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Biographie

Gute Musik kennt keine Grenzen. Sie verbreitet sich im besten Falle weltweit, ganz unabhängig von Staaten, Volkszugehörigkeiten, Ideologien und Religion. Dabei ist die Faszination von Zigeunermusik von Natur aus schon immer länderübergreifend gewesen. Die in ihr lodernde Leidenschaft, gepaart mit einem im Unbestimmten verborgenen Geheimnis, das feurige Temperament des Flamenco-Spiels und der unruhige Geist fahrender Völker, all das schwingt in den populärsten Songs dieses Genres mit, die in "Bamboleo" zweifellos eine ihrer ganz großen und unverwüstlichen Hymnen gefunden hat. Mit dem vorliegenden Album "Bamboleo - The Greatest Gypsy Hits Of All Time" präsentieren Chico & The Gypsies nicht nur einige ihrer besten und immer wieder gern gehörten Klassiker, darunter natürlich auch "Djobi Djoba" und ihre hispanisierte Version von Stings "Shape Of My Heart", sondern auch einige rundum gelungene Kollaborationen mit Künstlern aus diversen europäischen Ländern, die dieser Compilation den positiven Spirit einer gemeinsamen europäischen Mission geben. Besser kann man die Idee eines vereinten Europas künstlerisch nicht umsetzen.

Chico & The Gypsies, vor mehr als zwanzig Jahren aus den Gipsy Kings hervorgegangen, die wiederum in Los Reyes ihren Ursprung hatten, sind zwar in Frankreich beheimatet, singen jedoch seit eh und je auf Spanisch. Sie haben etliche Bestseller in die Welt gesetzt (inklusive ihres reichhaltigen musikalischen Erbes aus den Zeiten mit den Gipsy Kings, bei denen Chico einer der federführenden Autoren und Komponisten war), von "Tengo Tengo" (1992) über "Vagabundo" (1996) bis "Fiesta" (2013), nicht zu vergessen - nomen est omen - "Chico & The Gypsies...And Friends" (2012). Denn Chico und seine sieben derzeitigen Mitstreiter Babato, Joseph, Kassaka, Kema, Mounin, Tané und Rey haben Freunde in aller Welt und werden allerorten mit offenen Armen empfangen. Dass die jetzige Compilation, die in ihrer Konstellation auf ein deutsches Publikum maßgeschneidert ist, diesen Umstand widerspiegelt, liegt auf der Hand.

Beginnen wir - frei nach dem Motto Alter vor Schönheit - mit dem Grandseigneur des französischen Chansons: Charles Aznavour. Mit der ehrwürdigen Gesangslegende, die am 22. Mai ihren 90. Geburtstag feiert, verbindet die Band eine langjährige und fruchtbare Freundschaft, die im Jahr 2011 in dem gemeinsamen Album "Chico & The Gypsies Chantent Charles Aznavour" gipfelte, das sich in Frankreich zu einem absoluten Bestseller entwickelte und weit über 250.000 Mal verkauft wurde. Aus diesem Album stammt auch "T'espero", einer der unzähligen Aznavour-Chansons, der weit über die französischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Einfühlsam interpretiert mit gemeinsamer emotionaler Kraft und einfühlsamer Gitarrenbegleitung, ein Traum.

Das ist jedoch nicht die einzige Reverenz an Charles Aznavour. Als vor einigen Jahren Annett Louisan den Aznavour-Klassiker "Les deux guitares" unter dem Titel "Spiel Zigeuner" in ihr Programm aufnahm, konnte die zierliche Sängerin, die sich bis heute eine kindliche Aura bewahrt hat und nicht selten mit Edith Piaf verglichen wird, nicht ahnen, wie begeistert Charles Aznavour von ihrer grandiosen Interpretation sein würde. Gemeinsam mit Chico & The Gypsies schwingt sich "Spiel Zigeuner" nun zu einem dreisprachigen Dramulett auf, das in seiner Intensität nicht nur an die großen Chansons von Weltformat erinnert, sondern insbesondere an die unvergessliche Alexandra und an Esther und Abi Ofarim. Hier trifft Nostalgie auf Leidenschaft. Gypsy spirit deluxe.

Damit wären wir auch schon bei den Liedern mit Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum. Der österreichische Superstar DJ Ötzi landete im Jahr 2000 mit "Hey Baby" seinen größten internationalen Hit, der nicht nur in Großbritannien die Charts anführte, sondern bis heute bei manchem amerikanischen Country-Sender auf der Playlist steht. Wenn es um Hochstimmung geht, ist "Hey Baby" natürlich auch bei zahlreichen Partys gesetzt - und Chico & The Gypsies setzen mit ihrer ausgelassen-temperamentvollen Variation im Verbund mit DJ Ötzi nun noch einen drauf und verstehen es, diesen Knüller noch einmal in puncto Partytauglichkeit zu toppen. Nicht viel anders ergeht es der heißblütigen spanisch-deutschen Gefühlsschlacht in "Te quiero fezes", hinter dessen Titel sich der größte Hit in der schillernden Karriere von Matthias Reim verbirgt: "Verdammt, ich lieb Dich". So hat man diesen Gassenhauer des deutschen Schlagers noch nie gehört.

