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Biographie

Fällt das Gesprächsthema auf Cher Lloyd, so tauchen fast zwangsläufig folgende Fragen auf: "Wie klingt ihre Musik?" und gleich im Anschluss: "Wie ist sie eigentlich wirklich?". Letzteres lässt ganz brauchbar mit einer Hand voll Adjektiven beschreiben: sie ist dynamisch, entschlossen, witzig, offen, komplett unverwechselbar und ziemlich klug. Kurzum: es ist einfach extrem angenehm, Zeit mit ihr zu verbringen. Eine andere Möglichkeit: man hört sich Chers Debütalbum "Sticks + Stones" an. Denn dieses spiegelt auf wunderbare Art und Weise die facettenreiche Persönlichkeit der 18-jährigen Britin wieder: es liefert sowohl (die von aller Welt erwarteten) Upbeat-Pop-Hits, als auch (die heimlich erhoffte Portion) urbane Edginess.

Nach ihrem vierten Platz bei der meistdiskutierten TV-Talent-Show aller Zeiten wurde Cher flugs von Simon Cowells Plattenlabel Syco unter Vertrag genommen. Doch anstatt die junge Sängerin mit bewährter Pop-Routine auf Chart-Kurs zu bringen, ermutigte man sie, ihren eigenen musikalischen Instinkten zu folgen. Immerhin war sie das Mädchen, das sich für ihre allerersten Audition Keri Hilsons Version des Soulja Boy-Klassikers "Turn My Swag On" ausgesucht hatte und die im weiteren Verlauf der Sendung u.a. mit dem Shakespeare's Sister-Schmachtfetzen "Stay" die Hütte gerockt hatte. Ganz offensichtlich war Cher keine Kandidatin für die allzu naheliegenden Dinge. Eine augenscheinlich recht effektive Methode: ihre "Swag"-Version steht bei YouTube mittlerweile bei mehr als 40(!) Millionen Views. Bereits kurz nach dem Ende von "X Factor" hatte sie eine riesige Fangemeinde. Sie war eine der, wenn nicht sogar DIE Teilnehmerin, über die die gesamte Nation sprach.

Mit mehreren Hundertausend Followern bei Twitter, mehreren zig Millionen YouTube-Views, Titelbildern (u.a. beim RWD Magazine) und einem Feature in der Mode-Bibel "Wonderland", war Cher Lloyd im Sommer 2011 DER Vorzeige-Shootingstar im Bereich "Alternative Urban Pop" im Vereinten Königreich. Ihre erste Single "Swagger Jagger", eine kratzbürstige, Kinderreim-hafte Street-Pop-Hymne, schoss sofort auf Platz eins der britischen Single-Charts. Eine musikalische Gratwanderung zwischen kommerziellem Erfolgsehrgeiz und kredibler Krawallbratzigkeit. Der Erfolg war dabei nicht nur Beleg ihrer enormen Beliebtheit, er etablierte Cher Lloyd mit einem Schlag als ein neues Gesicht im Popbiz, das ganz offensichtlich keinerlei Scheu vor Experimenten zu kennen schien.

Es war die unermüdliche Faszination für neue Musik, die Cher Lloyd auf den Karriereweg ihrer Wahl brachte. Bei Radiostationen wie 1Xtra und dem YouTube-Phänomen SB:TV hielt die aus Worcester stammende Sängerin unentwegt Ausschau nach neuen Sounds. "Ich war schon immer sehr wettbewerbsorientiert, wenn es Musik ging", erklärt sie, "deshalb wollte ich auch immer als erste die neuesten Sachen kennen. Ich wollte immer diejenige sein, die zu ihren Freunden sagen kann: ?Na? Hast du DAS schon gehört?' und die über neue Musiktrends vor allen anderen Bescheid weiß". Nachdem sie auf Blogs, bei YouTube und Digitalradiostationen immer wieder auf Leute stieß, die bekannte Songs interpretierten, reifte in ihr immer mehr der Wunsch, ebenfalls zu singen und sich zu präsentieren. Inspiriert durch britischen Underground-Acts wie JME, Wiley und Bashy, aber auch etablierte US-amerikanische Künstler wie Nicki Minaj, Gwen Stefani, Fergie und Lil' Wayne fasste sie den Entschluss, eine Sängerin zu werden, die auch rappen kann. Und so begann sie, in ihrem Zimmer unermüdlich dafür zu üben.

