Della Reese
Diese Musik in meiner Werbung BELLA DELLADella Reese, geboren als Delloreese Patricia Early am 6. Juli 1931 in Detroit, ist wie viele andere farbige Musiker von Kindheit an mit Gospel-Musik, dem geistlichen Chorgesang der Schwarzen in amerikanischen Kirchengemeinden, aufgewachsen und wurde durch sie schon früh geprägt.
Tatsächlich begann ihre professionelle Laufbahn bereits mit 13 Jahren, als sie von 1945 bis 1949 mit der Gospel-Truppe einer der berühmtesten schwarzen Sängerinnen, Mahalia Jackson, auf Tour ging. Später, während ihrer Studienzeit auf der Wayne University in Detroit, gründete Della Reese ihre eigene Gruppe, The Meditation Singers, bevor sie sich in den frühen Fünfzigern dem Orchester des populären Bandleaders Erskine Hawkins anschloss, mit dem sie durch zahlreiche Radio- und Fernsehauftritte schnell bekannt wurde. Die ebenso markante wie intelligente Vokalistin hatte erkannt, dass sie - umgeben von rassistischer Unterdrückung und fehlender Gleichberechtigung der farbigen Bevölkerung in den USA zur damaligen Zeit - mit Gospel-Musik nie wirklich den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen würde. Denn Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre fand die schwarze Musik noch in einer Nische des Popgeschäfts statt und wurde von weißen Kommentatoren oft genug als "Race Music" oder "Nigger Music" bezeichnet.
1957 erhielt Della Reese ihren ersten Schallplattenvertrag als Solistin bei der kleinen Firma Jubilee. Ihre stimmlichen Qualitäten waren so überzeugend, dass sie nur zwei Jahre später bei einem der ganz Großen der Branche landete, RCA. Obwohl in Amerika die schwarze Rhythm'n'Blues-Musik immer beliebter wurde und auch das Rock'n'Roll-Zeitalter eingeleitet worden war, sahen die Produzenten einen Erfolg in den von weißen Interpreten beherrschten Hitparaden nur dann, wenn sie Dellas Stimme mit Songmate-rial kombinierten, das eben nicht typisch "schwarz eingefärbt" war. Genau mit diesem Konzept hatte sie ihren ersten großen Hit und landete 1959 mit Don't You Know, der verpoppten Fassung einer Arie aus der Puccini-Oper La Boheme, auf dem zweiten Platz der amerikanischen Pop-Charts - in den R&B-Charts erreichte sie sogar Platz 1.
Die Spannbreite ihres Könnens zeigt sich in gekonnt dargebotenen und immer wieder verschiedenen musikalischen Stilrichtungen wie Blues, Swing, Soul und Jazz, sowie in ihren Walzern und hervorragenden ChaChaChas, die auch auf dieser CD zu hören sind und die sie im August 1960 in den New Yorker RCA-Studios zusammen mit dem Orchester O. B. Masingill aufnahm. Die attraktive Della Reese schaffte es, mit ihrem intensiven Gesang und einer über mehrere Oktaven gehenden Stimme, das Publikum zu begeistern, was nicht zuletzt ihre weiteren Charts-Erfolge bewiesen. Mit dem Titel Not One Minute More belegte sie 1959 Platz 16 in den amerikanischen Charts. Danach folgten weitere Plazierungen in den US-Hitparaden, wie ihre sensiblen Balladen Someday (You'll Want Me To Want You), And Now (The Pain Begins), The Most Beautiful Words und die Swing-Nummer Won'Cha Come Home, Bill Bailey.
Nach ihrer ersten Filmrolle in Let's Rock 1958 hatte Della Reese vor allem in den 70er Jahren parallel zu ihrer musikalischen Arbeit eine Karriere als Schauspielerin begonnen. Sie spielte bis dato in 28 Filmen mit - z. B. 1989 in Harlem Nights - und war in 19 Fernsehserien zu Gast, darunter ihre eigene TV-Serie Della (1970) und von 1976 bis 1978 in der beliebten Fernsehreihe Chico And The Man als Della Rogers.
Trotz aller TV-Popularität hatte Della die Musik nie vergessen und kehrte nach vertraglichen Flirts mit anderen Plattenfirmen in den 80er Jahren zu RCA zurück. Doch ihre großen musikalischen Triumphe feierte sie von 1959 bis 1964. In dieser Zeit arbeitete sie mit den bekannten Orchestern von Glenn Osser, Neal Hefti oder Mercer Ellington (Sohn von Duke Ellington) zusammen, die raffinierte Orchester-Arrangements mit Jazz-Einflüssen für sie schrieben, dabei aber niemals den außerordentlichen Charme ihrer Stimme & Persönlichkeit verdeckten. Mit diesen Orchestern spielte sie auch eine ganze Reihe von Langspielplatten für RCA ein und ging auf erfolgreiche Tourneen durch die USA und auch Europa. 1987 war sie sogar als beste Solistin für den Grammy in der Sparte Gospel-Musik nominiert.
Diese CD versammelt Della Reeses beste & erfolgreichste Aufnahmen. Geboten wird eine Zusammenstellung, die vor allem für europäische Fans erstmalig einen Gesamtüberblick über das Schaffen der Künstlerin dokumentiert, wobei einige Titel hier zum ersten Mal überhaupt auf CD erscheinen. Swing, Slow & ChaChaCha - eine interessante Mischung, die es nur auf diesem Album gibt und die es zu entdecken gilt!
Regina Sommerfeld
(besonderer Dank an Martin Reichold, "Oldiemarkt")

