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Biographie

Ensemble Modern - dieser Name steht seit dem ersten Konzert am 30. Oktober 1980 im Sendesaal des Deutschlandfunks in Köln für eine besondere Qualität und Authentizität in der Neuen Musik. Dass der Anspruch dieses ersten und lange einzigen professionellen Solistenensembles in Deutschland auch in den über zwanzig Jahren seines Bestehens nicht verloren gegangen ist, liegt nicht zuletzt an der besonderen Organisationsstruktur des Ensemble Modern, das seit 1987 eine GbR ist, d.h. die Musiker sind Gesellschafter, ihnen gehört das "Unternehmen Ensemble Modern". Das bedeutet auch, dass sie gemeinsam das finanzielle Risiko und die künstlerische Verantwortung tragen.
Es gibt keinen künstlerischen Leiter oder Chefdirigenten, sondern demokratisch und gemeinsam wird über Programmplanung, Dirigenten und eventuelle Gastsolisten entschieden. Hier bringt jeder Gesellschafter seine persönlichen Erfahrungen und Vorlieben ein, woraus die einzigartige und unverwechselbare programmatische Bandbreite des Ensemble Modern resultiert. So konnten wichtige Werke von der klassischen Moderne bis zu völlig neuartigen Musiktheater- und Videoprojekten entstehen, von der Aufführung des Anton Webern-Gesamtzyklus' über Kurt Weills Dreigroschenoper bis zu Frank Zappas Yellow Shark, Edgard Varèses Déserts mit dem Film von Bill Viola oder Heiner Goebbels' Schwarz auf Weiß.
In enger Zusammenarbeit mit führenden Komponisten wie Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, John Adams, George Benjamin, Peter Eötvös, Karlheinz Stockhausen oder Steve Reich sowie mit vielen Nachwuchskomponisten aus aller Welt erarbeiten die Musiker jedes Jahr durchschnittlich 70 Werke neu, darunter über 20 Uraufführungen. Dabei hat das Ensemble inzwischen ein weit gefächertes Netzwerk von Freunden und Beratern aufgebaut, mit denen es in ständigem Austausch steht, um neue spannende Projekte zu entwickeln. Dazu zählen neben Dirigenten auch Regisseure, Videokünstler, Schauspieler und Veranstalter.
Das Ensemble Modern hat heute 19 Mitglieder aus sieben verschiedenen Nationen. International ist auch seine Konzerttätigkeit: Neben festen Abonnement- und Konzertreihen in der Alten Oper Frankfurt, im Konzerthaus Berlin, im Wiener Konzerthaus und in der Kölner Philharmonie ist das Ensemble regelmäßig auf den renommiertesten europäischen Festivals zu Gast, so etwa beim Festival d'Automne à Paris, beim Holland Festival in Amsterdam, beim Edinburgh International Festival, beim Lucerne Festival, beim KunstenFestivalDesArts in Brüssel, beim Festival Wien modern oder dem Festival Klangspuren. Tourneen führten das Ensemble Modern Frankfurt bereits wiederholt nach Japan und Amerika sowie u.a. nach Russland und Australien. In Zusammenarbeit mit der Oper Frankfurt veranstaltet es bereits seit 1993 die Reihe "Happy New Ears", innerhalb derer zentrale Werke der zeitgenössischen Musik vorgestellt und erläutert werden.
Die Förderung junger Instrumentalisten und Komponisten nimmt einen hohen Stellenwert beim Ensemble Modern ein. Seit 1996 veranstaltet es in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Neue Musik (GNM), MusikTexte und dem Deutschlandfunk jährlich ein Nachwuchsforum für Komponisten, Instrumentalisten und Musikwissenschaftler. Anlässlich seines 20jährigen Bestehens vergab das Ensemble Modern gemeinsam mit der Stadt Frankfurt zehn Auftragskompositionen an Komponisten und Komponistinnen der jüngeren Generation. Auch in Zukunft wird die Nachwuchsarbeit eine feste Größe in der Arbeit des Ensembles sein.
Daneben ist das Ensemble Modern in der Spielzeit 2001/2002 an zahlreichen Opernproduktionen beteiligt. Nach Guo Wenjings Ye Yan / The Night of the Banquet in Paris, Berlin, Brüssel und New York folgen in der Reihe Klangfiguren an der Oper Frankfurt Georg Friedrich Haas' Nacht und die Deutsche Erstaufführung von Salvatore Sciarrinos Macbeth. Im Mai 2002 startet in Wien eine große Europatournee der neuen Videooper Three Tales von Steve Reich (Musik) und Beryl Korot (Video). Im Herbst 2002 erlebt das neue Werk von Heiner Goebbels in Genf seine Uraufführung sowie zehn Folgevorstellungen.
Das Ensemble Modern wird gefördert über die Deutsche Ensemble Akademie e.V. durch die Stadt Frankfurt, das Land Hessen, die Kulturstiftung der Länder aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, die GEMA-Stiftung und die GVL.

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