Wo wir schon bei internationalen Pop-Hits im Repertoire von Chico und seinen Mannen angelangt sind, wenden wir uns der britischen Popsängerin Kim Wilde zu, die vor einigen Jahren ihre Gesangskarriere wieder aufgenommen hat und hier mit einer der populärsten Nummern ihres Kollegen Sting glänzt, "Shape Of My Heart", kongenial und zauberhaft begleitet und in Szene gesetzt von Chico & The Gypsies. Vom Norden Europas machen wir einen Sprung in den Süden, wo uns die griechische Bühnen-Ikone Nana Mouskouri erwartet, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert und hier mit "Volare" überzeugt, einem der erfolgreichsten und am häufigsten interpretierten Pophits Italiens, mit dem die Gipsy Kings bereits 1989 einen internationalen Chart-Erfolg landeten.

Last but not least gehört im Jahr der Fußballweltmeisterschaft auch eine flamencogetränkte Version von "Brazil" ins opulente Welthit-Repertoire des vorliegenden Albums. Hier duellieren sich Chico & The Gypsies mit der Niederländerin Loona, die in ihrer Karriere als auf Mallorca lebende Sängerin schon manchen Hit in spanischer Sprache gelandet hat. Mit dem portugiesischen Rapper Lucenzo wiederum haben Chico & The Gypsies nun den Gypsy-Kings-Klassiker "Bamboleo" in einer rasanten Remix-Fassung neu aufgelegt. Die Adaption von "Don't Let Me Be Misunderstood", fast noch tanzflächentauglicher als seinerzeit die von Santa Esmeralda, wird von dem in Berlin lebenden, ecuadorianischen Panflötenspieler Leo Rojas unterstützt, der sich vom Straßenmusiker zum Supertalent-Gewinner empor gespielt hat. Abgerundet wird das Album durch zwei weitere Coversongs, denen Chico & The Gypsies ihre kraftvolle und unverkennbare Duftmarke verleihen: "Marina", Rocco Granatas Oldie aus dem Jahr 1958 und "Amor de mis amores", ein Popklassiker aus Argentinien. So ist die Compilation "Bamboleo - The Greatest Gypsy Hits Of All Time" nicht nur ein musikalisches Feuerwerk von europäischer Grandezza, sondern auch mit einem gesunden Maß an Latin Fever angereichert.

Werfen wir noch einmal ein paar kurze Blicke auf die farbenfrohe Geschichte von Chico & The Gypsies, die die historische Relevanz dieser Band und ihres charismatischen Bandleaders noch einmal deutlich macht. Chico, dessen bürgerlicher Name Jahloul Bouchikhi lautet und der von marokkanisch-algerischen Eltern abstammt, lernte erst mit 16 Jahren Gitarrespielen. Er wuchs in der beschaulichen Carmague auf und freundete sich mit der Musikerfamilie der Reyes an, deren Familienoberhaupt José Reyes den jungen Chico unter seine Fittiche nahm. Chico war schon bald Musiker bei Los Reyes, der Hausband des Clans, aus der nach dem Tod des Padrinos die Gipsy Kings hervorgingen. 1992 wurden schließlich Chico & The Gypsies aus der Taufe gehoben.

Chico war in jener Zeit mit seiner jeweiligen Band häufig zu Gast bei etlichen Prominenten auf Partys an der französischen Riviera: Seine Freundschaft mit Brigitte Bardot ist dabei ebenso Stoff, aus dem Legenden gestrickt sind, wie seine Auftritte vor Charlie Chaplin und Mick Jagger, Tina Turner und Maradona, Arnold Schwarzenegger und Jack Nicholson. Doch das Leben ist nicht nur Jet-Set und Fiesta. Chicos bedingungsloser Einsatz für Freiheit und Frieden wurde auch von der UNSESCO honoriert, die ihn 1996 zum Ehrenbotschafter ernannte. Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang hielt große Stücke auf Chico, der einst von Francois Mitterand eingeladen wurde und später von Jaques Chirac persönlich für seine Verdienste ausgezeichnet wurde, wozu im Übrigen auch ein Konzert in Oslo anlässlich der Friedensnobelverleihung an Schimon Peres und Jassir Arafat zählte.

Gleichwohl war und ist Chico kein Mensch, der sich für irgendein politisches Lager vereinnahmen ließe. Seine Mission ist humanistisch, sein künstlerisches Credo entsprechend offen und tolerant: "Wenn es um Musik geht, dann gibt es keine Fronten und Grenzen. Musik kann eine Brücke sein, eine zwischenmenschliche Verbindung." Davon gibt es auf "Bamboleo - The Greatest Gypsy Hits Of All Time" wahrlich jede Menge ebenso exzellente wie vorbildliche Beispiele. Mit diesem musikalischen Streifzug durch Europa (inklusive kleiner Stippvisiten nach Lateinamerika) ist man für Fiestas jeglicher Couleur (inklusive der anstehenden Fußballweltmeisterschaft in Brasilien) bestens gewappnet. Vamos, let the party begin!

Das Album "Bamboleo - The Greatest Gypsy Hits Of All Time" inkl. der Singles "Hey Baby" feat. DJ Ötzi und "Brazil" feat. Loona erscheint am 6. Juni 2014.

Mehr Infos unter: www.chico.fr

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