Alan Curtis
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Biographien
Donna Leon
Geboren am 28.9.1942 in New Jersey. Mit 23 verließ sie New Jersey, um in Perugia und Siena weiterzustudieren. Sie blieb im Ausland, arbeitete als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und als Lehrerin an amerikanischen Schulen in Europa und Asien. Gegenwärtig lehrt sie englische und amerikanische Literatur an einer Universität in der Nähe von Venedig, wo sie seit 1981 lebt. Zu ihrem Erstling kam Donna Leon über ihre Leidenschaft für die Oper. Während des Besuchs einer Probe im venezianischen Opernhaus "La Fenice" ereiferte sich ihr Begleiter: "Ich könnte den Dirigenten umbringen!" - "Ich mach's für dich, aber in einem Roman", beruhigte sie ihn. Beide kundschafteten das Haus aus, um mögliche Fluchtwege für einen möglichen Täter zu finden, und Donna Leon erfand Commissario Guido Brunetti, um jenen zu fassen. Das Resultat war "Venezianisches Finale".
Mittlerweile gibt es dreizehn der Brunetti-Romane auf Deutsch und die Auflagenhöhe hat die Millionenhöhe längst überschritten.
Alan Curtis
Alan Curtis hat seine Zeit jahrelang zwischen Berkeley (Kalifornien), wo er an der renommierten Universität unterrichtet hat, und Europa, wo er konzertiert sowie Opern und Konzerte aufgeführt hat, aufgeteilt. Neuerdings gibt der Künstler fast nur noch Konzerte, wobei sein Hauptaugenmerk auf der dramatischen Musik von Monteverdi bis Mozart liegt. Ein Artikel über ihn in der Opernzeitschrift "Orpheus" war überschrieben mit: "Der Avantgardist der Alten Musik". Tatsächlich, bereits in den Fünfzigern hat er sich als Student mit den Problemen von Couperins untaktierten Préludes für Cembalo beschäftigt. Kurze Zeit später wurde er ein Pionier was die Rückkehr zu Alten Instrumenten und barocken Aufführungsbedingungen für die Frühe Oper anbelangt. Seine radikal neue "Rekonstruktion" von Monteverdis "Krönung der Poppea", in den 60er Jahren in Berkeley erstmalig aufgeführt, markierte einen bedeutenden Einschnitt: Zum erstenmal wurde nach fast drei Jahrhunderten ein Spätwerk Monteverdis wieder so aufgeführt, wie es sich der Komponist gedacht hatte. Die Produktion von "Poppea" trat später einen Siegeszug durch Europa an. Ebenfalls bahnbrechend: die Aufführung von Händels "Admeto" in Amsterdam, die als erster ernst zu nehmender Versuch zur Wiederbelebung von Händels Opernschaffen gerühmt wurde.
Alan Curtis war immer in der vordersten Reihe, wenn es darum ging, das Repertoire für die Opernbühne zu erweitern, was er im Speziellen durch die Wiederbelebung vergessener Werke tat. So war etwa 1981 die Wiederaufführung von Landis "Il Sant'Alessio" in Rom und Innsbruck ein großer Erfolg, genauso wie drei verschiedene Produktionen von Jommellis "La schiava liberata" - die ersten Aufführungen eines musikdramatischen Werkes von Jommelli in neuerer Zeit.
Was das zwar besser bekannte aber dennoch ungerechterweise vernachlässigte Opernrepertoire angeht, hat sich der Musiker stets für "Armide" von Christoph Willibald Gluck eingesetzt. Drei Produktionen dieses Werkes hat er dirigiert, darunter eine mit seinem eigenen Originalklang-Ensemble am Pariser Châtelet. Außerdem zeichnete er zwischen 1981 und 1985 für drei grundverschiedene Produktionen von Händels "Ariodante" verantwortlich und für die erste "moderne" Wiederaufführung von Vivaldis "Il Giustino", eine Aufführung zur 400-Jahr-Feier von Palladios Teatro Olimpico in Vicenza. Die Produktion wurde später in ganz Europa gezeigt, mit einer anderen Besetzung auch im Jahr 2000 im Schweizerischen Solothurn und in Rotterdam, wo man das Werk für CD aufgenommen hat.
Alan Curtis dirigierte in Lissabon die erste Aufführung von Monterverdis "Il ritorno di Ulisse" und Mozarts "Il re pastore". Spätere Projekte schlossen Glucks "Paride e Elena" in Vicenza mit ein sowie zwei Versionen von Cimarosas "Gli Orazi e i Curiazi" in Rom und Lissabon, wo Anna Caterina Antonacci ihr Debüt als Opernsängerin gab. Seine Kritische Neuausgabe von Monteverdis "Il ritorno d'Ulisse" wurde mit großem Erfolg in der Semperoper in Dresden aufgeführt.
Aktuelle CD-Aufnahmen schließen Kantaten von Alessandro Scarlatti sowie "La Follia" mit ein, ein Programm mit Neapolitanischer Musik für chromatisches Cembalo und Madrigalen von Monteverdi, Sigismondo d'India, Gesualdo und Marenzio. Das von Alan Curtis geleitete Madrigal-Ensemble (aus ihm ging schließlich die heutige Formation "Il Complesso Barocco" hervor) wurde 1996 vom Filmemacher Werner Herzog eingeladen, in seinem Dokumentarfilm über Gesauldo mitzuwirken. CD-Aufnahmen mit Madrigalen von Michelangelo Rossi, mit Werken von Antonio Lotti und nicht zuletzt mit sämtlichen Monteverdi-Duetten fanden weltweite Beachtung, genau wie die Einspielung von Curtis' Rekonstruktion von Händels erster Italienischer Oper "Rodrigo".
