Electra
Diese Musik in meiner Werbung Gegründet am 24.4.1969 als Elektra-Combo - Von Anfang an zieht sich eine eigene Linie durch alle electra-Kompositionen (Stammtexter bis 1980: Kurt Demmler), die sich nicht auf formale Stilmittel der Band wie handwerkliche Perfektion, akribischen Tonsatz oder Ludewigs Kopfstimme reduzieren läßt. "Tritt ein in den Dom" (1970 produziert, aber wegen angeblicher Kirchenwerbung nicht auf der Debüt-LP 1973, sondern erst 1980 auf der 3. LP veröffentlicht.Die 1975 veröffentlichte LP folgte zwar einem internationalen Trend, aber was electra da als 2. Sinfonie von Borodin und seine Polowetzer Tänze oder Bachs 2. Brandenburgisches Konzert vorlegte, war eben auch von konkurrenzfähiger Güte.
Mit dem klassisch ausgebildeten Sänger Manuel van Senden (kam 1978 von GRH-Projekt) wurde electra in die Lage versetzt, ihren Status als E-Musik-Gurus im DDR-Rock noch zu toppen.
"Die Sixtinische Madonna" hieß das Werk, welches 1980 als Rocksuite (mit Gesang) auf LP erschien und aus einem Guß von Aust und Demmler gefertigt war. Manuel van Senden übernahm mit seiner Rolle als definitiver Frontmann auch Text- und Kompositionsaufgaben.
Über die Jahre hatte sich electra einen großen Bogen lyrischer Hits geschaffen ("Weil deine Seele brennt", "Frau im Spiegelglas", "Einmal ich, einmal du, einmal er"), der mit weiteren LPs ("Ein Tag wie eine Brücke" 1982, "Augen der Sehnsucht" 1985 und "Tausend und ein Gefühl" 1987) und wunderschönen Hits ("Jeder Morgen", "Nie zuvor"), wie sie eben nur von electra kommen konnten, weitergezogen wurde. Daß die Gruppe wie kaum eine zweite für Kunstpreise und Siegertitel prädestiniert war, sei nur am Rande erwähnt.