Trotz ihrer Affinität zu US-amerikanischem HipHop und R&B ist Chers Musik stark in der britischen Musikkultur verwurzelt - und sie ist stolz darauf. Sie versucht erst gar nicht, sich den breiten Dialekt ihrer Heimat abzugewöhnen. Die Dubstep- und Reggae-Einflüsse auf "Sticks + Stones" sind nicht zu überhören und in Songs droppt sie schon mal UK-Kultfiguren wie Mr. Bean. Dass die US-Szene die junge Britin dennoch auf dem Radar hat, verdankt sie u.a. ihrem Link zu Black Eyed Peas-Mastermind Will.I.Am - und dem generell globalen Appeal ihres Debütalbums. Nicht zuletzt enthält "Sticks + Stones" Kollabos mit Busta Rhymes, Mike Posner und dem britischen Rap-Newcomer Dot Rotten. Als Songwriting- bzw. Produktions-Support standen ihr Größen wie Max Martin (Britney Spears, Pink), The Runners (Rick Ross, Rihanna), Kevin Rudolph (Lil Wayne, Timbaland), RedOne (Gaga, Nicole Scherzinger) und Emelie Sandé (Professor Green, Wiley) zur Seite.

"Jeder Track ist anders, die Bandbreite ist riesig", schwärmt sie. "Es ist wie eine Spieluhr, aus der überall die verrücktesten und verschiedensten Sachen rauskommen. Man könnte es als ?Swag Pop' bezeichnen, meine ganz persönlicher Genre-Begriff lautet allerdings ?Grit-Ya-Teeth' (= beiß-die-Zähne-zusammen)", lacht sie.

Cher war in jeder Phase an der Entstehung des Albums beteiligt, schrieb an jedem Song mit und war bei allen Aufnahme-Sessions in den USA, Großbritannien und Schweden dabei. Von den großen Namen der beteiligten Hitmacher ließ sie sich dabei wenig beeindrucken, sie achtete vielmehr konsequent darauf, dass ihre Ideen auch umgesetzt wurden. "Zuerst hatte ich natürlich Angst vor diesen ganzen großen Produzenten, und ganz alleine nach Amerika zu reisen, war schon etwas einschüchternd. Doch schon kurze Zeit später dachte ich mir: ?Eigentlich ist es doch fantastisch, die Chance zu bekommen, hier zu sein - wovor soll ich überhaupt Angst haben?"

Geboren wurde Cher Lloyd in Malvern in der Grafschaft Worcestershire. Die Schulzeit war für sie alles andere als ein Zuckerschlecken - sie wurde von Mitschülern dranglasiert und hatte dadurch auch ständig Ärger mit ihren Lehrern. Obgleich die Familie permanent mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wuchs sie in einer liebevollen Umgebung auf, die ihr auch eine wichtige Hilfe war, als sie sich mit negativen Presse-Berichten konfrontiert sah. "Ich habe eine Menge durchgemacht, so viele Dinge, bevor ich in die Position kam, in der ich jetzt bin", betont sie. "Doch jetzt bin ich hier. Aber ich bin noch das gleiche ?Chick' wir vor einem Jahr. Ich mache jetzt nicht einen auf dicke Hose, in welcher tollen Position ich jetzt bin."

Für Cher dreht sich alles nur um die Musik. Ihr größtes Ziel ist es, sich in der mit Newcomern hoffnungslos überfüllten Pop-Hemisphäre eine eigene Nische zu erkämpfen. Und schaut man sich die Reaktionen auf ihre bisherigen Veröffentlichungen Heimat an, so hat sie einen exzellenten Start hingelegt (nicht zuletzt stehen bis dato ein Nummer Eins-Hits, ein Top 5-Hit und ein Top 5-Album zu Buche). "Mir war nur wichtig, dass meine Musik ganz anders ist als das, was alle anderen machen. Eigentlich ist es ganz einfach: ich hatte eine Vision, und nun ist diese Vision Wirklichkeit."

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