Karat
Diese Musik in meiner Werbung "Wir wollen einen Mittelweg finden zwischen Rock und romantischem Pep", beschrieb Herbert Dreilich 1975 das musikalische Ziel von Karat. Das Programm ging auf. Bei seinen Konzerten, auf denen Karat anfangs noch viele gängige internationale Hits nachspielte, gestaltete die Gruppe immer öfter einen Block von eigenen Kompositionen und testete die Resonanz beim Publikum. Noch vor seinem ersten öffentlichen Auftritt produzierte Karat vier Lieder für den Rundfunk. Ende des Gründungsjahres 1975 existierten bereits 13 Karat-Rundfunk-Titel, die die Gruppe schnell populär machten.Nach der Goldmedaille bei der Leistungsschau der Unterhaltungskunst Anfang 1977 und dem Gewinn des Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden 1978 schaffte Karat auch international den Durchbruch. Die Band etablierte sich zum Aushängeschild der ostdeutschen Musikszene, ihre Schallplatten wurden zum Verkaufsrenner. Gastauftritte führten Karat in zahlreiche Länder der Welt. Mit Engagements im Fernsehen der Bundesrepublik und Live-Tourneen in den meisten bundesdeutschen Großstädten verschaffte sich Karat auch links der Elbe Anerkennung: Zwei Goldene Schallplatten auf dem westdeutschen Musikmarkt, sogar ein Auftritt bei "Wetten, dass ...?" und letztendlich die Auszeichnung mit der Goldenen Europa, davon konnten andere DDR-Bands nur träumen.
Mit der Wende kam nicht zuletzt für Karat eine Phase des Umbruchs. Noch zur Wiedervereinigung im historischen Herbst 1990 wurde der Hit "Über sieben Brücken" zur Hymne des Jahres, aber dann wurde es plötzlich leiser um Karat. Es schien als würde die Geschichte der Band -im übrigen erging es allen Rockgruppen der ehemaligen DDR so- zu Ende gehen. Aber Karat findet die Kraft, die Durststrecke zu meistern. Knapp zwei Jahre später ist die Band wieder live präsent und setzt mit den Longplayern "Die geschenkte Stunde" und "Balance" die gewohnte musikalische Qualität fort.

