Outlandish

Diese Musik in meiner Werbung Wir erinnern uns gerne: Es war der Sommer des Jahres 2003, in dem das dänische Trio Outlandish mit ihrer Version des Cheb-Khaled-Hits "Aicha" Europa einen der schönsten Sommerhits aller Zeiten bescherte. Die hochattraktive musikalische Gratwanderung zwischen HipHop, R&B, Ethno und High-End-Pop der dänischen Shootingstars verzückte sowohl die Leser der auflagenstarken Teenie-Magazine als auch Radiohörer und CD-Käufer. Die Folge: Lenny Martínez, Waqas Qadri und Isam Bachiri dominierten über Monate hinweg nicht nur sämtliche Jugend-Publikation, sondern auch die Airplay- und Single-Charts, wo sie jeweils unangefochten die Spitzenposition übernahmen. Insgesamt hielt sich "Aicha" neun Wochen in den Top Ten der Media Control Charts.

Auch das folgende Album, "Bread & Barrels Of Water" rangierte kurze Zeit später unter den zehn meistverkauften Alben der Republik und brachte in der Folgezeit mit "Guantanamo" und "Walou" zwei weitere Hits hervor. Die folgenden Monate verbrachten die drei Chartstürmer auf Tour. Die Popularität ihrer Musik, die schon alleine aufgrund ihrer multikuturellen Einflüsse und der Texte in Englisch, Spanisch, Urdu, Arabisch und Dänisch von vielen Menschen verstanden und nachempfunden werden konnte, erstreckte sich längst nicht mehr nur auf den europäischen Raum - auch im Mittleren Osten und Indien hatte das Trio zahlreiche Fans und wurde für Konzertreisen gebucht.

Drei Jahre später steht nun mit "Closer Than Veins" das dritte Outlandish-Album zur Veröffentlichung an (ihr Debütalbum "Outland's Official" war 2000 lediglich in Dänemark erschienen). Und was für eines: Fast zwei Jahre arbeiteten die drei im Studio an den Songs - das Ergebnis ist schlicht atemberaubend. Hatte sich die Band auf ihrem Debütalbum vor sechs Jahren nahezu ausschließlich ihrer Liebe zum HipHop hingegeben und auf "Bread & Barrels Of Water" zahlreiche neue Einflüsse (Samples arabischer Popmusik, Bollywood-Soundtracks und lateinamerikanische Rhythmen) in ihren Erfolgs-Sound integriert, so liefert die Band mit den fünfzehn Tracks auf "Closer Than Veins" ihr bisheriges Meisterstück ab. Doch so ambitioniert und musikalisch fundiert Stücke wie "I Only Ask Of Good" (eine Coverversion des Stücks "Solo le pido Dios" des argentinischen Singer/Songwriters Leon Gieco aus dem Jahre 1978) oder der aggressive HipHop-Track "Kom Igen (Come Again)" (das Teile des European-Song-Contest-Siegiertitels "Dansevise" aus dem Jahr 1963 aufgreift) auch sind - nie vernachlässigen Outlandish das Qualitäts-Trademark, das alle bisherigen Produktionen der Band auszeichnet und auf das sich ihre Fans blindlings verlassen können: Hooklines, für die die Konkurrenz ihr letztes Karl-Kani-Hemd gäbe.

Ein Paradebeispiel für maximale Catchiness bei minimalster Cheesiness ist auch die erste Single-Auskopplung "Look Into My Eyes" - ein smarter, moderner Protestsong im Spannungsfeld von Singer/Songwriter-Pop und laid-back HipHop. Ein Hit mit Ansage. Und Attitude.