Paloma Faith
Diese Musik in meiner Werbung Ihr Entrée als Solokünstlerin 2009 machte es schnell allen unmissverständlich klar: Hier kommt das perfektes Gesamtpaket. Paloma Faith ist eine fesselnde Sängerin, eine einzigartige Entertainerin, multitalentiert: Ein Pop-Chamäleon!Ihr Debütalbum "Do You Want The Truth, Or Something Beautiful?" ist und bleibt eine glänzende Sammlung voller Retro-Referenzen und frechen Pop-Nummern, von den massiven Beats von "Stone Cold Sober", über den epischen Schwung ihres größten Chart-Hits: "New York". Ihr erstes Album verkaufte über eine halbe Million Exemplare.
Nicht nur alleine diese Tatsache brachte ihr eine Nominierung als "Best British Female" der Brit Awards und die Ehre, die Veranstaltung 2011 mit einem Duett an der Seite von Cee-Lo Green zu beschließen, ein. Auf Wunsch von Chaka Khan performte sie daraufhin den Hit "I'm Every Woman" vor 50.000 Menschen und erntete nicht nur den Applaus von Annie Lennox, die sie daraufhin kurzerhand als Support für ihren Auftritt beim "International Woman Day" verpflichtete.
Die Britin ist so viel mehr als eine gewöhnliche Künstlerin. Eines der größten Markenzeichen der 26-Jährigen ist ihr böser und trockener Humor. Sie ist freimütig und furchtlos: Sie hat definitiv ihre eigene Meinung.
Als Künstlerin bedient sie sich einerseits aus ihrer reichhaltigen Erfahrung, ihrem Abschluss in "Contemporary Dance" und ihrem Master-Abschluss in zeitgenössischer Kunst bis hin zu ihrem schauspielerischen Talent ("Das Kabinett des Dr. Parnassus" u.a.). Andererseits frönt sie ihren Leidenschaften und so trifft man die dreisprachige (englisch, italienisch und spanisch) Paloma mit aller Wahrscheinlichkeit auf den Roten Teppichen und in den Front-Rows dieser Welt, wenn sie nicht gerade in der Jury von "Londons Next Top Tranny" sitzt.
Jetzt schlägt Faith eine neue Seite im Buch ihrer Geschichte auf und bringt all ihr Innerstes mit ihrem einzigartigen Songwriting zum Ausdruck. Auf ihrem neuen, zweiten Album "Fall To Grace" hat sich die Tochter spanisch-britischer Eltern vielmehr dazu entschlossen, aus all ihren Talenten zu schöpfen und zieht wortwörtlich emotional blank.
"Am Anfang wollte ich etwas schaffen, das total inszeniert war, denn das ist irgendwie immer in mir", erklärt sie, "aber ich fühlte, dass ich am erfolgreichsten bin, wenn ich entspannt und einfach nur ich selbst bin. Jetzt stehe ich total und mit ganzem Herzen hinter diesem Album. Es fühlt sich an, als gehöre es zu mir und ich gehöre unweigerlich zu diesem Album."
Während des Aufnahmen von "Fall To Grace" im Jahr 2011 zusammen mit den Produzenten Nellee Hooper (Madonna, Massive Attack, Björk) und Jake Gosling (Ed Sheeran) wählte plötzlich niemand geringeres als Prince sie persönlich für eine Performance beim "NPG Music and Arts Festival" in Kopenhagen aus.
"Ich war nicht nur dazu ausgewählt, Prince zu supporten, nein, er unterrichtete mich förmlich", so Faith "Ich sollte mir all die anderen Acts intensiv ansehen und er gab mir kleine Lektionen zum Üben. Ich war völlig überwältigt. Alles begann doch ganz locker ‚Komm wir spielen ein Konzert zusammen' und endete damit, dass ich ein komplettes Wochenende mit Prince verbrachte. Das war ein wirklicher Wendepunkt für mich. Ich war ja gerade mittendrin in der Schreibphase für mein neues Album, als ich zum Festival fuhr. Dort fühlte ich mich wie auf der Spitze des Berges angekommen. Aber das Gefühl, als ich wieder nach Hause kam, war eher wie wieder am Anfang vor einer noch größeren Herausforderung zu stehen. Es war erschreckend. Ich war irgendwie zurück am Ausgangspunkt von etwas, aber ich fühlte, dass ich durch diese intensive Unterstützung rausgehen und etwas erreichen kann."
So nimmt Faith während der Aufnahmen die Zügel in die Hand und galoppiert den alten Bezugspunkten ihres Debütalbums, wie Etta James und Billie Holiday, davon und gelangt so zu einem für sie neuen, zeitgenössischen Sound.
Die Zusammenarbeit mit Songwritern wie Ed Harcourt, Matt Hales (Lianne La Havas), Dan Wilson (Adele), Wayne Hector (Britney, Westlife), und sogar Filmmusik-Komponist David Arnold (unzählige James Bond-Filme, "Independence Day", "Narnia" etc.) macht "Fall To Grace" klanglich abwechslungsreich, aber trotzdem zu einem komplett zusammenhängenden Werk. Vom Disco lastigen "Blood, Sweat and Tears" und dem schwindelerregenden Dance-Beat von "Agony" bis hin zu "Freedom" (Produzent/Co-Writer Al Shux) mit seinem treibenden Beat und seinen exzellenten Steigungen; Faith kräftige Blues-Stimme trotzt vor starken Emotionen.
Unterstützt durch großartige Streicher und Gospelsänger erzählt der Song "Picking Up The Pieces" von "den Problemen, die auftreten, wenn man eine Beziehung mit jemandem eingeht, der sich gerade noch von der Beziehung mit einem anderen Menschen erholt. Es ist ein Song über Selbstzweifel und Unsicherheit."
