Babyface
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Sein Tag scheint mindestens 48 Stunden zu haben. Anders ist Babyface"s unglaubliche Biographie kaum zu erklären: Gitarrist in mehreren Bands, Solo-Künstler, Songschreiber, Musik- und Film-Produzent, Studiobesitzer, Dauergewinner bei Award-Shows, Wohltäter und nicht zuletzt Ehemann und Familienvater. <br><br><br><br>Der Gitarrist:<br><br>Das Multitalent kam als Kenneth Edmonds am 10. April 1959 in Indianapolis, Indiana, zur Welt. Seinen Spitznamen "Babyface" bekam er 1984 vom Parliament-Bassisten Bootsy Collins verpasst. <br>Babyface"s Musikkarriere begann 1977. Nach der High School stieg er als Gitarrist der R&B-Gruppe Manchild ins Musikgeschäft ein. Ihr einziger Hit: "Especially For You" (Platz 70 der R&B Charts). Nach mehreren Top40-Bands kam Babyface in den frühen 80ern zu The Deele. Ihr erstes Album "Street Beat" erschien 1984 bei Solar Records (Los Angeles), das zweite Album "Material Thangz" ein Jahr später. 1988 verließ Babyface die Band und konzentrierte sich auf seine Solo-Karriere. Mit dem Song "Two Occasions" von ihrem dritten Album hinterließ er der R&B-Gruppe den größten Hit ihrer Karriere.<br><br>Der Solo-Künstler:<br><br>"LOVERS" nannte Babyface 1987 sein Solo-Debütalbum. Die Single "I Love You Baby" stieg bis in die Top 10. "TENDER LOVER", sein zweites Album, brachte ihn an die Spitze der R&B-Charts und etablierte Babyface 1989 als Solokünstler. Platz 14 in den Pop-Charts machte klar, dass die gesamte Musikwelt nun mit Babyface rechnen musste. Die Singles "It"s No Crime" und "Tender Lover" wurden Nummer Eins-Hits. <br>"FOR THE COOL IN YOU" erschien 1993. Babyface"s drittes Album wanderte erneut in die Top10, ebenso vier Auskopplungen daraus. Allein der Song "When Can I See You" verkaufte sich allein 500.000 Mal, erreichte damit Goldstatus in den USA. Das Album kann sich mit Dreifach-Platin für drei Millionen verkaufte Scheiben schmücken. <br>"THE DAY" schrieb Babyface 1996, zum ersten Mal ohne seinen langjährigen Songschreiberkollegen Antonio "L.A." Reid. Dieses Mal arbeitete er mit Eric Clapton, Mariah Carey und LL Cool J. zusammen. Singles auf Platz Eins und Doppel-Platin waren der Dank der Fans.<br>"FACE2FACE", das fünfte Album des Sängers kam erst 2001 in die Plattenläden. Es beendete die lange Phase ohne neue Songs des R&B-Künstlers. In der Zwischenzeit lernten die Fans andere Facetten von Babyface kennen: Mit "MTV UNPLUGGED NYC" (1997) und "CHRISTMAS WITH BABYFACE" (1998) betrat der Künstler musikalisches Neuland. Ebenso mit dem sozialkritischen Song "How Come How Long", den er mit Stevie Wonder im Duett sang. <br> <br>Thematisch ziehen sich Balladen wie ein roter Faden durch Babyface"s Solokarriere. Sein Debüt-Album befasst sich noch mit der körperlichen Liebe. Auf den Folge-Werken steht dagegen eine schwärmerische, idealisierte Liebe im Vordergrund, abgelöst von Songs über die Schattenseiten von Beziehungen.<br><br>Der Songschreiber und Musik-Produzent:<br><br>Zusammen mit "L.A." Reid, später auch solo, schrieb und produzierte er erfolgreich Songs für andere Künstler. 