Barbara Dennerlein

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BARBARA DENNERLEIN & Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz,
Live-Mitschnitt aus der Philharmonie Essen, Konzert vom 01.06.2005.
HAMMOND MEETS ORCHESTRA - "CHANGE OF PACE" - A Symphonic Experience

Barbara Dennerlein in Personalunion von Organistin, Komponistin, musikalischer Ideengeberin und selbständiger Produzentin. Das außergewöhnliche Musikprojekt stellt ein Novum dar, ist doch die Zusammenführung von Orgel-Jazztrio mit philharmonischem Orchester bislang unerprobt, mit anderen Worten, es handelt sich um die Erschließung einer grundsätzlich neuen musikästhetischen Dimension.

Schon seit den 1920iger Jahren gibt es "jazz-sinfonische" Intentionen, von der Pseudosinfonik eines Paul Whiteman über diverse Streicher- und Orchester- "Garnierungen" bis zum akademisch-intellektuellen "Third Stream" u.v.m. Eine Hammond-Orgel (1934 in den USA von Laurens Hammond als elektromagnetische Orgel entwickelt) ist dabei noch niemals integriert gewesen, wohl wegen ihrer besonderen klanglichen Spezifik, mit der sie in gewisser Weise selbst ein "Orchester" abgibt. Nachdem seit Fats Waller (dem ersten Jazzmusiker auf klassischer Kirchen- und moderner Hammond-Orgel) die Kombination von Hammond-Orgel mit swingender Big Band eine gewisse Popularität erlangt hat, schlägt jetzt Barbara Dennerlein die Brücke zur Sinfonik.

Sie selbst sagt dazu: "Die Berührung von Klassik und Jazz, die ich in meiner langjährigen Zusammenarbeit mit Friedrich Gulda kennen gelernt habe, hat mich schon immer fasziniert. Das Projekt "Change Of Pace" liegt mir sehr am Herzen und stellt die Erfüllung eines lang gehegten Traumes dar. Schon, als ich die Titel ´Change Of Pace´ und ´Pendel der Zeit´ komponierte, hatte ich die Vorstellung, wie toll es klingen würde, diese Stücke einmal mit philharmonischem Orchester aufzuführen. Die Kombination von der Freiheit in einer Jazzformation mit all den Improvisationen und gleichzeitig die unglaubliche Klangfülle eines Orchesters mit durchkomponierten und ausnotierten Teilen finde ich äußerst spannend, und es war eine großartige Erfahrung und Herausforderung für mich. Ich gebe allerdings zu, daß dieses Projekt in erster Linie Spaß macht. Das ist auch mein Anliegen an den Hörer: Ohne Verkopftheit, aber mit anspruchsvoller Musik Spaß haben!".

Im Ergebnis entstand keine indifferente, Konturen verwischende Fusionsmusik (wie sie durchaus möglich gewesen wäre), sondern ein gleichberechtigtes Miteinander der beiden Pole KLASSIK und JAZZ auf der schwierigen Balance-Ebene von Korrespondieren, Dialogisieren und Kontrastieren. Die musikalische Spezifik beider "Partner" bleibt gewahrt, auch ist der Jazzimprovisation breiter Entfaltungsraum gegeben. Im Mittelpunkt agiert mit schier grenzenloser Variabilität Barbara Dennerlein auf ihrer Hammond B3, quasi ihrem "Orchester", zweifellos beflügelt durch das wahrhaft exzellent musizierende (seinerseits durch die Künstlerin inspirierte) Sinfonieorchester unter der Leitung des mit großem persönlichen Engagement beteiligten Bernd Ruf. (Karl-Heinz Drechsel, Jazzkritiker)