Broken Bells

Diese Musik in meiner Werbung Der administrative Firlefanz vorab: nach einigen widersprüchlichen Berichten, Ankündigungen und Interview-Statements der Künstler selbst firmiert die seit Monaten mit Hochspannung herbei gesehnte Zusammenarbeit zwischen James Mercer (The Shins) und Brian Burton (= Danger Mouse) nunmehr unter der Bandbezeichnung Broken Bells. Es ist gleichzeitig auch der Titel des Debütalbums des prominenten Duos, das im Februar 2010 erscheinen wird. "Broken Bells" ist derweil nicht die erste Zusammenarbeit zwischen den beiden Indie-/HipHop-Heavyweights: bereits beim (nicht erschienenen) Album "Danger Mouse and Sparklehorse Present: Dark Night of the Soul" kam es bei dem Song "Insane Lullaby" zu einer Kollaboration.

Persönlich begegnet waren sich die beiden erstmals 2004 backstage beim Roskilde-Festival in Kopenhagen, hatten sich auf Anhieb blendend verstanden und waren seitdem in ständigem Kontakt geblieben. Doch erst 2008 ergab sich die Gelegenheit einer umfangreichen Zusammenarbeit: Für ihren gemeinsamen Erstling "Broken Bells" hatten die beiden zusammen zwanzig brandneue Songs geschrieben, von denen sie schließlich zehn aufnahmen, darunter die Vorabsingle "The High Road". Der Longplayer soll derweil kein One-Off-Projekt bleiben - vielmehr plant das Duo, als Broken Bells langfristig aktiv zu sein.

James Russell Mercer und Brian Burton zählen zu den prägendsten Figuren der US-Musikszene der vergangenen Jahre. Mit seiner Band The Shins, die bereits 1997 gegründet wurde und ihr erstes Album 2001 beim Kultlabel Sub Pop veröffentlichte, gelang Mercer schließlich 2007 der kommerzielle Durchbruch. Das dritte Shins-Album "Wincing The Night Away" konnte sich sowohl in den US- als auch UK-Charts auf Position zwei platzieren und brachte der Band eine Grammy-Nominierung ein. In den Jahren zuvor hatte die in Portland beheimatete Band u.a. durch diverse Soundtrack-Beiträge ("Scrubs", "Garden State", "Spongebob Squarepants" etc.) ein größeres Publikum auf sich aufmerksam machen können.

Brian Burton aka Danger Mouse geriet erstmals 2004 mit seinem "Grey Album" in die Schlagzeilen der Musikpresse, für das er unautorisiert Beatles-Samples mit Jay-Z-Accapella-Rap-Parts kombiniert hatte. In den folgenden Jahren landete er zusammen mit Sänger Cee-Lo Green als Gnarls Barkley zunächst den Welthit "Crazy" (u.a. Platz eins in UK, Platz zwei in den USA) und veröffentlichte anschließend die beiden Alben "St. Elsewhere" (2006, US-Platin) und "The Odd Couple" (2008). Desweiteren trat der New Yorker u.a. als Produzent des Gorillaz-Albums "Demon Days" (2005), einiger Stücke der Band The Rapture und der Indie-Supergroup The Good, The Bad And The Queen in Erscheinung. Auch das Beck-Album "Modern Guilt", Martina Topley-Birds "Blue God" und "Replica Sun Machine" von The Shortwave Set entstanden unter seiner Regie. Außerdem veröffentlichte er zwischen 1999 und 2002 einige Alben und EPs unter dem Pseudonym Pelican City. Damit nicht genug: Zusammen mit dem Rapper MF DOOM entstanden zwei Alben unter dem Namen DANGERDOOM. Seit 2005 wurde der 32-jährige für elf Grammys nominiert, 2006 erhielt er die begehrten Preise in den Kategorien "Best Alternative Album" und "Best Urban Alternative Performance". Das Esquire-Magazin nahm ihn in die Liste der "75 einflussreichsten Menschen des 21. Jahrhunderts" auf.

Alle Instrumente, die auf dem Album zu hören sind, wurden von Burton und Mercer eingespielt - mit Ausnahme der Streicher, die von Daniele Luppi arrangiert wurden. James Mercer übernahm die Gesangs-, Gitarren- und Bass-Parts, Brian Burton ist an Orgel, Schlagzeug, Klavier, Synths und Bass zu hören. Die Aufnahmen fanden unter der Mithilfe von Todd Monfalcone und Kennie Takahashi im Mondo Studio in Los Angeles statt, die Rolle des Produzenten übernahm Burton selbst.