1987 landete "Rock Steady" von Whispers auf Platz Eins, wie auch der Song "Girlfriend" der Pebbles. Am erfolgreichsten war Babyface mit der Gruppe Boyz II Men. Das Quartett stand 1992 mit "End Of The Road" 13 Wochen, mit "I"ll Make Love To You" 1994 14 Wochen an der Spitze der Pop-Charts. Für Celine Dion schrieb er mit David Foster und Linda Thompson "Power Of The Dream". Der Song wurde zur Hymne der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta. <br><br>Der Filmkomponist und -produzent:<br><br>Als Komponist betätigte Babyface sich auch in der Filmbranche. Neben Tracks für "Boomerang", und "The Preacher"s Wife" schrieb Babyface die Filmmusik für den Whitney-Houston-Film "Waiting To Exhale". Allein die Single "Waiting To Exhale" stand 1995 acht Wochen an der Spitze der R&B-Charts. Nicht zuletzt die Star-Besetzung dürfte sieben (!) Millionen Menschen zum Kauf verführt haben: So unterschiedliche Künstlerinnen wie Brandy, Toni Braxton, Chaka Khan, Faith Evans oder TLC sangen Songs aus der Feder von Babyface. Als Produzent war er mit dem Film "Soul Food" erfolgreich, der auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der Film brachte 40 Millionen Dollar ein und erhielt 1996 fünf Image Awards.<br><br>Der Geschäftsmann:<br><br>Mit seinem Freund und Bandkollegen Reid von The Deele besitzt Babyface das Label LaFace Records. 1989 schlossen sie sich mit dem renommierten Musikfirma Arista Records zusammen und verlegten ihren Sitz nach Atlanta. Dank Künstlern wie TLC, Toni Braxton, Usher, Outkast verschafften sie der Stadt einen neuen Spitznamen: "Hotlanta". In Hollywood baute Babyface 1995 sein eigenes Aufnahme-Studio: "Brandon"s Way", nach seinem 1996 geborenen Sohn. Als Kopf der Edmonds Entertainment Group nahm Babyface auch auf die Film- und Fernsehwelt Einfluss. Im Internet ist Babyface durch seine Beteiligung an dem Internet-Musikunternehmen Tonos.com aktiv.<br><br>Der Award-Gewinner:<br><br>Für Babyface dürfte es langsam schwierig werden, sich bei jeder Preisverleihung neue Dankesworte auszudenken. Seit 1993 sammelt er eine Auszeichnung nach der anderen. Seine ersten beiden Grammys bekam er für die Boyz II Men-Single "End Of The Road": Bester R&B-Song und Beste Produktion (zusammen mit Antonio Reid). Insgesamt durfte er bisher zehn Grammys mit nach Hause nehmen. Dabei stellte er einen neuen Rekord auf: Es hatte bisher noch niemand geschafft, drei Jahre in Folge den Grammy für den Besten Produzenten einzustreichen (1996-1998).<br>Neben goldenen Grammophonen stapeln sich auf Babyface"s Regalen mehrere BMI Awards, American Music Awards und NAACP Image Awards. Für sein drittes Album gab es den "Soul Train Music Award". Billboard wählte ihn wiederholt zum Songschreiber des Jahres. Sogar eine Oscar-Nominierung bekam der R&B-Künstler: für die Filmmusik zum Film "Anna And The King" mit Jodie Foster. <br>Als wäre dies noch nicht genug, zählte ihn das People"s Magazine zu einem der 50 schönsten Menschen der Welt. Für das Time Magazine gehörte er 1997 er zu den einflussreichsten Leuten Amerikas. Das Magazin GQ nahm ihn im gleichen Jahr auf in die Liste der "Men of the Year".<br><br>Der Wohltäter:<br><br>Babyface unterstützt verschiedenste wohltätige Einrichtungen, darunter "Boarder Baby". Seit 1994 ist er der nationale Sprecher der Organisation, die sich um Waisenkinder kümmert. Dafür erspielte er durch ein Benefiz-Konzert fast eine halbe Million Dollar. Außerdem engagiert er sich sehr für Krebsbehandlungszentrum "City of Hope". <br><br>Der Ehemann und Vater:<br><br>Last but not least ist er seit 1992 in festen Händen: Mit seiner Ehefrau Tracy bekam er 1996 seinen Sohn Brandon, 2001 einen zweiten Sohn namens Dylan.<br><br>Diese Biographie macht beinahe sprachlos. Bleibt nur noch Eines zu sagen: Wir dürfen gespannt sein, womit uns Babyface in der Zukunft noch überraschen wird...<br><br><br><br>