Sandra Nasic
Diese Musik in meiner Werbung Es setzt zweifellos viel Mut, Selbstvertrauen und auch eine gehörige Portion Kühnheit voraus, wenn man als Sängerin einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Bands der zurückliegenden zehn Jahre die bis dato überaus erfolgreichen Pfade verlässt und bedingungslos von vorne anfängt. Sandra Nasic, bis vor drei Jahren das Aushängeschild der Rockformation Guano Apes, hat diesen Schritt gewagt. Nach drei sensationellen Studioalben, diversen Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland und Europa, zahllosen Auszeichnungen wie etwa den MTV-Award ("Best German Act"), mehrere ECHO-Awards, den VIVA-COMET, die ´1LIVE-Krone` oder etwa den ´IFPI-Award` (für über 1 Mio. verkaufte "Proud Like A God"-Alben in Europa) verließ sie 2004 die Guano Apes und orientierte sich musikalisch neu. Allen inneren Zweifeln und Unsicherheiten zum Trotz. "Natürlich hatte ich auch Angst vor dieser Entscheidung", gibt sie heute freimütig zu. "Man setzt ja praktisch alles auf Null. Ich bin jedoch unglaublich glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben." Im Spätsommer 2007 erscheint ihr Solodebüt The Signal, ein imponierendes Werk an der Schnittstelle zwischen Rock, Electro und Pop, oder wie Sandra die Scheibe treffend charakterisiert: "Dieses ist meine persönliche Lieblingsplaylist."Nach ihrem Ausstieg nahm sich Sandra zunächst viel Zeit, bevor sie mit dem Songwriting für ihr geplantes Soloalbum startete. "Ich wollte ohne Ablenkung alleine arbeiten und begann nach einer einjährigen Pause, fernab vom Plattenbusiness und irgendwelchen Erwartungen, in Ruhe zu komponieren." Ein Start, der bei aller Aufbruchstimmung auch die üblichen Tücken eines Neuanfangs mit sich brachte. "Die größte Schwierigkeit war, Rockmusik ohne Band im Proberaum zu schreiben", erklärt sie. "Ich musste erst einmal mein Bass- und Gitarrenspiel verbessern. Am Anfang habe ich mir sehr viel Zeit gelassen und eine Menge Dinge ausprobiert." Konkrete Vorgaben gab es keine. Sandra schrieb einfach drauflos, nutzte ihre Freiheit und interessierte sich gezielt auch für bislang ungewohnte Stilrichtungen. "Auf eine ganz unbefangene Art habe ich dabei die Musik für mich völlig neu entdeckt."
Bewusst wählte sie unterschiedliche Formen des Songschreibens. Tabus gab es keine, ebenso wenig unnötige Berührungsängste mit anderen Komponisten. "Einerseits wollte ich alleine schreiben, um meine eigene Musik zu finden. Andererseits suchte ich auch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, um Inspirationen von außen zu bekommen." Eine Arbeitsmethode, die sich unüberhörbar ausgezahlt hat. The Signal strotzt geradezu vor Ideenvielfalt und Facettereichtum, ist dabei aber gleichzeitig pur und authentisch. Sandra Nasic arbeitete in Berlin, London und Stockholm, ihr zur Seite standen so namhafte Songschreiber und Toningenieure wie Christian Neander, Steve Lironi (Fun Lovin Criminals, Happy Mondays, Bon Jovi), Pelle Gunnerfeldt (Refused, The Hives, The International Noise Conspiracy) oder der junge schwedische Produzent Patrik Berger. "Der Wechsel zwischen Rückzug und Sturz in fremde Städte hat für mich immer etwas Inspirierendes", sagt sie. "Schräge Situationen, Freaks, Idealisten, verpeilte Künstler, aber auch Neues und Fremdes, das ich beobachten beziehungsweise erleben darf. Genau in diesen Situationen fühle ich mich wohl, und hier entstehen auch meine Geschichten."
Persönliche Geschichten über ihre Leidenschaft, über ihr Universum der Musik und über Science Fiction-Storys, verpackt in eine musikalische Intensität, die sich durch griffige Melodien und eine geradezu berstende Dynamik auszeichnet. Wie etwa ´Fever`, die erste Radiosingle, die eine interessante Metamorphose durchlebte. "Ursprünglich entstand ´Fever` als Electro-Popsong", blickt Sandra in die frühe Entstehungsgeschichte des Stückes zurück. "Ich besaß anfangs noch nicht allzu viel Equipment und spielte deshalb die meisten Instrumente direkt in meinen Rechner. Als ich später mit Patrik Berger daran arbeitete, entwickelte sich ´Fever` zu einem Rocksong. Die Drums wurden in London aufgenommen, die Gitarren abwechselnd von Patrik und mir eingespielt. Ich wollte meine Spielweise mit seinem Gitarren-Knowhow verbinden." Auch der Track ´Name Of My Baby` blickt auf eine ähnlich lange Entwicklung zurück. "Die Nummer habe ich eigentlich schon vor zwei Jahren komponiert und zum ersten Mal die Gitarren auch selbst im Studio eingespielt. Es ist eine Hommage an das Wichtigste in meinem Leben, die Musik. Für diesen Song schrieb ich fast 20 verschiedene Strophen. Meine Plattenfirma wäre deshalb fast verrückt geworden und wollte mir schon gewaltsam die Festplatte wegnehmen", schmunzelt sie augenzwinkernd.
Und noch eine Nummer, die aufgrund ihrer atemberaubenden Intensität aus einem grandiosen Album und dessen 13 heißen Tracks herausragt: ´Mecasanova (Yamyam)`, ein Song wie eine Dampframme. "Eines meiner Lieblingsstücke", gesteht Sandra. "Es rollt, ist roh, düster und sexy. ´Mecasanova` entstand in einer langen Nachtsession mit Patrik Berger, nach viel Bier und einer Bowlingpartie. Ein gelungener Mix aus Gitarren und Elektrosounds. Niemals zuvor war Sandra Nasic so groß wie anno 2007, niemals so stark und gleichzeitig persönlich wie auf ihrem Solodebüt The Signal.
Bleibt noch die Frage nach den atemberaubenden Bühnenqualitäten, die Sandra Nasic schon zu Zeiten der Guano Apes ausgezeichnet haben. "Ich bin gerade dabei, eine Band zusammenzustellen", stellt sie schon jetzt schweißtreibende Konzerte in Aussicht. Denn eines ist mal klar: Diese Songs funktionieren ebenso im Radio wie in verrauchten Clubs. Und sie verkünden den furiosen Beginn einer Solokarriere, zu dem Sandra ihr Bestes beigesteuert hat: ein Signal!!

