MDR Symphony Orchestra feat. Joy Denalane, Bilal, Dwele & Tweet
Diese Musik in meiner Werbung "Soul Symphony" heißt so manches Album, von einer coolen Jazzplatte der späten 60er Jahre bis zu einem Smooth Soul-Album aus dem Jahr 2005. Aber das erste Werk, das diesem Namen mit allen seelischen und symphonischen Komponenten gerecht wird, ist zweifellos "The Dresden Soul Symphony". Das aufwendig aufgenommene Konzert, das nun zeitgleich als CD und DVD erscheint, ist ein bahnbrechendes, bislang einzigartiges Ereignis - und auch einmalig gelungen: Zweiundzwanzig der schönsten Songs der Soulgeschichte sind hier spannend, sinnlich und symphonisch vereint, gesungen und gespielt von absoluten Stars und einem hochkarätigen Sinfonieorchester. Die Emotionen des Soul um die klassische Klangfülle zu bereichern, gesungene Spontaneität und tief erlebte Improvisation mit kunst- und gefühlvoll auskomponierten Harmonien und Melodien zu verbinden, gelingt "The Dresden Soul Symphony" auf begeisternde Art und Weise. "Deutschlands Soul-Queen" Joy Denalane, die ursprünglich nach einem Radiokonzert bei MRD Sputnik die Idee zu dieser Zusammenarbeit ins Rollen brachte, bildet gemeinsam mit der Missy Elliott-Entdeckung Tweet, dem "Soulquarian" Bilal und dem eleganten Dwele aus "Motown" Detroit die stimmliche Speerspitze dieses Projekts - vier unverkennbare Individualisten, deren professionelle und leidenschaftliche Performances den Klassikern von Stevie Wonder über Aretha Franklin und James Brown bis Lauryn Hill mehr als gerecht werden.Von "Midnight Train To Georgia" über "I Got A Woman" bis "ABC", von "It´s A Man's Man's Man's World" und "T.S.O.P." bis "Love Train" spannt diese Sinfonie einen sagenhaften und sinnvollen Spannungsbogen. Dafür zeichnen sich zwei Ausnahmetalente aus Amerika verantwortlich: Der legendäre Larry Gold, einer der wichtigsten "Philly Sound"- Arrangeure der 70er Jahre und der bevorzugte Soul-Streichersetzer der neuen Generation, und sein Schwiegersohn, der Komponist Daniel Felsenfeld. Dass dieses Zusammentreffen der vermeintlich so unterschiedlichen musikalischen Welten des Soul und der Klassik im Konzert so unerhört harmonisch verlief, ist sicherlich auch ein Verdienst des Chefdirigenten Jun Märkl, der die 130 Instrumentalisten seines MDR Sinfonieorchesters mit tänzerischer Leichtigkeit und konzentrierter Präzision zu immer neuen Höhenflügen anspornen konnte. Schließlich verfolgten alle Beteiligten an "The Dresden Soul Symphony" ein Ziel: Großartige, bewegende Musik zu machen, auf höchstem Niveau, so beseelt wie inspirierend. Dass sich zwischen den Instrumentalisten und den Sängern nicht nur gegenseitiger Respekt, sondern echte Freundschaft entwickelte, hört und spürt man in jedem Moment dieses mitreißenden Werkes. Vor allem entführt und verführt "The Dresden Soul Symphony" den Zuhörer zu einer stimmungsvollen Reise durch die bewegte Historie der Soulmusik. Der "Midnight Train To Georgia" bildet Ouvertüre, Zwischenspiel und Finale von "The Dresden Soul Symphony" - drum herum erwecken über zwanzig weitere Hits Erinnerungen und Emotionen, etwa "Let's Stay Together" von Al Green, Aretha Franklins "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman", die Dancefloor-Hymnen "I'm Coming Out" von Diana Ross oder "Master Blaster" von Stevie Wonder und nicht zuletzt das famose Motown-Duett "You're All I Need To Get By". Zu guter letzt ist "Ain't No Stoppin' Us Now" das perfekte Motto für "The Dresden Soul Symphony" - immerhin gelingt es dieser Sinfonie auf ziemlich unaufhaltsame Art und Weise, ein Orchester - und damit die Welt der klassischen Musik - mit Soul und seinen Melodien, Gefühlen und Grooves zu verbinden.

