Sophie Zelmani

Diese Musik in meiner Werbung 1994 gingen die schwedische Sängerin Sophie Zelmani und Produzent/Gitarrist Lars Halapi eine Zusammenarbeit ein, die man sechzehn Jahre später als eine der dauerhaftesten und ganz gewiss eine der erfolgreichsten in der Popgeschichte des skandinavischen Königreichs bezeichnen kann. Während ihre Alben in ihrer Heimat kontinuierlich Platinstatus erreichen, fand Zelmani über die Jahre auch in zahlreichen anderen Ländern ihr Publikum, u.a. in Japan, Österreich, der Schweiz und Deutschland.
Mit "I'm The Rain" veröffentlichte sie nun ihr achtes Studioalbum. Es ist abermals das Ergebnis des einzigartigen Zusammenwirkens von Zelmanis zurückhaltender Stimme und Halapis ruhigen Klanglandschaften. Auch wenn der Stil des Albums unleugbar "zelmanisch" ist, entstanden die enthaltenen Songs auf gänzlich andere Weise als bei den vorangegangenen Longplayern. Auch dies ist ein Markenzeichen der Zusammenarbeit der beiden.
"I'm The Rain" ist der Follow-Up zu "The Ocean And Me", das 2007 erschien und das z.T. in Sessions sozusagen "live im Studio" eingespielt wurde. Als Zelmanis langjähriger Mix Engineer Pontus Olsson, mit dem sie seit ihrem Debütalbum 1994 zusammengearbeitet hatte, im Frühjahr 2009 an Krebs verstarb, beschlossen Zelmani und Halapi, den Weg fortzuführen, den das Trio vor seinem Tod eingeschlagen hatte.
"Für mich hätte man es auch bei den Demo-Sessions belassen können", schildert die Sängerin ihre Gedanken, als sie die traurige Nachricht erhalten hatte. "Einfach, schlicht, kein weiteres Aufhebens. Alles war plötzlich anders, als unser geliebter Tontechniker von uns gegangen war. An eine aufwendige Studioproduktion konnte ich nicht mal denken."
Die Aufnahmen fanden schließlich in Halapis Studio auf dem Land in Südschweden im Frühling und Sommer 2009 statt. "Sophie spielte mir für gewöhnlich die grobe Skizze eines Songs vor", erklärt er, "von mir kamen dann Vorschläge, was das Tempo angeht, die Anzahl der Strophen, oder einfach nur generelle Ermutigung. Dann ging ich wieder, gärtnerte ein wenig und ließ sie alleine vor sich hin arbeiten. Nach ein paar Stunden rief sie mich wieder und dann war an der Zeit, zu arbeiten. Wir einigten uns auf das Format des Songs und die endgültige Tonlage. Ich richtete die Mikrophone ein und dann nahmen wir - nur mit unseren Gitarren - die Lieder auf." "Zum Schluss kam die Band von Stockholm heruntergeflogen und begleitete uns bei einigen Stücken. Diese Phase war sehr inspirierend."
Die aktuelle Zelmani-Band umfasst den neuen Keyboarder Rickard Nilsson, aber auch die gewohnten Namen Peter Korhonen (Schlagzeug) und Thomas Axelsson (Bass). Zelmani und Halapi nahmen auch drei Tage im Oktober auf, darunter den Titelsong und die Stücke "If I Could", "Ready To Be Forgiven" und "Interior Design". Letzterer ist eine Improvisation, sowohl musikalisch als auch textlich. Zelmani und Halapi hatten lediglich zwei Akkorde und einige Basis-Sätze. Die Idee war, über das Gefühl des "Traumhauses" zu meditieren und über all die Sehnsüchte, die mit diesem Ideal-Szenario in Verbindung stehen. Die Band erhielt lediglich die Tonart des Stücks.
"Meine Obsession mit Wasser könnte man durchaus verwunderlich finden", sagt Sophie angesichts des Albumstitels "I'm The Rain", der auf "The Ocean And Me" folgt. "Ich habe tatsächlich große Angst vor Wasser! Aber es hat auch etwas an sich, das mich extrem fasziniert…"
Für die schwierige Aufgabe, Pontus Olsson ersetzen zu müssen, wählte man den schwedischen "Mix Guru" Ronny Lahti. "Obwohl er seinen Fuß frisch in Gips hatte, machte Ronny in einem Studio in Kopenhagen einen fantastischen Job", erinnert sich Halapi, "die ganze Sache war in fünf Tagen erledigt."
"I'm The Rain" ist ein sehr geschlossenes Werk - selbst nach Zalmani'schen Standards. Die Songs fügen sich zu einem kontinuierlich melancholischen Mantra. Es ist Musik, die wie ein verlässlicher Freund ist. Musik, die heilend wirkt. Es die Musik von Sophie Zelmani.