemacht habe", erinnert er sich. "Ich wusste, dass ich etwas machen wollte, was ich noch nie vorher gemacht hatte. Also dachte ich mir, ich fange einfach mal mit einer Klavierpassage an, dann denken die Leute, sie hören ein neues Adele-Album. Dann kommt ein Trance-Break, der wie ein ganz gewöhnlicher rückwärst abgespielter Calvin Harris-Loop klingt. Und schließlich platzt die Bombe und die Leute denken: ?Was zum Teufel ist das?'. Ich habe das Stück ganz speziell für die Live-Shows geschrieben. Es war der erste Song, den wir in unser Live-Set eingebaut haben. Keiner kannte den Text, aber alle waren jedes Mal am Durchdrehen. Wir haben ?Take Me As I Am' schon im vergangenen Sommer in Serbien, Luxemburg, Irland und Ungarn gespielt - und überall passierte das Gleiche. Und das war genau, was ich wollte: die Musik überall mit hin nehmen und dieselben Reaktionen erleben."

Textlich handelte das Album "Playing In The Shadows" vom Partymachen und Spaßhaben, "The Evolution Of Man" war dagegen wesentlich düsterer und introvertierter, voll Selbstzweifel und Reue. Auch musikalisch waren die beiden Longplayer vollkommen gegensätzlich - auf der einen Seite der "Gib ihm"-Hedonismus und die harten Beats, auf der anderen die in Moll gehaltenen Akkordfolgen und krassen Gitarren-Riffs (die bei einigen Tracks von einem gewissen Graham Coxon eingespielt wurden), und dazu Examples Vocals, die immer mehr in den Vordergrund kamen. Dieser Prozess setzt sich nun auf "Live Life Living" fort, das Elemente der beiden voran gegangenen Alben aufgreift und daraus etwas völlig Neues formt. Vereinfacht könnte man es "Electronic Rock" nennen, aber es ist sehr viel komplexer als das. Textlich schaut sich Example in vielen verschiedenen Bereichen um, beschreibt beim herzzerreißenden "Longest Goodbye" den tragischen Tod eines engen Freundes, schwelgt in seiner neu gefundenen romantischen Glückseligkeit bei "Live Life Living" und erinnert sich an die Torheiten der Jugend bei "All The Wrong Places".

Ein weiteres Highlight des Albums ist auch die jüngste Single "One More Day (Stay With Me)", die u.a. von Shadow Child, MJ Cole und Erik Arbores remixed wurden. "Ich ging mit Alex Smith [Metrophonic] ins Studio, mit dem ich 2009 die Single ?Watch The Sun Come Up' gemacht hatte. Piano plus Club-Hooklines haben bei mir in der Vergangenheit immer bestens funktioniert und ich wollte damit etwas von dem Sonnenschein in meiner Musik einfangen", erklärt er. "'One More Day' erinnert mich an all die großartigen, euphorischen Momente in den Neunziger Jahren, aber es enthält auch einige Kniffe Marke 2014. Für einen zusätzlichen Energie-Boost habe ich auch einen Rap-Part eingebaut - einige Fans haben mich angebettelt, wieder zu rappen, nachdem ich auf den letzten Singles ?nur' gesungen habe."

Dabei ist das Album gesanglich eine Offenbarung. Singt Example wirklich wie ein klassischer Crooner bei "At Night"? Und der raue Gesang bei "Til Next Year"? Jawohl, das ist ebenfalls Example. "Meine Stimme ist jetzt viel tiefer und heiserer. Ich denke, dadurch hat sie mehr Charakter und ist lebendiger. Alles hat jetzt einen ?Gothic"-Flair. Meine Stimme passt viel mehr zu Moll als zu Dur-Akkorden. Meine Freunde machen schon Scherze, dass ich wie ein alter Bluessänger klinge. Doch damit fühle ich mich wohl - als Sänger, mit einer brillanten Live-Band und einer aggressiven Lichtshow. Damit gehen wir nach Amerika und damit werden wir die Leute überall in Europa begeistern. Wir wollen als Live Dance Act ernst genommen werden, das ist für mich das Wichtigste. Es gibt zur Zeit so wenig gute Live Dance Acts - in den Neunzigern gab es mindestens zehn. Jeder geht so auf dieses DJ-Ding ab. Aber ich kann nichts mit einem DJ anfangen, der herum steht und Knöpfe drückt."

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