Torch
Diese Musik in meiner WerbungNur ein einziges Album hat Torch in seinen gut 25 Jahren mit HipHop veröffentlicht. Er brauchte nicht mehr, um für immer Legende zu bleiben. Pünktlich zu seinem 40. Geburtstag, exakt zehn Jahre nach Erstrelease, wird "Blauer Samt" nun neu aufgelegt - und klingt dabei zeitgemäßer als je zuvor.
Als "Blauer Samt" im September 2001 erschien, befand sich das immer noch junge Genre Deutschrap bereits in seiner ersten großen Krise. Der große Boom um Bands wie die Absolute Beginner, Freundeskreis und Dynamite Deluxe hatte die gesamte Industrie erst in einen ungekannten Freudentaumel versetzt - und schließlich in ein tiefes Jammertal gestürzt. So war es Torch, der die Verhältnisse mit einem waschechten Klassiker wieder gerade rückte. Ausgerechnet Torch: der Pionier, der Mythos, die Symbolfigur, der wohl wichtigste MC in der Geschichte des deutschen HipHop.
Dabei war die Platte nie als Kommentar zur Lage zur Nation gedacht, nie als Bestandsaufnahme konzipiert. Vielmehr ist "Blauer Samt" jahrelang gereift, im Piemont-Studio zu Heidelberg und überall sonst, wo es Stift, Papier und eine MPC gibt. Tiefgehend, durchdacht, manchmal verstörend, aber in jeder Sekunde fesselnd - genau wie David Lynchs "Blue Velvet" eben, dem Torch sein Leitmotiv entliehen hat.
So analysiert er auf "Blauer Samt" die zersetzende Wirkung des Geldes ("Blauer Schein"), reflektiert augenzwinkernd seinen Status als Szeneveteran ("Wir waren mal Stars") und zeichnet atemlos die Magie eines nächtlichen Schreibrausches nach ("Ich hab geschrieben"). Unter ständigen Perspektivwechseln huldigt er den großen Lieben seines Lebens ("In deinen Armen"), stellt sich gegen den "Konsum-Monsun" ("Gewalt oder Sex") und inszeniert die eigene HipHop-Geschichte als ewige Lehr- und Lernstunde ("Als ich zur Schule ging"). Zeitlose Themen, zeitlose Geschichte, zeitlos erzählt von einem wahren Dichter und Styler.
Die Gastbeiträge kommen entsprechend nicht von den damals angesagten Strophenlieferanten der Stunde, sondern von langjährigen Freunden wie Toni L., Boulevard Bou, Linguist und Ebony Prince. Von Gente Guasta aus Italien, Frero aus Frakreich, Eek-A-Mouse aus Jamaika. Und natürlich von DJs wie Stylewarz, Skizo oder Rick Ski, deren Kunst dem 360°-HipHopper Frederik Hahn immer schon genauso am Herzen lag wie das gerappte Wort. Versteht sich von selbst, dass er unter seinem DJ-Namen Haitian Star auch selbst zu Nadel und Fader greift. Und Melle Mel sampelt. Und Klaus Kinski zitiert. Und Minnesang liest. Und und und.
So gerät "Blauer Samt" zum monumentalen Manifest des Künstlers Torch und gewährt gleichzeitig einen faszinierenden Einblick in die Person Frederik Hahn. 2001 wie 2011.
Tracklist
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01.Torch - Kapitel 29 02:50reinhören
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02.Torch feat. Gente Guasta - Die Welt brennt 03:28reinhören
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03.Torch - Interlude 1 00:23reinhören
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04.Torch - Gewalt oder Sex 03:26reinhören
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05.Torch feat. Toni L - Wir waren mal Stars 04:42reinhören
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06.Torch - Interlude 2 00:35reinhören
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07.Torch feat. Advanced Chemistry - Als ich zur Schule ging 05:22reinhören
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08.Torch - Interlude 3 00:26reinhören
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09.Torch feat. Toni L - Wer bin ich 02:54reinhören
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10.Torch - Der flammende Ring 02:26reinhören
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11.Torch - Blauer Schein 03:30reinhören
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12.Torch - Hey Mädel 03:46reinhören
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13.Torch - In deinen Armen 05:16reinhören
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14.Torch - Heute 00:50reinhören
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15.Torch - Ich hab geschrieben 03:49reinhören
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16.Torch - Blauer Samt 03:45reinhören
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17.Torch feat. Boulevard Bou - Heute Nacht 04:37reinhören
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18.Torch - Zeig mir den Weg 04:57reinhören
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19.Torch - Interlude 4 00:22reinhören
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20.Torch feat. Eek A Mouse - Auf der Flucht 06:09reinhören
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21.Torch feat. Ebony Prince, Esa - Rote Wellen 04:17reinhören
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22.Torch feat. Frero - Shaolin 01:31reinhören
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23.Torch - Morgen 03:48reinhören

