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Biographie

Artur Rubinstein kam am 28. Januar 1887 im polnischen Lodz zur Welt. Er war ein Wunderkind und trat im Alter von sieben Jahren erstmals öffentlich auf. Vier Jahre später kam er nach Berlin und wurde hier Joseph Joachim, dem berühmten Geiger und Freund von Johannes Brahms, vorgestellt. Joachim war derart beeindruckt, daß er sich bereit erklärte, die Verantwortung für die künstlerische und musikalische Ausbildung des jungen Pianisten zu übernehmen. Im Alter von dreizehn Jahren debütierte Rubinstein in Berlin begleitet von den Berliner Philharmoniker mit Mozarts A-Dur-Klavierkonzert und Saint-Saëns' Klavierkonzert in g-moll. Am 8. Januar 1906 trat Rubinstein mit dem Philadelphia Orchestra in der Carnegie Hall erstmals in Amerika auf. Anschließend ging er auf eine Tournee durch die USA, in deren Verlauf er 40 Konzerte gab. Nach seiner Rückkehr aus Amerika trat er mehrere Jahre lang nur selten auf und widmete sich ganz dem Studium, dem Reisen und der nach seinen Worten wichtigsten Aufgabe: "...den größten Hemmschuh eines Wunderkindes, nämlich die Unreife, abzustreifen."

Von 1910 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat er in Polen, Deutschland, Italien, Österreich und 1912 erstmals in England auf. Im August 1915 setzte Rubinstein mit vier Konzerten den Beginn zu seinem lebenslangen Liebesverhältnis mit Spanien. 1916-17 gab er hier über hundert Konzerte, die im ganzen Land von großem Erfolg gekrönt waren, und er entwickelte sich zu einem der besten Interpreten spanischer Musik. Auf die stürmische Eroberung Spaniens folgte kurz darauf eine Tournee durch Südamerika. In den 20er und 30er Jahren wiederholte Rubinstein seine Erfolge in Spanien und Südamerika, er eroberte Paris, dehnte seine Tourneen auf den Nahen Osten, den Orient und Australien aus und kehrte 1937 nach zehnjähriger Abwesenheit im Triumph nach Amerika zurück. Beim Einmarsch der Deutschen in Paris im Jahr 1940 siedelte Rubinstein mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten über; 1946 erwarb er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Im darauffolgenden Jahr nahm er seine Konzertauftritte in Europa wieder auf. Rubinstein hatte Europa als gefeierter Interpret verlassen; als er zurückkehrte, wurde ihm eine der höchsten Ehren zuteil. 1958 trat er nach zwanzigjähriger Abwesenheit erstmals wieder in Polen auf und wurde von einem in Tränen aufgelösten polnischen Publikum mit der zweiten stehenden Ovation in der polnischen Geschichte geehrt. Die erste hatte einst Paderewski gegolten.

Im Mai 1964 wohnte der Pianist der Einweihung des Artur Rubinstein Musiklehrstuhls an der Hebräischen Universität in Jerusalem bei, der mit den von ihm zurückgewiesenen Gagen für seine Auftritte in Israel dotiert wurde. 1974 ehrte ihn Israel außerdem mit einem nach ihm benannten Wettbewerb, dessen erster Sieger der Amerikaner Emanuel Ax war. Zu seinen zahlreichen anderen Ehrungen gehörte der höchste Zivilorden der USA, die Medal of Freedom, bei deren Verleihung Präsident Gerald Ford erklärte: "Sein Publikum liebt ihn, seine Kollegen und Freunde verehren ihn und sein Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, sind stolz, ihn als einen der Größten als Mensch und Künstler zu ehren."

Arthur Rubinstein trat bis 1976 weiter auf, bis die teilweise Erblindung ihn zum unfreiwilligen Rücktritt in den Ruhestand zwang. Sein letzter Auftritt war ein Recital im Mai 1976. Er starb am 28. Dezember 1982 im Alter von 95 Jahren.

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