"Black & Blue" hingegen ist gespickt mit scharfsinnigen, sozialkritischen Beobachtungen. Mit dem glitzernden Pop-Song "30 Minute Love Affair" erzählt Faith von einem wahren Erlebnis, einer flüchtigen Begegnung mit einem Straßenmusiker auf dem Londoner Leicester Square, als sie gerade vierzehn war. "Ich fragte ihn, ob er auch am nächsten Tag wieder da sein würde und er sagte: Ja. Aber er kam nie wieder und das habe ich nie vergessen."
Für Faith ist "Just Be" das beste Stück auf dem Album. "Es ist ein realistisches Liebeslied für echte Liebende" erklärt sie. "Es soll sagen: Er geht mir auf die Nerven, aber ich liebe ihn. "Ich finde das ist eine viel zärtlichere Botschaft als zu sagen: ‚Es gibt niemanden außer dich für mich in dieser Welt". Das klingt in meinen Ohren viel zu naiv. Ich habe große Bewunderung für Leute, die seit vielen Jahren eine Beziehung führen oder seit Jahren verheiratet sind. Das ist ein viel klügerer Umgang mit Romantik!"
Mit dem Albumtitel veranstaltet Faith ein kleines Wortspiel und ändert "Fall From Grace" (Sündenfall) in "Fall To Grace" und gibt dem Ganzen so eine positive Wendung. "Es geht um eine erwartungsvolle Reise, und da ist es mit Sicherheit besser, in Gnade zu fallen, als in Ungnade." erklärt sie. "Ich nehme die schlechten Dinge so wie sie passieren, das lässt mich zu einer vollständigen Persönlichkeit werden. Vor Kurzem habe ich viel darüber nachgedacht, über die Idee, dass zwangsläufig, wenn etwas Schlimmes in deinem Leben passiert, man immer ein bisschen von sich selbst verliert, bis man wieder ‚geheilt' ist. Im Nachhinein betrachtet hat man zwar etwas verloren, man wächst aber daran, wird stärker. Ich fühle mich daher gut gerüstet."
Sie fügt hinzu: "Außerdem mag ich die Tatsache, dass in alten Liedern, wenn über Herzschmerz gesungen wurde, eine echte Romanze fühlbar wird. Ich finde, dass sich das eindeutig in der zeitgenössischen Musik verloren hat, da alle Menschen viel zu abrupt reagieren. Man sagt viel zu schnell ‚Das ist furchtbar', oder ‚Das ist genial!'. Alles scheint immer so eindeutig zu sein. Also, wollte ich etwas von diesem alten Stil zurückbringen - Tränen können auch etwas Schönes sein. Im Song ‚The Beauty of the End' geht es darum, in den Erinnerungen an eine beendete Beziehung zu schwelgen, noch in der Romanze zu weiterzuleben, die man hatte. Ich finde es seltsam, dass Menschen oft damit beginnen, ihre Ex-Partner zu dämonisieren, ausgenommen, der Ex-Freund hat etwas Schreckliches oder Unverzeihliches getan hat. Dieser Song soll sagen: Ich liebe dich, aber wir werden nicht wieder zusammen sein und das ist besser für uns Beide. Das begleitende Streicher-Arrangement (arrangiert von Guy Barker) ist übrigens ein bisschen wie Dr. Dre trifft Fellini."
Auch bei der visuellen Umsetzung ihres Werks ist Faith stets akkurat bei der Sache, egal ob Video, Fotos oder das Set-Design. Der ewige Filmfanatiker Faith sieht in ihrem zweiten Album vor allem die Zusammenkunft ihrer zwei großen Lieben: Die zum Film und zur Musik. Es ist der Soundtrack ihres Lebens! "Ich wollte, dass das Album eine Hommage an den Film ist. Alles soll so aussehen, sich anhören und anfühlen wie ein Teil eines Kinofilms."
Und das hat sie zweifelsohne geschafft. Das zeigen auch die Anspielungen auf ihre Lieblingsregisseure Wong Kar Wai und Federico Fellini, Jean-Pierre Jeunet und sogar Juan Carlos Fresnadillo. "Das Album ist optisch sehr gesättigt und emotional", sagt sie. "Ich bin in vielen der Bilder weinend zu sehen, weil ich mich von diesen ikonischen Fotografien von Marilyn Monroe habe inspirieren lassen, die in den Momenten aufgenommen wurden als sie gerade dabei war, die Bühne zu betreten. Ich habe versucht, es so aussehen zu lassen, ohne vorher in der Maske gewesen zu sein. Es ist selbstverständlich für mich, dass ich auf der Bühne lächele, dass ich gestylt und vorbereitet bin, aber es gibt eben immer noch diesen Moment davor, das wirkliche Leben. Als Art-Direktorin meiner Bilder ging es mir genau darum, diesen Moment der Realität und Verletzbarkeit einzufangen bevor die Show beginnt."
Natürlich ist es genau dieser Ort, wo die Songs und die Künstlerin Paloma Faith lebendig werden: Auf der Bühne. Es passiert vor dem Publikum, wo jeder Aspekt ihrer Vision vollständig realisiert wird. Wenn Sie live auf der Bühne performt, vereint sie das mit ihrem Publikum.
"Eine Menge Leute schreiben Songs, um sie in einem Studio aufzunehmen. Sie wollen einfach nur ihre Gefühle raus lassen", sagt sie. "Ich schreibe keine Lieder aus diesem Grund: Ich schreibe Songs, damit ich sie performen kann."

