Gerhard Schöne

Diese Musik in meiner Werbung Geboren am 5.1.1952 in eine kinderreiche Pfarrfamilie bei Dresden, lernte Metallfacharbeiter, arbeitete als Briefträger und im Musikbereich der Kirche, Wehrersatzdienst, Fernstudium an der Musikhochschule in Dresden, seit 1979 freiberuflicher Liedermacher. Das kirchliche Elternhaus war freigeistig-offen und prägte seine Anschauungen im Sinne der Toleranz, der Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dieser Werte sind auch das Charakteristikum seines künstlerischen Schaffens. Der konkrete Augenblick und das Glücksgefühl seiner Wahrnehmung waren und sind die Ausgangs- und Endpunkte seiner Lieder, egal, ob sich komplizierte Beziehungskisten frustierter Elternpaare oder Kinderthemen dazwischen abspielen. Gerhard Schöne bietet einfache Lösungen, aber er simplifiziert nicht. Er stellt originelle Fragen und charakterisiert damit schon einen Teil der Antwort. Die musikalische Gestaltung seiner Lieder reicht von der einfachen Gitarrenbegleitung bis zur Big-Band. Wenn es der Inhalt erfordert, werden auch eigentümlichste Instrumente verwendet; der Aufwand für eine Kinder-Samba ist nicht weniger gering als für einen lateinamerikanischen Tanzabend. Zuweilen ist man geneigt, seine Person mit einem modernen Jesus zu vergleichen, der ungerührt von irdischen Mißlichkeiten für eine phantasievolle Interpretation des Alltags wirbt. Und vielleicht ist es auch genau diese Wirkung seiner Person, die kulturpolitischen Dogmatismus genauso durchkreuzte wie kurzsichtige Geldhascherei. Der Liedermacher, dessen Schallplatten und Kassetten schon zu DDR-Zeiten millionenfach verkauft wurden, hat nach der Wende eher noch zugelegt. Gerhard-Schöne-Konzerte sind gestern wie heute gut besucht. Seine Lieder für große und kleine Menschenkinder begleiten viele in Ost und West bereits über zwei Generationen. Die Titel seiner LPs sind Stichworte einer kontinuierlichen Programmatik: "Spar Deinen Wein nicht auf für morgen" (1981), "Menschenskind" (1985)