Im Sommer 2000 dirigierte der vielseitige Musiker eine Neuproduktion von Händels "Radamisto" als Eröffnungskonzert des Händel-Festivals in Halle und später "Arminio" vom gleichen Komponisten in Amsterdam und Siena. Diese Oper wurde ebenfalls auf CD aufgenommen. Außerdem nahm Curtis eine Neueinspielung sämtlicher Haydn-Sonaten auf historischen Hammerklavieren in Angriff.
Das Jahr 2002 brachte Aufführungen von Händels Oper "Giulio Cesare" in Monte Carlo und von dessen "Deidamia" in Siena. Außerdem wurde das erfolgreiche "La Maga Abbandonata"-Programm beim "Resonanzen"-Festival in Wien sowie beim Festival "Bayreuther Barock" aufgeführt. Dort, im barocken "Markgräflichen Opernhaus" (eine Schöpfung des italienischen Architekten Giuseppe Galli Bibbiena) entstand die vorliegende CD.
In nächster Zukunft möchte sich Alan Curtis mit Händels "Radamisto" und "Tolomeo" beschäftigen sowie mit einem bislang unveröffentlichten "Opéra-Ballet" von Rameau.
Maite Beaumont
Maite Beaumont wurde in Spanien geboren, wo sie an der Musikhochschule Pablo Sarasate ein Gesangs- und Geigenstudium parallel zu einem Soziologiestudium an der Universität Navarra absolvierte.
Nach Meisterkursen bei David van Asch, Marimi del Pozo, Helena Lazarska und Judith Beckmann sammelte sie neben ihrer Konzerttätigkeit in den Bereichen Lied und Oratorium erste Bühnenerfahrung. Sie war Preisträgerin bei mehreren Wettbewerben ("Stimme mit der besten Zukunft" 1997in Spanien; Mozartpreis 2000 in Hamburg. Anfang 2003 beendete sie ihr Studium bei Hanna Schwarz an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.
Seit 2001 ist sie Mitglied im Opernstudio der Hamburger Staatsoper, wo sie neben anderen Rollen in der Neuinszenierung der Oper "Alcina" von Händel unter der Leitung von Ivor Bolton den Ruggiero sang. Durch diese Produktion wurde die grosse Händel-Enthusiastin Donna Leon auf die junge Spanierin aufmerksam und empfahl sie an Alan Curtis, der ebenfalls sofort von ihr begeistert war und sie sofort als Mezzo im Projekt "La Maga Abbandonata" einsetzte.
Simone Kermes
wurde in Leipzig geboren und studierte dort bei Helga Forner an der Hochschule für
Musik und Theater "Felix-Mendelssohn-Bartholdy". Daneben besuchte sie
Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Jessica Cash, Elisabeth
Schwarzkopf und Barbara Schlick. 1993 gewann sie den ersten Preis beim
"Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerb" in Berlin und 1996 wurde sie
Preisträgerin beim "Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb" in
Leipzig.
Engagements führten sie an die Staatsoper Stuttgart, ans Staatstheater Wiesbaden, an die
Oper Bonn, ans Staatstheater Mainz, a die Theater von Dortmund und Koblenz als
Konstanze, Fiordiligi, Lucia, Gilda, Ann Truelove, Rosalinde, Euridice,
Tochter (Cardillac) und Clivia. Außerdem sang sie viele Händelpartien ihres Fachs: Alcina,
Merab, Deidamia und Asteria.
Im Jahr 2000 war sie bei den Schwetzinger Festspielen und den Festwochen für
Alte Musik Innsbruck unter Thomas Hengelbrock Cintia in "La
divisione del mondo" von Giovanni Legrenzi zu hören. An wichtigen Festivals, bei denen Simone Kermes mitwirkte wären zu nennen: Schleswig-Holstein-Musikfestival, Wratislavia Cantans, Händelfestspiele Halle
und Göttingen, Feldkirch-Festival, Settimana Musicale Senese,
Rheingau-Musikfestival, Festa da Musica Lissabon, Musiktrienale Köln, Folle
journée Nantes, Dresdner Musikfestspiele, Figures sacreés Paris, Prager
Herbst, Beethovenfest Bonn und Resonanzen-Musikfestival Wien.
Konzertverpflichtungen führten sie in die großen Musikzentren, unter anderem nach Paris,
Mailand, Rom, Wien, Siena, Bologna, Köln, München, Berlin, Leipzig, Dresden,
Prag, Breslau, Lissabon, Madrid, Kiew, Antwerpen, Rotterdam , New York und
Belfast. Simone Kermes arbeitete mit den Dirigenten Thomas Hengelbrock, Peter
Neumann, Hermann Max, Martin Hasselböck und Alan Curtis und sang unter
Raphael Frühbeck de Burgos in Beethovens 9. Sinfonie. Unter Lothar Zagrosek war sie in der
"Fledermaus" und unter Marc Soustrot als Konstanze in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" zu erleben. Mit Thierry Fischer hat sie Brittens "Les Illuminations" erarbeitet.
CD-Produktionen umfassen Oratorien und Opern von Händel, Carl Philipp Emanuel Bach, Naumann, Kozeluch, Beethoven, Schumann und Humperdinck. Neben dem hier vorliegenden Projekt "La Maga Abbandonata" ist ebenfalls bei Deutsche Harmonia Mundi/BMG eine hochgelobte Neuaufnahme der
"Schöpfung" von Joseph Haydn erschienen, mit Thomas Hengelbrock am Dirigentenpult.
Zukünftige Opern-Engagements beinhalten Purcell`s "King Arthur" und "Dido und
Aeneas" sowie die Rolle der Laodice in Händel`s "Siroe" mit Andrea
Marcon und dem Venice Baroque Orchestra in New York und Paris.

